Damaskus/Istanbul - In seinen mehr als 40 Jahren als libyscher Diktator häufte Muammar al-Gaddafi gewaltige Reichtümer an. Noch während in Libyen der Machtkampf tobte, an dessen Ende Gaddafi im Oktober 2011 getötet wurde, begann die Jagd auf die Gelder des Alleinherrschers.
Nun befeuert ein Bericht Spekulationen über bislang unentdeckte Vermögen Gaddafis. Dieser habe im Wüstensand einen Goldschatz vergraben, berichtete die libanesische Tageszeitung "Al-Diyar" auf ihrer Webseite. Hinweise auf den Schatz soll Gaddafis früherer Geheimdienstchef Abdullah Senussi bei Verhören geliefert haben. Er war Anfang September von Mauretanien an Libyen ausgeliefert worden.
Konkrete Angaben zum Ort des Verstecks finden sich in dem Bericht jedoch nicht. Senussi soll ausgesagt haben, dass nur einige frühere Offiziere und einer der Gaddafi-Söhne wüssten, wo das Gold lagere. Für die Lagerung der Goldbarren sei eigens ein Kellergewölbe gebaut worden.
Senussi sagte nach Angaben der Zeitung außerdem, Gaddafi habe den Goldvorrat während der Zeit angelegt, als die internationale Gemeinschaft wegen der Unterstützung von Terrorismus gegen Libyen beschlossen hatte. Die Uno-Sanktionen waren 1992 verhängt worden, 2003 wurden sie wieder aufgehoben.
Erfolgreiche Entwaffnungsaktionen in Tripolis und Bengasi
Derzeit kämpft die libysche Regierung damit, die Lage im Land zu befrieden, das in weiten Teilen noch immer von Milizen beherrscht wird. Eine Aktion zur Rückgabe von Waffen am Wochenende sei ein großer Erfolg gewesen, teilte die Armee als einer der Organisatoren mit. In der Hauptstadt Tripolis und im östlichen Bengasi hätten hunderte Menschen Waffen abgegeben.
"Dies war unsere erste Aktion, und es wird nicht die letzte sein", sagte ein Armeesprecher. Wegen des großen Andrangs sei die Rückgabeaktion am Samstag bis 22 Uhr Ortszeit verlängert worden. Jeder, der Waffen zurückgab, nahm an einer Verlosung teil, bei der es unter anderem zwei Autos zu gewinnen gab.
Hauptsächlich wurden laut einem der Organisatoren in Tripolis Gewehre abgegeben. Doch auch sechs hitzesuchende Raketen und ein Panzer seien unter den eingesammelten Waffen. In Bengasi zählte die Armee 730 leichte Waffen, 200 Handgranaten, 100 Land- und Panzerabwehrminen sowie 20.000 Schuss Munition. Seit Gaddafis Sturz und der Plünderung seiner Waffenlager kursieren Tausende von Waffen in Libyen.
Nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi am 11. September, bei dem unter anderem vier US-Bürger einschließlich Botschafter Chris Stevens getötet wurden, hatte es in Bengasi Massenproteste gegen die Milizen gegeben. Die Demonstranten forderten die Entwaffnung und Auflösung der bewaffneten Gruppen. Auch in der Hauptstadt Tripolis hatten am Freitag hunderte Menschen gegen die Milizen demonstriert.
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