Kämpfe in Libyen EU zieht Mitarbeiter aus Tripolis ab

Die Lage in Libyen bleibt gefährlich: Die Europäische Union hat nun ihre Mitarbeiter vorübergehend aus Tripolis abgezogen. Die Kämpfe um den Hauptstadtflughafen sind wieder aufgeflammt.

Rauchwolken über dem Treibstofflager (Archivbild): Einsatzkräfte der Feuerwehr bemühen sich weiter, das Feuer im Treibstofflager zu löschen
DPA

Rauchwolken über dem Treibstofflager (Archivbild): Einsatzkräfte der Feuerwehr bemühen sich weiter, das Feuer im Treibstofflager zu löschen


Brüssel - Die Sicherheitslage in Tripolis verschlechtert sich weiter: Deswegen hat die Europäische Union ihre internationalen Mitarbeiter vorübergehend aus Libyen abgezogen. Das teilte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Dies gelte für die EU-Delegation sowie die EU-Grenzschutzmission "Eubam Libya". "Unsere Kollegen haben die Grenze zu Tunesien am Morgen überquert", sagte der Sprecher.

Wegen der heftigen Kämpfe zwischen bewaffneten Milizen haben bereits Tausende Libyer das Land verlassen. Mehrere Staaten - darunter auch Deutschland - brachten ihre Diplomaten in Sicherheit und forderten ihre Bürger zur Ausreise aus dem nordafrikanischen Land auf.

Zwei Tage lang blieb es in Tripolis zuletzt relativ ruhig, nun sind die Kämpfe um den libyschen Hauptstadtflughafen wieder voll entbrannt. Milizen griffen den Flughafen mit schweren und leichteren Waffen an und verletzten dabei mehrere Wachleute. So zitiert die Nachrichtenagentur AFP einen Vertreter der Sicherheitskräfte am Airport. Auch entlang der wichtigen Zugangsstraße zum Flughafen und im Westen der Stadt kam es laut Augenzeugen zu Gefechten zwischen rivalisierenden Milizen. Aus dem Stadtzentrum waren Explosionen zu hören.

Unterdessen bemühten sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr weiter darum, ein am Sonntag durch Raketenbeschuss in Brand geratenes Treibstofflager zu sichern. Die Löscharbeiten waren aufgrund der Schusswechsel in den vergangenen Tagen immer wieder unterbrochen worden.

vek/dpa/AFP



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insgesamt 4 Beiträge
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muffelkopp 31.07.2014
1.
Es lebe der arabische Frühling! Diese katastrophale.Fehleinschätzung der Medien und der Naiven wird in die Geschichte eingehen, nur: ändern wird sich nichts.
moelln56 01.08.2014
2. Seltsam,
überall wo versucht wird eine Demokratie zu errichten, wird es abgelehnt. Das muss doch Gründe haben. Aber vielleicht ist Deutschland ein gutes Vorbild,denn unsere angebliche Demokratie wird wird ja auch sukzessive abgebaut.
wachsamer_bürger 01.08.2014
3. und wo genau ist jetzt der Nutzen für das libysche Volk?
und wo genau ist jetzt der Nutzen für das libysche Volk? Frieden weg. Gaddafi weg. Lebensnotwendige Infrastruktur weg, Sicherheit für Bevölkerung weg. Ach ja und Öl weg. Denn dem Volk kommt es ja wohl nicht mehr zu Gute. Man kann ja nicht sagen das habe man nicht gewusst, denn man hat ja militante Gruppierungen genutzt und unterstützt um Gaddafi zu vernichten.
skruffi 01.08.2014
4. Abgrund des arabischen Frühlings
Was hat die EU und NATO diesem Land angetan? Man wird wohl nie erfahren, was gerade F u. GB geritten haben, den islamistischen Rebellen den Hof für ihre Handlungen zu bereiten. Sicher, Gaddafi war ein (vom Westen mal hoch geschätzter) Potentat (wie viele andere in der Welt auch). Aber den Menschen in Libyen ging es für afrikanische Verhältnisse gut (Gesundheitssystem, Ausbildung etc.). Das alles wurde durch die EU und die NATO auf unab- sehbare Zeit zerstört. Viele deutsche Medien, auch der SPIEGEL, unter- stützten dieses absurde und gefährliche Eingreifen in einen innerstaatlichen Konflikt. Was wurde der arabische Frühling in den Medien begeistert gefeiert. Nun. In Tunesien weiß man noch nicht, wie es weiter- geht, Libyen und Syrien sind auf dem Weg des Zerfalls, in Ägypten wurde die demokratische gewählte Regierung durch einen Militärputsch abgelöst (man hört nichts vom Westen). So viel dazu.
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