Libyen Gaddafi-Sohn Saif al-Islam festgenommen

Die Flucht von Gaddafi-Sohn Saif al-Islam ist vorbei: Er wurde im Süden von Libyen gestellt und festgenommen, teilte die Übergangsregierung mit. Der 39-Jährige war seit Monaten unauffindbar. Nach ihm wird mit internationalem Haftbefehl gefahndet.


Tripolis - Saif al-Islam al-Gaddafi ist gefasst: Er sei im Süden des Landes in der Wüste gestellt worden, teilte der designierte libysche Justizminister Mohammed al-Allagui am Samstag in Tripolis mit. Kämpfer aus Sintan nahmen ihn nahe des Ortes Ubari, rund 650 Kilometer südlich von Tripolis, fest. Der Gaddafi-Sohn soll nun in Sitan in Gewahrsam bleiben, bis er der Regierung übergeben wird, hieß es weiter.

Er soll nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dapd in Begleitung zweier Gefährten gewesen sein, die versucht hätten, ihn in das Nachbarland Niger zu schmuggeln. Auch Leibwächter sollen bei Saif al-Islam gewesen sein. Zuletzt hatte es geheißen, dass er sich an der Grenze zu Niger und Algerien aufhalte, um mit Hilfe eines gefälschten Passes das Land zu verlassen.

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Gaddafi-Sohn Saif al-Islam: Das Ende einer Flucht
Indirekte Verhandlungen mit dem Strafgerichtshof

Gegen den 39-Jährigen wurde bereits im Oktober ein internationaler Haftbefehl erlassen. Der Internationale Strafgerichtshof sucht ihn wegen des Vorwurfs der Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Saif al-Islam hatte bereits versucht, mit Den Haag zu verhandeln.

Der Internationale Strafgerichtshof bestätigte indirekte Kontakte zu ihm: Chefankläger Luis Moreno-Ocampo hatte erklärt, Islam wolle sich möglicherweise dem Strafgerichtshof stellen.

Seit August untergetaucht

Der Gaddafi-Sohn wurde lange als Nachfolger seines Vaters gehandelt. Der Ex-Diktator war am 20. Oktober in seiner Heimatstadt Sirt von Kämpfern des Übergangsrates aufgespürt und getötet worden.

Saif al-Islam ist sein zweitältester und bekanntester Sohn. Er hatte durch Entschädigungszahlungen an Terroropfer maßgeblich die erfolgreiche Annäherung Libyens an den Westen vorangetrieben. Nach dem Beginn des Aufstands in Libyen radikalisierte er sich und stellte sich demonstrativ an die Seite seines Vaters. Noch am Tag der Einnahme von Tripolis im August hatte er sich kämpferisch vor internationalen Kameras gezeigt, danach hatte sich seine Spur verloren.

heb/AFP/Reuters/dpa/dapd

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gerdkonz 19.11.2011
1. Good luck ...
... na mal sehen wie lange er am Leben bleibt!
m.tulliuscicero 19.11.2011
2. Ich bin mir sicher...
Zitat von gerdkonz... na mal sehen wie lange er am Leben bleibt!
... dass die neuen, demokratisch gesinnten und den Menschenrechten verpflichteten Kräfte der Übergangsregierung und ihrer Rebellen dafür sorgen werden, dass ihm kein Haar gekrümmt wird.
Transmitter, 19.11.2011
3. Internationaler Strafgerichtshof
Zitat von gerdkonz... na mal sehen wie lange er am Leben bleibt!
Der Gaddafi-Sprössling kann uralt werden. Wenn er dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag überstellt werden kann. Wird er in Libyen vor ein Gericht gestellt, droht ihm in der Tat das Schicksal Saddam Husseins.
cour-age 19.11.2011
4. und das jetzt!
Zitat von sysopDie*Flucht von Saif al-Islam al-Gaddafi*ist vorbei:*Der*39-Jährige wurde im Süden von Libyen gestellt und festgenommen, teilte die Übergangsregierung mit.*Der Sohn des Ex-Diktators*war seit Wochen auf der Flucht, nach ihm sucht der*Internationale Strafgerichtshof. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,798751,00.html
Und das jetzt! Wo doch den bekannten Propagandaseiten nach gerade ein gewaltiger grüner Gaddafiaufstand mit vielen Armeen dabei ist, ganz Libyen zurückzuerobern... http://www.politaia.org/kriege/33-000-soldaten-der-libyschen-befreiungsarmee-treten-zur-kampf-an/ "15. November 2011 Mehr als 33.000 Kämpfer der libyschen Befreiungsarmee schreiten morgen zum Kampf, um das Land zu befreien. Die libysche Befreiungsarmee von Warfala, Sirte und Zliten besteht aus 23.000 Freiwilligen während die Armee der Region Ost-Tripolis 10.000 Mann stark ist. Die Verbände sind mit allen Waffen ausgerüstet. Die Armeen der südlichen Regionen und der Bergregionen im Osten versammeln sich ebenfalls. Alle diese Informationen stammen von Offizieren der Armee. Sie raten den Rebellen zur Flucht. Weiterhin bestätigen sie, dass das jüngste Ereignis in Warchafna nur als Ablenkung diente, um die Phase von morgen vorzubereiten."
01goal 19.11.2011
5. Endlich Gerechtigkeit!
Dieser ganze Gaddafi-Clan ist höchst kriminell und für Saif al-Islam sollte es zumindest auf eine lange Gefängnisstrafe hinauslaufen, um die Gerechtiggkeit zu wahren. Denn er muss in dem Imperium seines Vaters schon eine ganze Menge mitgewirkt haben, da er ja immerhin auch sein Nachfolger werden sollte.
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