Libyen-Abstimmung der Uno Was die Unwilligen wirklich wollen

Kein Ja, kein Nein: Deutschland steht mit seiner Enthaltung zur Libyen-Resolution der Uno in einer Reihe mit Russland, China, Brasilien und Indien. Doch was sind die Motive dieser Staaten? Ein Überblick.

Von und , Moskau und Islamabad 

AFP

Deutschland hält zu seinen westlichen Verbündeten, an einer Militäraktion gegen Libyens Diktator Gaddafi möchte man sich aber lieber nicht beteiligen. Das ist die Botschaft, die Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Westerwelle verbreiten, nachdem sich Deutschland im Sicherheitsrat bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution 1973 enthalten hat.

Der Schritt sorgt in Deutschland für heftige Debatten, auch die Alliierten sind verschnupft. Doch Merkel und Westerwelle halten das Risiko und die Gefahren einer militärischen Eskalation für zu groß.

Damit steht Deutschland im Sicherheitsrat nicht an der Seite seiner traditionellen Verbündeten USA und Frankreich, sondern macht gemeinsame Sache mit Staaten wie Brasilien, Russland, Indien und China. Immerhin: China und Russland haben kein Veto gegen die Resolution eingelegt. Damit ist sie erst möglich geworden. Dennoch sehen die beiden Großmächte wie Deutschland ein militärisches Vorgehen skeptisch.

Warum haben sich so viele wichtige Länder bei der Abstimmung enthalten? Geschäftsinteressen, alte Seilschaften, schnödes Eigeninteresse - SPIEGEL ONLINE hat die Motive anderer Abweichler untersucht.

Forum - Libyen - ist die Flugverbotszone eine richtige Entscheidung?
insgesamt 6554 Beiträge
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realistano 18.03.2011
1.
Zitat von sysopFlugverbotszone, Luftangriffe und andere "erforderliche Maßnahmen" zum Schutz von Zivilisten: Der Uno-Sicherheitsrat hat massive militärische Aktionen gegen Libyen beschlossen. Eine richtige Entscheidung?
Wenn das das Leben von unschuldige Menschen rettet und die zivile Bevölkerung vor grausame Massakrierung schützt,dann ausdrücklich Ja!
berther 18.03.2011
2.
Zitat von sysopFlugverbotszone, Luftangriffe und andere "erforderliche Maßnahmen" zum Schutz von Zivilisten: Der Uno-Sicherheitsrat hat massive militärische Aktionen gegen Libyen beschlossen. Eine richtige Entscheidung?
Genau betrachtet ist das bereits eine Kriegshandlung. Die Frage ist : Wie soll das durchgesetzt werden ? Geht auch nur mit Waffengewalt. Darin steckt wiederum der Zündfunke für eine weiteren Krieg , am Ende mit allen möglichen empörten islamischen Staaten. Viel Spaß.
anathema 18.03.2011
3. „Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!“
Zitat von sysopFlugverbotszone, Luftangriffe und andere "erforderliche Maßnahmen" zum Schutz von Zivilisten: Der Uno-Sicherheitsrat hat massive militärische Aktionen gegen Libyen beschlossen. Eine richtige Entscheidung?
So wie der UNO-Sicherheitsrat es sieht und beschlossen hat, scheint er Handlungsbedarf – nach langem Abwarten - für dringend geboten zu sehen. Dabei muss er sich bewusst gewesen sein, dass er schwerwiegend in die inneren Angelegenheiten eines de facto souveränen Staates eingreift. Ein mögliches Resultat könnte am Ende aber auch sein, dass durch die beschlossenen Maßnahmen der Bürgerkrieg sich in die Länge ziehen könnte mit einer entsprechend größeren Zahl an Opfern. Denn beendet wird dieser Bürgerkrieg durch diesen UN-Beschluss auf keinen Fall. Eine Alternative wäre vielleicht gewesen, wenn er die Evakuierung der in Bedrängnis geratenen Aufständischen beschlossen und ihnen Asyl weltweit gewährt hätte! Quidquid agis, prudenter agas et respice finem! (= Was auch immer du tust, handle umsichtig und schaue auf das Ende!)
realistano 18.03.2011
4.
Zitat von anathemaSo wie der UNO-Sicherheitsrat es sieht und beschlossen hat, scheint er Handlungsbedarf – nach langem Abwarten - für dringend geboten zu sehen. Dabei muss er sich bewusst gewesen sein, dass er schwerwiegend in die inneren Angelegenheiten eines de facto souveränen Staates eingreift. Ein mögliches Resultat könnte am Ende aber auch sein, dass durch die beschlossenen Maßnahmen der Bürgerkrieg sich in die Länge ziehen könnte mit einer entsprechend größeren Zahl an Opfern. Denn beendet wird dieser Bürgerkrieg durch diesen UN-Beschluss auf keinen Fall. Eine Alternative wäre vielleicht gewesen, wenn er die Evakuierung der in Bedrängnis geratenen Aufständischen beschlossen und ihnen Asyl weltweit gewährt hätte! Quidquid agis, prudenter agas et respice finem! (= Was auch immer du tust, handle umsichtig und schaue auf das Ende!)
Hätten die Deiner Meinung nach die Bengasianer evakuieren und nach Deutschland transportieren lassen , mit Sicherheit sind die Deutschen dagegen, oder die Bengasianer ans Messer von Tyrann Gaddafi liefern und auf die Souveranität Lybiens achten sollten , ich begrüße die Enschdeidung der UN Resolution, auf jeden Fall die bessere Lösung.
durchfluss 18.03.2011
5. Na also...
Krieg gestoppt ohne dass ein Flugzeug abheben musste. Peinlich für Westerwelle.
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