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Libyen-Krieg: Viele Tote bei Kämpfen in Misurata

Bei Gefechten in der Rebellenhochburg Misurata sind mindestens 16 Menschen getötet und 71 verletzt worden. Die Aufständischen haben Großteile der Stadt offenbar unter Kontrolle - doch laut Augenzeugenberichten sind in einzelnen Häusern Scharfschützen von Machthaber Gaddafi.

Zerstörter Panzer in Misurata: Viele Todesopfer in umkämpfter Stadt Zur Großansicht
AFP

Zerstörter Panzer in Misurata: Viele Todesopfer in umkämpfter Stadt

Misurata - Die Rebellenhochburg Misurata war am Sonntag erneut Ort heftiger Gefechte zwischen Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi und den Aufständischen in dem Land. Dabei wurden mindestens 16 Menschen getötet, mindestens 71 weitere Personen seien verletzt worden, teilten Ärzte im größten Krankenhaus der Stadt mit. Zahlreiche Verletzte wurden in ein Zelt vor dem Krankenhaus gebracht, das als Notaufnahme dient, bevor die Verletzen auf die unterschiedlichen Stationen der Klinik gebracht werden. Am Sonntagabend waren in der Nähe des Krankenhauses Schüsse zu hören, berichtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP.

Der Fahrer eines Krankenwagens sagte, die Hauptverkehrsader der Stadt, die Tripolis-Straße, werde von den Aufständischen kontrolliert. In nahegelegenen Gebäuden seien aber noch Scharfschützen der libyschen Armee von Machthaber Muammar al-Gaddafi postiert. Über dem Himmel der Stadt war immer wieder abgefeuerte Leuchtmunition zu sehen - dem Krankenwagenfahrer zufolge Hilfesignale der Scharfschützen an die anderen Armeeeinheiten.

Nachdem die Nacht zum Sonntag in Misurata relativ ruhig verlaufen war, hatten die Kämpfe am Tag wieder an Heftigkeit zugenommen. Den ganzen Nachmittag über waren Nato-Flugzeuge im Einsatz zu hören. Das Militärbündnis teilte mit, dass zusätzliche Präzisionswaffen benötigt würden, um zivile Opfer zu vermeiden.

Misurata liegt 200 Kilometer östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis. Die libysche Armee belagert die von den Rebellen kontrollierte Stadt seit fast zwei Monaten. Aus der Stadt waren das ganze Wochenende heftige Gefechte gemeldet worden. Menschenrechtler und Kämpfer der Rebellen berichteten, bei den Angriffen seien erneut international geächtete Streubomben zum Einsatz gekommen. Die libysche Regierung wies die Vorwürfe zurück. Das Land habe diese Waffen nicht in seinem Arsenal, "und kein einziger Libyer ist daran ausgebildet worden", sagte der libysche Generalmajor Saleh Abdullah Ibrahim.

