Bürgerkrieg in Libyen Schattenregierung gibt zugunsten der Einheitsregierung auf

Im Machtkampf um die politische Führung in Libyen kommt Bewegung: Die von Islamisten dominierte Regierung trat zurück, damit ist der Weg frei für die von der Uno vermittelte Übergangsregierung.

Übergangspremier Fajes al-Sarradsch
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Übergangspremier Fajes al-Sarradsch


Die von Islamisten dominierte Schattenregierung in der libyschen Hauptstadt Tripolis tritt zurück. Nach eigenen Angaben habe sie ihren Regierungsanspruch zugunsten der von der Uno vermittelten Übergangsregierung aufgegeben.

In Libyen hatten zuletzt die islamistische Regierung in Tripolis und die international anerkannte Regierung in Tibruk konkurriert. Eine von den Vereinten Nationen vermittelte Einheitsregierung war erst vor wenigen Tagen in Tripolis eingetroffen.

Das Gremium um Ministerpräsident Fajes al-Sarradsch wollte die von Milizen kontrollierte Hauptstadt trotz Widerstands der Islamisten zu ihrem Sitz machen. Kurz nach ihrem Eintreffen in Tripolis kam es zu Zusammenstößen zwischen Unterstützern und Gegnern. Die Einheitsregierung saß zunächst auf einem Marinestützpunkt fest.

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Mit der neuen Regierung soll der seit fünf Jahren andauernde Bürgerkrieg beendet werden. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi bekämpfen sich zahlreiche bewaffnete Gruppen.

Sarradsch kündigte an, an einem Waffenstillstand, einer nationalen Aussöhnung und der Rückkehr von Vertriebenen sowie der Bekämpfung islamistischer Terroristen zu arbeiten. Der Westen hofft, dass die Regierung der nationalen Einheit der wachsenden Bedrohung Einhalt bieten kann, die von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ausgeht.

IS-Terror in Libyen

sun/dpa

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