Libyen Luftschlag stoppte Panzertreck vor Bengasi

Mit einem massiven Bombardement haben westliche Streitkräfte den Vormarsch von Gaddafi-Truppen verhindert. Das Schlachtfeld an der Straße von Adschdabija in Richtung Bengasi erstreckt sich über mehrere Kilometer. Für die Rebellen kam der Entlastungangriff gerade noch rechtzeitig.

AFP

Hamburg - Tote Soldaten liegen zwischen Dutzenden ausgebrannten Panzern und zerstörten Militärfahrzeugen. Einige Fahrzeuge brennen noch Stunden nach dem Angriff, dichter Rauch steht über dem Schlachtfeld. Mehrere Rebellen haben einen zerstörten Panzer erklommen, schwenken die alte Fahne mit Stern und Halbmond, durchsuchen die Trümmer nach brauchbaren Überresten. Die Straße zwischen Bengasi und Adschdabija bietet ein Bild der Verwüstung.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters war kurz nach dem verheerenden Angriff vor Ort, seine Fotos zeigen die zerstörerische Effektivität der Luftangriffe.

Das Schlachtfeld, etwa 50 Kilometer vor Bengasi erstreckt sich über mehrere Kilometer, berichtet die "New York Times". Die Geschütztürme und Kanonen der Militärfahrzeuge zeigen noch Richtung Bengasi. Am Straßenrand würden sogar einige intakte Panzer stehen. Die überlebenden Soldaten von Gaddafi hätten sich offenbar mit zivilen Pkw in Sicherheit bringen können, zitiert die Zeitung einen Offizier, der sich den Rebellen angeschlossen hat.

Klar ist: Die Luftangriffe haben Gaddafis Vormarsch im letzten Moment gestoppt. Noch am Samstag regierte in der Rebellenhochburg die Angst, Tausende Menschen flüchteten aus der zweitgrößten Stadt des Landes in Richtung Ägypten. Nach klaren Bodengewinnen waren Gaddafis Truppen am Freitag und Samstag auf die Rebellenbastion im Osten des Landes vorgerückt.

Am Samstag hatten die westlichen Streitkräfte dann ihre Luftangriffe gegen die libysche Armee gestartet. Als erste griffen französische Flieger die Panzerverbände an, später folgten US-Tarnkappenbomber. Weiter im Westen trafen mindestens 110 Marschflugkörper und Bomben strategische Ziele der regimetreuen Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi. Es ist der größte Angriff westlicher Streitkräfte auf ein arabisches Land seit der Irak-Invasion der USA und Großbritanniens vor acht Jahren.

Gaddafi-Gegner lassen sich auf dem Schlachtfeld fotografieren

Wie viele Opfer die Luftangriffe bislang gefordert haben, ist unklar. Während die USA zunächst mitteilten, die Wirkung der ersten Angriffe könne nicht exakt festgestellt werden, meldete das libysche Staatsfernsehen 48 Tote und 150 Verletzte. Es berief sich auf das libysche Oberkommando; die Angaben konnten nicht unabhängig bestätigt werden. Aus dem US-Verteidigungsministerium hieß es, man sei zuversichtlich, dass die libysche Flugabwehr von der ersten Welle schwer getroffen worden sei.

Nach dem Bombardement trauen sich die Bewohner nun wieder nach El Waifia, 35 Kilometer von der Rebellenhochburg entfernt, um sich von der Wirkung der Luftangriffe der internationalen Koalition gegen die Truppen von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi zu überzeugen.

In den Trümmern, zwischen zerstörten T-72- und T-55-Panzern und Lastwagen mit Raketenwerfern suchen die bisher militärisch weit unterlegenen Aufständischen nach Munition und Sprengstoff, der noch verwendet werden könnte. Einige Regimegegner lassen sich auf dem Schlachtfeld fotografieren, andere durchsuchen die Taschen der getöteten Kämpfer.

Die Rebellen fordern aber, dass sie damit aufhören sollen. Sie sollten die Ruhe der Toten respektieren, die auch Muslime seien. Die Soldaten sollen vor Ort beerdigt werden.

cte/Reuters/AFP/dapd

insgesamt 71 Beiträge
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mardas 20.03.2011
1. Tja, die Rebellen freut's, die Araber hassen es.
Zitat von sysopMit einem massiven Bombardement haben westliche Streitkräfte den Vormarsch von Gaddafi-Truppen auf Bengasi verhindert. Das Schlachtfeld*an der Straße Richtung Adschdabija erstreckt sich über mehrere Kilometer.*Für die Rebellen kam der Entlastungangriff*gerade noch rechtzeitig. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,752112,00.html
Schade, dass die Rebellen nicht die Masse der Araber darstellen... Die sind nämlich schon wieder dabei, auf Al-Jazeera-Facebook die Luftschläge als Ölverschwörung darzustellen und die angeblichen genozidalen Tendenzen der "kaffirs" herauszustellen. Hier gut zu sehen: http://www.facebook.com/aljazeera/posts/118816301528079
timewalk 20.03.2011
2. Urangeschoss
---Zitat--- Mehrere Rebellen haben einen zerstörten Panzer erklommen ---Zitatende--- Wollen wir ma hoffen das keine Uranhaltige Munition eingesetzt wird/wurde ... http://de.wikipedia.org/wiki/Uranmunition
turo 20.03.2011
3. ohne Titel
Zitat von timewalkWollen wir ma hoffen das keine Uranhaltige Munition eingesetzt wird/wurde ... http://de.wikipedia.org/wiki/Uranmunition
Was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen?
turo 20.03.2011
4. ohne Titel
Zitat von timewalkWollen wir ma hoffen das keine Uranhaltige Munition eingesetzt wird/wurde ... http://de.wikipedia.org/wiki/Uranmunition
Was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen?
jgb 20.03.2011
5. xxx
Das hätte man doch alles schon vor vier Wochen haben können. Da könnten eine Menge Menschen noch leben.
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