Libyen Küstenwache findet fast 100 Migranten in Kühllaster - acht Tote

Die libysche Stadt Suwara gilt als Hauptausgangsort für Flüchtlinge, die illegal das Mittelmeer überqueren. Dort wurden nun fast 100 Migranten in einem Laster entdeckt, darunter sechs tote Kinder.


In Libyen sind in einem Kühllaster fast 100 Migranten entdeckt worden. Sechs Kinder und zwei Erwachsene überlebten die Fahrt nicht. Die libysche Küstenwache rettete nach eigenen Angaben mehr als 90 Menschen. Diese seien ins Krankenhaus gebracht worden. Ihr Zustand sei zum Teil ernst.

Der Laster sei nahe der Stadt Suwara gefunden worden. Die Gegend gilt als Hauptausgangsort für Flüchtlinge in Libyen, die versuchen, illegal über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

Bilder der lokalen Sicherheitskräfte in Suwara zeigten das Innere des Kühllasters, in dem neben den Flüchtlingen auch Schwimmwesten und etliche Behälter mit Treibstoff untergebracht gewesen seien. Die Menschen kamen nach Angaben der Küstenwache aus afrikanischen und arabischen Ländern, es seien aber auch Migranten aus Pakistan und Bangladesch darunter gewesen.

Die Entdeckung erinnert an einen Fall in Österreich vor drei Jahren. Damals starben 71 Flüchtlinge in einem Kühllastwagen auf dem Weg nach Deutschland. Vier Schlepper wurden daraufhin von einem ungarischen Gericht zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Libyen ist nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi ins Chaos gestürzt. Unzählige bewaffnete Milizen kämpfen um die Macht. In dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland haben sich inzwischen große Netzwerke für den Menschenhandel etabliert.



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