+++ Libyen-Liveticker +++ Paris erklärt westliche Allianz für einsatzbereit

Die Vorbereitungen für einen Militärschlag gegen Libyen sind der französischen Regierung zufolge abgeschlossen. Machthaber Gaddafi lässt seinen Sprecher beteuern, er halte sich an den Waffenstillstand. Nun bittet er die Türkei und Malta um Hilfe bei der Umsetzung. Die Ereignisse im Liveticker.

AP

+++ Rotes Kreuz kehrt nach Bengasi zurück +++

[18.37 Uhr] Das Rote Kreuz hat seine Arbeit in der Rebellenhochburg Bengasi wieder aufgenommen. Das gab die Organisation am Abend in Genf bekannt. Vor zwei Tagen waren die Helfer aus Sicherheitsgründen aus der Stadt abgerückt.

+++ Kabinett plant Awacs-Beschluss für nächste Woche +++

[18.16 Uhr] Die Bundesregierung will das Mandat für eine deutsche Beteiligung am Awacs-Einsatz der Nato in Afghanistan schnell beschließen. Ein Kabinettsbeschluss werde für Mittwoch angestrebt, sei aber noch nicht sicher, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Nach dem Kabinett muss auch der Bundestag ein Awacs-Mandat billigen. Mit der Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes will die Bundesregierung die Nato entlasten und damit einen deutschen Militäreinsatz in Libyen vermeiden.

+++ Pariser Gipfel will Gaddafis Waffenstillstand analysieren +++

[17.59 Uhr] Die französische Regierung erwartet von dem Libyen-Gipfel am Samtag klare Entscheidungen. In Paris müsse eine Weichenstellung für den geplanten Militäreinsatz gegen Machthaber Gaddafi erfolgen, sagte Außenminister Juppé. Alles stehe bereit, das Treffen werde entscheidend sein, sagte er nach mehrstündigen Beratungen mit Präsident Sarkozy. Bei dem Gipfel werde es auch darum gehen, die jüngsten Erklärungen Gaddafis über einen Waffenstillstand zu analysieren. Dazu werden auch Vertreter der Arabischen Liga sowie der Länder erwartet, die die Uno-Resolution unterstützten.

+++ "New York Times"-Reporter kommen frei +++

[17.48 Uhr] Vier verschwundene Journalisten der "New York Times" sind doch in der Gewalt des libyschen Regimes. Gaddafi-Sohn Saif al-Islam habe die Festnahme der Vier in einem Interview mit dem US-Sender ABC bestätigt und ihre Freilassung angekündigt, meldete die Zeitung. "Sie sind illegal in das Land gekommen, und als die Armee Adschdabija von den Terroristen befreit hat, wurden sie als Ausländer festgenommen", sagte der 38-Jährige in dem Interview. Wenige Tage zuvor hatte die libysche Führung noch eine Festnahme bestritten und sogar versprochen, bei der Suche nach den "Vermissten" zu helfen.

Fotostrecke

9  Bilder
Libyen-Resolution: Pro und contra Kampfeinsatz

+++ Luftüberwachung kann beginnen +++

[17.39 Uhr] Der Westen ist einsatzbereit. Frankreichs Außenminister Alain Juppé sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Vorbereitungen für einen Militärschlag gegen Libyen seien abgeschlossen. Nähere Details wollte er allerdings nicht mitteilen. Zu dem von Gaddafi erklärten Waffenstillstand sagte er, dieser müsse im gesamten Land umgesetzt werden - nicht nur in der Region um Benasi. "Wir müssen die Bedingungen für diesen Waffenstillstand analysieren."

+++ Libysche Regierung bestreitet fortdauernde Angriffe +++

[17.16 Uhr] Die libysche Regierung beteuert, den verkündeten Waffenstillstand einzuhalten. Ein Sprecher sagte, am Freitag seien keine militärischen Operationen auf Misurata oder andere Städte gestartet worden. Libyen bittet nun die Türkei und Malta um Hilfe dabei, den Waffenstillstand durchzusetzen und zu überwachen.

+++ Sorge und Euphorie im Internet +++

[17.15 Uhr] Nach der Uno-Resolution wankt die Stimmung der libyschen Internetgemeinde zwischen Sorge und Euphorie. "Heute übernehmen die Rebellen die Kontrolle", schreibt der Twitter-User libyanfsl. Libyen werde bald frei sein, stimmt Internet-User wriseup zu. "Wir sind in der letzten Phase des Aufstandes angekommen. Gaddafi wird scheitern." Andere blicken mit Sorge in die Zukunft und sehen Parallelen zu vergangenen westlichen Einsätzen. "Irak wirft bereits seine Schatten auf uns", schreibt daliah3. "Wie können wir den gleichen Kräften trauen, die immer noch Afghanistan kontrollieren?"

