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Einigung in Beirut: Libanons Regierung will den Müll wegbringen

Müllberg in Beirut: Seit fast zwei Monaten stapelt sich der Abfall Zur Großansicht
AFP

Müllberg in Beirut: Seit fast zwei Monaten stapelt sich der Abfall

Die libanesische Regierung hat einen Aktionsplan gegen die Müllkrise beschlossen. Die größte Deponie des Landes soll vorübergehend wieder eröffnet werden, zwei neue Müllkippen für dauerhafte Entlastung sorgen.

Seit 17. Juli ist die größte Müllkippe im Libanon geschlossen, seither türmt sich der Unrat in Beirut und Umgebung in immer neue Höhen. Beißender Gestank steht in den Straßen, doch nicht nur deshalb haben viele Libanesen sprichwörtlich die Nase voll. Die Protestbewegung "Ihr Stinkt!" hat in den vergangenen Wochen Zehntausende Bürger auf die Straßen getrieben, die ihrem Unmut über die Verantwortungslosigkeit der Politiker Luft machten.

Nun hat die Regierung erstmals konkrete Schritte beschlossen, um die Krise zu lösen. Die geschlossene Deponie in Naama südlich von Beirut soll für eine Woche noch einmal geöffnet werden, um die Hauptstadt und ihre Vororte von den größten Müllbergen zu befreien. Zudem hat das Kabinett die Errichtung von zwei neuen Müllkippen im Norden und Osten des Landes beschlossen, die jeweils nahe der syrischen Grenze liegen.

Darüber hinaus wird die Verantwortung für die Abfallentsorgung wieder in die Hände der Kommunen gelegt. Dies war eine der Hauptforderungen der Protestbewegung. Sie hatte kritisiert, dass die Politiker in Beirut die Müllentsorgung genutzt hätten, um sich zu bereichern.

Während sich die Minister zu ihrer Krisensitzung trafen, demonstrierten im Zentrum der Hauptstadt erneut Tausende gegen die politische Klasse. Ein wichtiges Anliegen der Protestbewegung sind die Durchführung von Parlamentswahlen und die Neuwahl eines Präsidenten. Das höchste Staatsamt ist seit einem Jahr unbesetzt, weil sich die rivalisierenden Parteien nicht auf einen Nachfolger des ausgeschiedenen Michel Suleiman einigen können.

In diesem Punkt brachte auch die Kabinettssitzung am Mittwoch keinen Durchbruch. In der nächsten Woche wollen sich die Minister erneut treffen.

syd/Reuters/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Kann mal jemand...
Datenscheich 10.09.2015
...im Libanon die Idee der Müll- bzw. Wertstofftrennung verbreiten?! Damit ließe sich sicherlich einiges erreichen, wenn auch nur mittelfristig. Sonst wird sich das Problem nur immer wieder erneut einstellen.
2. Müllkippen
bronck 10.09.2015
sind Zeitbomben. Keiner kann wissen was da so raussickert oder rausgast. Wäre das nicht eine Chance in Richtung Recycling und Müllvermeidung umzusteuern? Aber nein, das Zeug wird einfach verbuddelt. Wenn sie wenigstens eine MVA errichten und Strom draus machen würden...
3.
DMenakker 10.09.2015
Man nannte Beirut einmal Paris des Ostens. Neapel des Ostens wäre wohl angebrachter.
4. Das ist ja ein großartiger Aktionspan
kalim.karemi 10.09.2015
Wir machen die Deponie wieder auf und schaffen den Rest woanders hin. Wow! Für derart tiefsinnige Aktionen braucht man also eine Regierung, jetzt hab ich es begriffen. Ich frag mich, was das Team consultants, welches den Einfall hatte, an manntagen in dem Projekt versenkt hat.
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