Bürgerkrieg Dutzende Tote bei Anschlag auf Polizeicamp in Libyen

Im Westen Libyens ist ein mit Sprengstoff beladener Laster vor einem Ausbildungszentrum für Polizisten explodiert. Bei dem Anschlag kamen Dutzende Menschen ums Leben, mehr als hundert weitere wurden verletzt.


Bei einem Anschlag auf ein Ausbildungszentrum der Polizei in Libyen sind zahlreiche Menschen getötet worden.

Libysche Nachrichtenagenturen berichteten von rund 60 Todesopfern sowie von mehr als 120 Verletzten bei dem Angriff auf das Trainingscamp der Polizei in Westlibyen. Die staatliche Nachrichtenagentur Lana berief sich bei den Angaben auf den Krankenhausdirektor der betroffenen Stadt Sliten.

Slitens Stadtrat teilte mit, ein mit Sprengstoff gefüllter Lastwagen sei in der Nähe einer Gruppe von Polizisten explodiert. Auf dem Gelände würden Sicherheitskräfte der Küstenwache ausgebildet. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Libyen versinkt seit dem Sturz des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi im Chaos. Das Land wird von Dutzenden bewaffneten Milizen beherrscht, es gibt zwei rivalisierende Parlamente und Regierungen.

Ähnliche Angriffe wie in Sliten waren in der Vergangenheit vom libyschen Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verübt worden. Der IS beherrscht in dem Land einen Küstenstreifen am Mittelmeer rund um die Stadt Sirte. Sliten ist allerdings nicht für Dschihadisten bekannt.

Um einen endgültigen Zerfall des Landes abzuwenden, hatten die libyschen Konfliktparteien unter Vermittlung der Uno kurz vor Weihnachten einen Friedensplan unterzeichnet. Er sieht die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit vor.

apr/AFP/dpa

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