+++ EU verständigt sich auf weitere Sanktionen +++

[17.09 Uhr] Die EU-Staaten haben sich auf weitere Sanktionen gegen Libyen geeinigt. Experten beschlossen eine Liste mit Personen, deren Vermögen eingefroren werden soll. Darauf stehen elf Vertreter der libyschen Führung sowie neun Wirtschaftseinheiten wie Banken und Unternehmen. Das gaben EU-Diplomaten in Brüssel bekannt. Den Vertretern aus dem Umkreis Gaddafis wird zudem die Einreise verweigert. Die Sanktionen könnten bereits am Montag bei einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel offiziell beschlossen werden.

+++ Pentagon für möglichen Einsatzbefehl bereit +++

[16.53 Uhr] Das US-Verteidigungsministerium ist für den Fall eines Militäreinsatzes in Libyen vorbereitet. Das Pentagon könne jederzeit entsprechende Einsatzbefehle ausführen, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums.

+++ Italien bietet seine Luftwaffenbasen für Militäraktion an +++

[16.39 Uhr] Italien will nach Angaben von Außenminister Franco Frattini seine Luftwaffenstützpunkte für mögliche militärische Aktionen gegen Libyens Führung zur Verfügung stellen. Die "aktive Beteiligung" Italiens inklusive der erlaubten Nutzung der Militärbasen sei bereits in Gang gesetzt worden, sagte Frattini in Rom. Verteidigungsminister Ignazio La Russa sagte indes, Italien werde sich nur an einer gemeinsamen militärischen Aktion gegen Libyen beteiligen, wenn das Parlament grünes Licht dafür gebe. "Unserer Meinung nach muss das Parlament den Einsatz unserer bewaffneten Streitkräfte autorisieren", sagte der Minister im Parlament. Italien galt bislang als enger Freund des Gaddafi-Regimes.

+++ Berlin verhandelt mit Nato über Awacs +++

[16.27 Uhr] Die Bundesregierung führt mit der Nato bereits Gespräche über einen möglichen deutschen Einsatz bei den Awacs-Aufklärungsflügen in Afghanistan. Kanzlerin Merkel sagte, es werde darüber beraten, "ob wir im Rahmen der Gesamtbelastung der Nato Aufgaben übernehmen könnten". Dies gelte zum Beispiel im Bereich der Awacs in Afghanistan. Mit dem zusätzlichen Afghanistan-Einsatz soll die Nato bei einem möglichen militärischen Eingreifen in Libyen entlastet werden. Die Gespräche mit der Nato führen Außenminister Westerwelle und Verteidigungsminister de Maizière.

+++ Libysches Staats-TV schweigt zu Waffenstillstandsankündigung +++

[16.24 Uhr] Das libysche Staatsfernsehen gilt als Propaganda-Instrument von Machthaber Gaddafi. Dieser Funktion wird der Sender offenbar auch jetzt gerecht: Dem britischen Rundfunksender BBC zufolge hat der Kanal bislang noch nicht über die Waffenruhe berichtet, die Libyens Außenminister am Freitag angekündigt hatte. Stattdessen gebe es Berichte über Pro-Gaddafi-Demonstrationen.

insgesamt 158 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bohrendeworte 18.03.2011
1. Das brauchen wir jetzt.
Ein Krieg ist genau das, was die Welt im Moment am dringensten braucht.
baggertonia 18.03.2011
2. Volltreffer
Zitat von bohrendeworteEin Krieg ist genau das, was die Welt im Moment am dringensten braucht.
Kann mich hier nur anschließen.
mor69 18.03.2011
3. Ach was ...
Zitat von baggertoniaKann mich hier nur anschließen.
Die Welt braucht noch weniger eine schweigende Staatengemeinschaft, die zusieht, wie ein Diktator das eigene Volk umbringt! Gerade mit der deutschen Vergangenheit kann ich solches Weggucken und auch die deutsche Enthaltung im Sicherheitsrat nicht verstehen!
MatthyK, 18.03.2011
4. Wahltaktik wichtiger als Werte
Zitat von bohrendeworteEin Krieg ist genau das, was die Welt im Moment am dringensten braucht.
Den Krieg gibt es doch bereits. "Die Welt" hat ihn nicht begonnen, darf sich der Realität doch aber nicht verweigern. Es geht jetzt darum, Einfluss darauf zu nehmen, welche Seite ihn am Ende gewinnt. Soll das tatsächlich der Diktator sein, der sich entschieden hat, auf Gewalt zu setzen, um seine schwindende Macht zu sichern? Was ist denn das für ein Signal an alle Diktatoren in der Welt? Welche Zukunft hätte das libysche Volk zu erwarten, wenn man nur zusieht und nichts unternimmt, obwohl man die Möglichkeiten dazu hätte? Eine Schande ist es jedenfalls, dass die Bundesregierung sich solchen Fragen aus wahltaktischen Gründen lieber verweigert.
luftpumpe1 18.03.2011
5. einen Voelkermord
Zitat von bohrendeworteEin Krieg ist genau das, was die Welt im Moment am dringensten braucht.
... braucht sie nie
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.