Libanesischer Ex-Premier Hariri trifft Ägyptens Staatschef el-Sisi

Wie geht es weiter im Libanon? Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Hariri und seiner Flucht nach Saudi-Arabien will er sich in Kairo mit Fattah el-Sisi treffen. Danach soll der 47-Jährige zurück in seine Heimat.

Saad Hariri
AP

Saad Hariri


Inmitten der Regierungskrise im Libanon reist der zurückgetretene Ministerpräsident Saad Hariri am Dienstag nach Ägypten. Präsident Abdel Fattah el-Sisi empfängt ihn in der Hauptstadt Kairo. Ziel des Treffens mit seinem "Freund" el-Sisi sei es, die "arabischen und internationalen Beratungen" über die Regierungskrise im Libanon fortzuführen, kündigte Hariri im Kurzbotschaftendienst Twitter an. Hariri hatte sich zuletzt in Paris mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron getroffen.

Am Mittwoch wird Hariri dann in Libanons Hauptstadt Beirut erwartet, um eine öffentliche Erklärung zu seinem Rücktritt abzugeben. Der überraschende Rücktritt Hariris Anfang November wird als Teil eines Konflikts zwischen den Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran gesehen.

An Hariris Koalitionsregierung ist die schiitische Hisbollah beteiligt, die vom Iran unterstützt wird. Hariri warf der Hisbollah nun vor, das Land dominieren zu wollen. Es wird aber spekuliert, dass Saudi-Arabien Hariri zum Rücktritt zwang, um den Einfluss des Iran im Libanon zu beschneiden.

bam/afp



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hansriedl 21.11.2017
1. Saudischer Golfminister:
"Libanons Regierung erklärt uns den Krieg" Saudi-Arabien prangert nach dem Rücktritt des libanesischen Premiers Hariri eine Aggression der Hisbollah an. "Es wird ihm (Michel Aoun) angerechnet, dass er das Verschwinden Hariris in Saudi-Arabien nicht hingenommen hat. Ob er stark genug ist, um von der Hisbollah Konzessionen zu erreichen, die die Lage beruhigen könnten, wird man sehen." Aha. Es wäre also ein Zeichen der "Stärke" des libanesischen Präsidenten, wenn er der Einmischung durch ein fremdes Land nachgibt. Kompass verloren, Frau Harrer? "In der Arabischen Liga wurde zudem gedroht, den Uno-Sicherheitsrat zu involvieren, auch das käme für Teheran zur Unzeit." Was soll da raus kommen? Welche "Beweise" will man herbeifantasieren, um den Iran wegen Einmischung in den Libanon zu verurteilen? Die Hisbollah sind nun mal Libanesen. Dagegen erklärt KSA ganz offen seine Einmischung. Absurd. Außerdem gibt es mit China und Russland eh keine Verurteilung, also diese "Drohung" ist völlig leer.
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