ulz/AFP

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1. Sozialausgaben senken - Rentner verhungern lassen!
...und gut ist`s 18.04.2011
16 Tote sind 16 Tote zu viel. Nur wird die Nato das letztendlich nicht verhindern können, sondern sie wird zwei mal die Arschkarte zu sehen bekommen. Die reguläre Armee wird sie als Feind ansehen und die Revoluzzer werden sie wegen der mangelnden Unterstützung nicht mögen.
2.
glücklicher südtiroler 18.04.2011
Zitat von sysopBei Kämpfen in der Rebellenhochburg Misurata sind mindestens 16 Menschen getötet und 71 verletzt worden. Die Aufständischen haben Großteile der Stadt offenbar unter Kontrolle - doch laut Augenzeugenberichten sind in einzelnen Häusern Scharfschützen von Machthaber Gaddafi. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,757600,00.html
Nach der Beschreibung handelt es sich um typische Straßenkämpfe in einer langsam zur Ruine werdenden Stadt. Dort ist der im Vorteil, der über gut ausgebildete und gut geführte Bodentruppen verfügt. Schwere Waffen sind nur sehr begrenzt einsetzbar und selbst die sogenannten Prezisionswaffen würden zu schweren Verlusten sowohl unter den Aufständischen als auch unter der Zivilbevölkerung führen. Beim Studium des Kriegsszenarios fällt mir Einiges auf... Die Gaddafitruppen passen sich der allierten Luftüberlegenheit immer besser an und wenden teilweise jene Taktiken an, die bsw. schon von der Roten Armee in den ersten Jahren(bei fast totaler Deutscher Luftüberlegenheit) des Rußlandfeldzuges angewendet wurden. Sie bleiben sehr nahe beim Gegner, verteilen und tarnen sich, nützen die widrige Natur(bsw. Sandstürme) aus und schlagen dann überraschend aus nicht erwarteten Richtungen und Orten zu. Reportern vor Ort wird schnell gewahr wie sehr bei ineffektiver Luftunterstützung die Rebellen ins Hintertreffen geraten und wie effektiv bsw. die Gaddafiloyalisten bsw. einen Sandsturm nützen können. "...said a sandstorm had prevented NATO aircraft from targeting government forces. Keep up with all the latest developments here "Once you have weather conditions like this, it means that the Gaddafi's forces are able to move on the highways, able to move very quickly,"... "They are able to set up their artillery barrages more precisely, getting their spotters forward. This means they are much more effective in these conditions, because they do not have to worry about any air strikes from above." http://english.aljazeera.net/news/africa/2011/04/2011417143931785695.html Das erkennt man auch in den Natostäben, deshalb auch der Ruf nach Bodentruppenbekämpfungsflugzeugen wie den Ac 130H und A10 bzw. weiteren zwei Dutzend Kampfflugzeugen für einen verstärkten heutigen strike-Einsatz. Die USA werden sich aber aus den bereits genannten Gründen wehren und deshalb wird wohl die Option weiterer verbündeter Flugzeuge "erwogen" werden. Letztendlich ist es aber eine Illusion zu glauben, man könne in einem Bürgerkrieg; die Akteure sind in erster Linie Stämme; nur per Luftkrieg eine Entscheidung erzwingen. Durch immer weitere Eskalationen macht man bestenfalls einen Ausstieg immer schwieriger. Bin für einen Vermittlungsversuch Afrikanischer bzw. Muslimischer Staaten; Südafrika oder die Türkei haben das nötige "Gewicht" und könnten mit beiden Seiten reden. Viele Grüße aus Südtirol...
3. Offenbar setzt die Nato in Libyen jetzt auch Streubomben ein
henniman 18.04.2011
Nachdem tagelang Uranmunition durch amerikanische Truppen benutzt wurde, bedienen sich nun französische Truppen der international geächteten Streumunition. In der Tat ist es richtig, dass Libyen über diese Waffen gar nicht verfügt. Umso verwerflicher ist nun die propagandistische Verdrehung der Tatsachen. Die durch Nato-Truppen eingesetzte geächtete Munition wird auch noch der Armee angelastet, die damit bekämpft wird. Es ist davon auszugehen, dass die Nato auch vor Giftgaseinsätzen nicht zurückschrecken wird, da sie mangels Bodentruppen auf besonders grausame Munition setzen muss. Nicht umsonst kündigte die Koalition beim kürzlichen Zusammentreffen einen Einsatz "aller Mittel" an. Sollte sich das bewahrheiten, sehe ich rabenschwarz für die derzeitigen Oberbefehlshaber dieser Truppen, was die spätere unweigerlich Verfolgung dieser Kriegsverbrechen angeht. Wir setzen daher auf eine möglichst lückenlose Dokumentation der derzeitigen Vorgänge. Presseverlautbaren der verantwortlichen Militärs und Politiker werden gesammelt genauso wie die Berichterstattung akribisch aufgezeichnet wird. Diese Beweismittel werden noch zum Einsatz kommen.
4. ist
cour-age 18.04.2011
Zitat von hennimanNachdem tagelang Uranmunition durch amerikanische Truppen benutzt wurde, bedienen sich nun französische Truppen der international geächteten Streumunition. In der Tat ist es richtig, dass Libyen über diese Waffen gar nicht verfügt. Umso verwerflicher ist nun die propagandistische Verdrehung der Tatsachen. Die durch Nato-Truppen eingesetzte geächtete Munition wird auch noch der Armee angelastet, die damit bekämpft wird. Es ist davon auszugehen, dass die Nato auch vor Giftgaseinsätzen nicht zurückschrecken wird, da sie mangels Bodentruppen auf besonders grausame Munition setzen muss. Nicht umsonst kündigte die Koalition beim kürzlichen Zusammentreffen einen Einsatz "aller Mittel" an. Sollte sich das bewahrheiten, sehe ich rabenschwarz für die derzeitigen Oberbefehlshaber dieser Truppen, was die spätere unweigerlich Verfolgung dieser Kriegsverbrechen angeht. Wir setzen daher auf eine möglichst lückenlose Dokumentation der derzeitigen Vorgänge. Presseverlautbaren der verantwortlichen Militärs und Politiker werden gesammelt genauso wie die Berichterstattung akribisch aufgezeichnet wird. Diese Beweismittel werden noch zum Einsatz kommen.
ist das jetzt eine bewusst inszenierte Provokation, oder glauben Sie wirklich, was sie da schreiben? Sie haben natürlich auch die letzten 10 Jahre Gaddafi-Tyrannei akribisch dokumentiert, und bereits in DenHaag abgegeben?
5. noch mal
cour-age 18.04.2011
und das passiert dort wohl auf beiden Seiten gleichermassen... (oder sind die Ihnen genehmen Videos Wirklichkeit, die Ihnen nicht genehmen lediglich Propaganda?) (und war das ein regulärer Soldat? oder ein Mörder? oder ein Vergewaltiger? Wissen Sie es?) und warum sich dieser Hass aufstaut, das fragen Sie sich nicht? Ist er die Folge eines mörderischen Tyrannen? Ist dies die tolle aufgeschlossene libysche Gesellschaft, die Sie und Ihresgleichen uns hier seit Wochen vorbeten? Oder ist das das Ergebnis einer brutalen Tyrannei? Eben brutale Menschen? Fragen Sie sich das auch nicht? Dieses Video zeigt nur eines um so mehr: Gaddafi und sein System müssen weg. Ich danke Ihnen für diesen Beitrag. Erschreckend, was so ein mörderisches System hervorbringt...
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