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Vor Libyen: Hunderte Tote bei Untergang von Flüchtlingsboot befürchtet

Vor der Küste Libyens ist ein Boot mit 400 Flüchtlingen an Bord gekentert. Etwa die Hälfte von ihnen sei nach Angaben der Küstenwache gerettet worden, fast hundert Leichen wurden geborgen.

REUTERS

Das Boot mit etwa 400 Flüchtlingen an Bord stach von Zuwara aus in See, die Stadt im Westen Libyens gilt als Hochburg der Schleuser. Kurz darauf geriet das Schiff unweit der Küste in Seenot und kenterte.

Die libysche Küstenwache konnte nach eigenen Angaben rund 200 Menschen aus dem Mittelmeer retten. Sie seien in ein Gefangenenlager gebracht worden. In dem Bürgerkriegsland werden derzeit Tausende Migranten in überfüllten Camps festgehalten.

Die Hilfsaktion läuft noch, aber die Behörden befürchten, dass rund 200 Flüchtlinge bei dem Unglück ertrunken sind. Viele Menschen seien von den Schleusern unter Deck eingesperrt worden, als das Boot sank. Obwohl das Schiff nur rund einen Kilometer vor der Küste kenterte, kam so für viele jede Hilfe zu spät.

Laut eines Mitarbeiters des Roten Halbmondes wurden 82 Leichen geborgen. Ein Bewohner von Zuwara hatte der BBC zuvor gesagt, es seien rund hundert Leichen in das Krankenhaus der Stadt gebracht worden. Laut seinen Angaben stammen die Opfer aus Syrien, Pakistan, Bangladesch und mehreren afrikanischen Ländern. Zahlreiche weitere Leichen sollen noch im Wasser treiben, wegen der Dunkelheit konnten sie zunächst nicht geborgen werden.

Bislang sind in diesem Jahr nach Erkenntnissen der Internationalen Organisation für Migration mehr als 2300 Menschen bei dem Versuch ertrunken, Europa per Boot zu erreichen. Mindestens 100.000 Flüchtlinge haben Italien auf dem Seeweg erreicht, 160.000 sind über das Mittelmeer nach Griechenland gelangt.

syd/Reuters

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