Luftschläge in Libyen Explosionen in Tripolis geben Rätsel auf

Die libysche Hauptstadt Tripolis ist offenbar von Flugzeugen überflogen worden, heftige Explosionen folgten. Das berichten Einwohner am Montagmorgen. Wer für die Luftschläge verantwortlich ist, ist bisher unklar.


Tripolis - Luftschläge in der Hauptstadt geben derzeit in Libyen Rätsel auf: Wie die Zeitung "Al-Wasat" berichtete, waren in der Nacht zum Montag Bombardements in einem Gebiet südlich von Tripolis zu hören. Ein Reporter der Zeitung meldete fünf Explosionen. Wer dafür verantwortlich war, blieb zunächst unklar. Auch die Übergangsregierung erklärte, sie habe keine Erkenntnisse über die Angriffe. Sie ordnete eine Untersuchung an und bat "befreundete Staaten" um Hilfe.

In Tripolis liefern sich Milizen aus Zintan und Misrata seit Wochen blutige Kämpfe um den Flughafen der Hauptstadt. "Al-Wasat" zufolge sollen die Luftangriffe nun islamistischen Milizen aus Misrata gegolten haben.

Libyen kommt seit dem Sturz des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 nicht zur Ruhe. Milizen, die aus den verschiedenen Rebellengruppen während des Bürgerkriegs hervorgegangen sind, prägen die Lage in dem Land. Am vergangenen Mittwoch forderte das Parlament mehrheitlich eine ausländische Militärintervention, um die Zivilisten zu schützen. Wegen der Gewalteskalation haben die meisten internationalen Botschaften ihr Personal aus dem nordafrikanischen Land abgezogen.

UNHCR schickt Medikamente und Decken

Hilfe für die Bevölkerung kommt nun vom Uno-Flüchtlingshilfswerk: UNHCR schickt Medikamente, Decken und andere Hilfsgüter von Tunesien nach Libyen, die dort von Partnerorganisationen in der Stadt Sawija - rund 45 Kilometer westlich der Hauptstadt - an etwa 12.000 Flüchtlinge verteilt wurden. UNHCR hat nach eigenen Angaben zwar ein eigenes Lager in Tripolis, kommt aber wegen der Gefechte nicht mehr an die Hilfsgüter heran.

Laut dem Flüchtlingswerk fehlt es in Tripolis an Benzin, Lebensmitteln und Wasser. Hilfsorganisationen schätzen, dass mindestens zwei Millionen Menschen durch die Lebensmittelknappheit bedroht sind. Auch das Gesundheitssystem leide, weil zahlreiche Mitarbeiter in Kliniken wegen der andauernden Gewalt ausgereist seien.

vek/dpa/Reuters



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dschungelmann 23.08.2014
1. Das stinkt nach den
Noch ein paar Bomben mehr auf Libyen. In der Pressse ist Libyen ein "schwarzens Loch". Kein Wasser in Tripolis. Na brave . dAhats ja nur 50 Grad momentan. Irre.
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