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Schießerei in Tripolis: Bewaffnete verhindern Wahl des libyschen Regierungschefs

Eine Gruppe von bewaffneten Männern hat in Tripolis das Parlament gestürmt. Wegen einer Schießerei vor dem Gebäude wurde die Wahl des Ministerpräsidenten verschoben. Die Abgeordneten flohen über einen Hinterausgang.

Tripolis - Bewaffnete Männer sind am Dienstag ins libysche Parlament eingedrungen und haben die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten verhindert. Nach Angaben von Abgeordneten wurde die Arbeit des Parlaments ausgesetzt und die Wahl auf kommende Woche verschoben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Lana wurde die Abstimmung auf Sonntag vertagt.

Nach Darstellung mehrerer Abgeordneter ging der bewaffnete Angriff von einer Gruppe aus, die befürchtete, der von ihr unterstützte Kandidat könne bei der Abstimmung unterliegen. Verletzte gab es nach einem Bericht des libyschen Fernsehsenders "Al-Ahrar" nicht. Abgeordnete seien durch den Hinterausgang des Parlaments geflüchtet.

Zur Wahl für den Posten des Ministerpräsidenten traten in der zweiten Runde zwei Kandidaten an: Achmed Miitig, Geschäftsmann aus der westlichen Stadt Misrata, und Omar al-Hassi, Hochschullehrer aus dem östlichen Bengasi, hatten in der ersten Runde die meisten Stimmen erhalten.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 durch einen Militäreinsatz der Nato kämpft Libyen mit Abspaltungstendenzen im Osten sowie mit ehemaligen Rebellengruppen, die sich weigern, ihre Waffen niederzulegen.

Übergangsregierungschef Abdullah al-Thinni hatte vor zwei Wochen seinen Rücktritt bekanntgegeben. Er und seine Familie waren zuvor von Milizen bedroht worden. Al-Thinni war der Nachfolger von Ministerpräsident Ali Seidan, der im März von einer Parlamentariergruppe unter Führung der Muslimbrüder per Misstrauensvotum entmachtet worden war.

heb/Reuters/dpa/afp

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1.
team_gleichklang_de 29.04.2014
Was vielleicht auf den ein oder anderen belustigend wirken mag, ist in der Realität die Hölle auf Erden für Hunderttausende Menschen in Libyen. Sie leben in kompletter Rechtlosigkeit, der Willkür von Milizen ausgesetzt, Tausende sind verschleppt, werden gefoltert und gequält, manche bis zum Tod, ein Großteil der Wirtschaft ist zusammen gebrochen, wer krank ist, muss nach Tunesien gehen, wenn er es sich leisten kann. Bei jeder längeren Reise innerhalb von Libyen muss man Angst vor Verschleppungen haben, aber selbst ein Einkauf kann tödlich sein. In Tawargha, bewohnt durch schwarze Menschen, stehen weiterhin alle Häuser leer, geräumt von ihren schwarzen Bewohnern bis zum letzten Baby und Greis. Marieluise Beck von Bündnis90/die Grünen schwärmte damals von der NATO-Aktion als Ausdruck des Schutz von Menschenrechten. Seither schweigt sie zu dem Elend, in welches die Menschen durch uns gestürzt wurden und welches alle Verbrechen übersteigt, die zuvor der Diktator Gaddafi begangen hatte. Wie viele Völker sollen noch in Elend und Tod gestürzt werden im Namen von Menschenrechten und Freiheit, die weder Menschenrechte noch Freiheit meinen?
2. Komplett destablilisiert,...
flachatmer 30.04.2014
...der ganze Laden. Saubere Arbeit, Obama. Im Kaputtmachen ist er ja ein ganz großer, unser Friedensnobelpreisträger.
3. Lange musste man warten. Nun wird die Warheit ausgesprochen.
dschungelmann 30.04.2014
Warum erst jetzt WON? GADDAFI WURDE DURCH DEN MILITAEREINSATZ DER NATO GESTUERZT! Nicht etwa durch die "frauenfreundlichen , demokratischen Misratarebellen" wie man uns lange weizumachen versuchte. Die hatten nicht mal einen Schfsstall erobern koennen ohne die moerderische Zerstoehrung durch die NATO Luftangriffe(22 000 Angriffe, es wurden mehr Bomben abgeworfen wie im 2. Weltkrieg). Nun ist Libyen "demokratisiert" wie man gerade wieder schoen sehen kann. Der Ukraine scheint aehnliches zu bluehen. Auch die Medien haben hier kalre Mitschuld , weil sie Monate jede nur denkbare Luege der Rebellen und der NATO unbesehen verbreitet haben. Eine Schande fuer die Welt, diese "Demokratisierungen".
4. Und sowas wird bei uns...
sfk15021958 30.04.2014
...als Demokratisierung verkauft!?! Wo man hinschaut, hat der Westen nur Chaos hinterlassen!
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Fläche: 1.676.198 km²

Bevölkerung: 6,253 Mio.

Hauptstadt: Tripolis

Staatsoberhaupt:
Akila Salih Issa

Regierungschef: Fayez al-Sarraj (nominiert)

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