Militäreinsatz Drei französische Soldaten in Libyen getötet

Im Krisenland Libyen sind drei Armeeangehörige aus Frankreich ums Leben gekommen. Die Regierung bestätigt damit erstmals indirekt, dass es einen Militäreinsatz in dem Land gibt.


Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hat bestätigt, dass drei Soldaten seiner Armee bei einem Einsatz in Libyen ums Leben gekommen sind. Nach Einschätzung französischer Medien ist es das erste Mal, dass die Präsenz französischer Armeeangehöriger in Libyen offiziell bestätigt wird.

Präsident François Hollande sagte, dass Frankreich in Libyen "gefährliche Aufklärungsoperationen" durchführe, in deren Rahmen es zu dem Hubschrauberunfall gekommen sei. Regierungssprecher Stéphane Le Foll sagte: "Die Spezialkräfte sind da, natürlich um zu helfen und dafür zu sorgen, dass Frankreich überall präsent ist, um gegen die Terroristen zu kämpfen."

Der nordafrikanische Staat kommt seit dem Sturz des ehemaligen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 nicht zur Ruhe. Milizen und rivalisierende Regierungen kämpfen um die Macht. In der Flüchtlingskrise hat das Land eine Schlüsselposition inne, Zehntausende warten dort auf die Überfahrt nach Europa.

Zudem ist die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Teilen des Landes aktiv. Der libysche IS-Ableger gilt als mächtigster Außenposten der Miliz und als Sammelbecken für Kader aus dem IS-Kerngebiet in Syrien und dem Irak.

Erst vor wenigen Wochen waren bei der Explosion einer Autobombe in der libyschen Stadt Benghasi zwölf Soldaten getötet worden. Sie gehörten zu Verbänden, die im Osten des Landes gegen islamistische Extremisten kämpften.

vks/dpa/Reuters



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