Libyscher Ex-Diktator: Gaddafi soll Goldschatz in der Wüste versteckt haben

Ein Pressebericht sorgt in Libyen für Aufregung: Der vor einem Jahr getötete Diktator Muammar al-Gaddafi hat demnach Gold im Wüstensand vergraben lassen. Angeblich kennen nur wenige Menschen den Ort des Verstecks.

Diktator Gaddafi im Februar 2011: Ein Kellergewölbe für die Goldbarren? Zur Großansicht
REUTERS

Diktator Gaddafi im Februar 2011: Ein Kellergewölbe für die Goldbarren?

Damaskus/Istanbul - In seinen mehr als 40 Jahren als libyscher Diktator häufte Muammar al-Gaddafi gewaltige Reichtümer an. Noch während in Libyen der Machtkampf tobte, an dessen Ende Gaddafi im Oktober 2011 getötet wurde, begann die Jagd auf die Gelder des Alleinherrschers.

Nun befeuert ein Bericht Spekulationen über bislang unentdeckte Vermögen Gaddafis. Dieser habe im Wüstensand einen Goldschatz vergraben, berichtete die libanesische Tageszeitung "Al-Diyar" auf ihrer Webseite. Hinweise auf den Schatz soll Gaddafis früherer Geheimdienstchef Abdullah Senussi bei Verhören geliefert haben. Er war Anfang September von Mauretanien an Libyen ausgeliefert worden.

Konkrete Angaben zum Ort des Verstecks finden sich in dem Bericht jedoch nicht. Senussi soll ausgesagt haben, dass nur einige frühere Offiziere und einer der Gaddafi-Söhne wüssten, wo das Gold lagere. Für die Lagerung der Goldbarren sei eigens ein Kellergewölbe gebaut worden.

Senussi sagte nach Angaben der Zeitung außerdem, Gaddafi habe den Goldvorrat während der Zeit angelegt, als die internationale Gemeinschaft wegen der Unterstützung von Terrorismus gegen Libyen beschlossen hatte. Die Uno-Sanktionen waren 1992 verhängt worden, 2003 wurden sie wieder aufgehoben.

Erfolgreiche Entwaffnungsaktionen in Tripolis und Bengasi

Derzeit kämpft die libysche Regierung damit, die Lage im Land zu befrieden, das in weiten Teilen noch immer von Milizen beherrscht wird. Eine Aktion zur Rückgabe von Waffen am Wochenende sei ein großer Erfolg gewesen, teilte die Armee als einer der Organisatoren mit. In der Hauptstadt Tripolis und im östlichen Bengasi hätten hunderte Menschen Waffen abgegeben.

"Dies war unsere erste Aktion, und es wird nicht die letzte sein", sagte ein Armeesprecher. Wegen des großen Andrangs sei die Rückgabeaktion am Samstag bis 22 Uhr Ortszeit verlängert worden. Jeder, der Waffen zurückgab, nahm an einer Verlosung teil, bei der es unter anderem zwei Autos zu gewinnen gab.

Hauptsächlich wurden laut einem der Organisatoren in Tripolis Gewehre abgegeben. Doch auch sechs hitzesuchende Raketen und ein Panzer seien unter den eingesammelten Waffen. In Bengasi zählte die Armee 730 leichte Waffen, 200 Handgranaten, 100 Land- und Panzerabwehrminen sowie 20.000 Schuss Munition. Seit Gaddafis Sturz und der Plünderung seiner Waffenlager kursieren Tausende von Waffen in Libyen.

Nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi am 11. September, bei dem unter anderem vier US-Bürger einschließlich Botschafter Chris Stevens getötet wurden, hatte es in Bengasi Massenproteste gegen die Milizen gegeben. Die Demonstranten forderten die Entwaffnung und Auflösung der bewaffneten Gruppen. Auch in der Hauptstadt Tripolis hatten am Freitag hunderte Menschen gegen die Milizen demonstriert.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Bild!
hxk 30.09.2012
Zitat von sysopREUTERSEin Pressebericht sorgt in Libyen für Aufregung: Der vor einem Jahr getötete Diktator Muammar al-Gaddafi hat demnach Gold im Wüstensand vergraben lassen. Angeblich kennen nur wenige Menschen den Ort des Verstecks http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-gaddafi-soll-goldschatz-in-der-wueste-vergraben-haben-a-858810.html
Vom Nachrichtenwert würde diese 'Geschichte' gut zum Boulevard passen und es liesse sich such ein netter Film draus machen, aber was zum Geier hat euch bewogen diese Räuberpistole und der Rubrik Politik zu bringen?
2. optional
anti-de 30.09.2012
Gadaffi ermorden und dann behaupten, er hätte einen Schatz vergraben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
3.
ehf 30.09.2012
Zitat von hxkVom Nachrichtenwert würde diese 'Geschichte' gut zum Boulevard passen und es liesse sich such ein netter Film draus machen, aber was zum Geier hat euch bewogen diese Räuberpistole und der Rubrik Politik zu bringen?
Wer fällt den auf den Trick herein? Der wollte doch nur kostenlos die Wüste umgegraben haben, wie in dem bekannten Witz.
4.
marthaimschnee 30.09.2012
Zitat von sysopREUTERSEin Pressebericht sorgt in Libyen für Aufregung: Der vor einem Jahr getötete Diktator Muammar al-Gaddafi hat demnach Gold im Wüstensand vergraben lassen. Angeblich kennen nur wenige Menschen den Ort des Verstecks http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-gaddafi-soll-goldschatz-in-der-wueste-vergraben-haben-a-858810.html
gleich neben dem Nazigold, Lincolns Gold, Oliver Norths Gold, ..
5.
CMH 30.09.2012
Herrlich! Ich sehe schon die Massen losrennen und die Wüste umgraben. Naja, vielleicht wird ja dadurch das Bernsteinzimmer gefunden. Oder Atlantis.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Libyen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 37 Kommentare