Libyen 63 Menschen nach Untergang eines Flüchtlingsschiffs vermisst

Im Mittelmeer sind offenbar wieder Menschen ertrunken: 63 Personen werden seit dem Untergang eines Flüchtlingsschiffs vermisst. Italien schickt zwölf weitere Boote zur Unterstützung der libyschen Küstenwache.

Gerettete Geflüchtete gehen an der Küste östlich von Tripolis am 29.06.2018 wieder an Land
DPA

Gerettete Geflüchtete gehen an der Küste östlich von Tripolis am 29.06.2018 wieder an Land


In diesem Jahr sind bereits mehr als tausend Menschen auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrunken. Nach dem Untergang eines weiteren Boots, das Flüchtlinge transportierte, werden nach örtlichen Behördenangaben 63 Menschen vermisst. 104 Menschen seien an Bord gewesen. Demnach konnten 41 Menschen gerettet werden, sagte der Sprecher der libyschen Marine, General Ajub Kacem, der Nachrichtenagentur AFP.

Libyen ist das wichtigste Transitland für Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa wollen. Nach dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Land ein Bürgerkriegschaos. Die Küstenwache fängt jedoch derzeit regelmäßig Boote ab.

Italien schickt zwölf weitere Boote

Viele der Flüchtlinge, die es über das Mittelmeer schaffen, kommen in Italien an. Dort fährt die neue Regierung aus rechter Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung allerdings einen harten Kurs gegenüber Migranten und verweigert auch Schiffen von Rettungsorganisationen das Anlaufen italienischer Häfen.

Italien schickt nun zwölf weitere Schiffe zur Unterstützung der libyschen Küstenwache. Die soll Migranten und Flüchtlinge von der Fahrt über das Mittelmeer abhalten. Bereits im vergangenen Jahr hatte Libyen vier Schiffe aus Italien erhalten, hinzu kam die Ausbildung der libyschen Küstenwache.

Im Video: Flucht übers Mittelmeer - unterwegs mit libyschen Sicherheitskräften

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höh/dpa/AFP



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