Libyen-Abstimmung der Uno: Was die Unwilligen wirklich wollen
Kein Ja, kein Nein: Deutschland steht mit seiner Enthaltung zur Libyen-Resolution der Uno in einer Reihe mit Russland, China, Brasilien und Indien. Doch was sind die Motive dieser Staaten? Ein Überblick.
Deutschland hält zu seinen westlichen Verbündeten, an einer Militäraktion gegen Libyens Diktator Gaddafi möchte man sich aber lieber nicht beteiligen. Das ist die Botschaft, die Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Westerwelle verbreiten, nachdem sich Deutschland im Sicherheitsrat bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution 1973 enthalten hat.
Der Schritt sorgt in Deutschland für heftige Debatten, auch die Alliierten sind verschnupft. Doch Merkel und Westerwelle halten das Risiko und die Gefahren einer militärischen Eskalation für zu groß.
Damit steht Deutschland im Sicherheitsrat nicht an der Seite seiner traditionellen Verbündeten USA und Frankreich, sondern macht gemeinsame Sache mit Staaten wie Brasilien, Russland, Indien und China. Immerhin: China und Russland haben kein Veto gegen die Resolution eingelegt. Damit ist sie erst möglich geworden. Dennoch sehen die beiden Großmächte wie Deutschland ein militärisches Vorgehen skeptisch.
Warum haben sich so viele wichtige Länder bei der Abstimmung enthalten? Geschäftsinteressen, alte Seilschaften, schnödes Eigeninteresse - SPIEGEL ONLINE hat die Motive anderer Abweichler untersucht.
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