Libyen Milizen schießen auf Demonstranten - Dutzende Tote und Hunderte Verletzte

Mit einer friedlichen Demonstration wollten Libyer Milizen aus der Hauptstadt Tripolis vertreiben. Doch die Bewaffneten eröffneten das Feuer auf die Menge. Laut Gesundheitsministerium starben mehr als 30 Menschen, knapp 300 wurden verletzt.

Demonstranten in Tripolis: Milizen feuern auf Protestzug
DPA

Demonstranten in Tripolis: Milizen feuern auf Protestzug


Tripolis - Milizen haben am Freitag in Libyen das Feuer auf Demonstranten eröffnet, die den Rückzug der Kampfbrigaden aus der Hauptstadt Tripolis forderten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom späten Abend sind mindestens 31 Menschen getötet und 285 weitere verletzt worden, die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf den Ministerpräsidenten von 27 Toten und 235 Verletzten. Zunächst waren geringere Opferzahlen genannt worden. Das Gesundheitsministerium rief die Menschen auf, Blut zu spenden.

Imame und der Mufti der Hauptstadt hatten in den Freitagsgebeten hinter den Demonstrationen gegen alle Milizen aufgerufen. Hunderte Bürger waren danach zum Hauptquartier bewaffneter Brigaden marschiert, um diese mit friedlichen Mitteln zu vertreiben. Milizionäre aus der Stadt Misurata hätten bei Ankunft der Demonstranten erst in die Luft, dann auf die Demonstranten geschossen, die zum Teil weiße Fahnen bei sich trugen. Daraufhin stürmten Mitglieder anderer Milizen die Gebäude und steckten sie in Brand.

Ministerpräsident Ali Seidan forderte nach den Vorfällen alle Milizen auf, Tripolis zu verlassen.

Erst vor einer Woche hatten sich rivalisierende Milizionäre in Tripolis heftige Gefechte geliefert. Dabei war ein Mann getötet worden.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 waren die Milizionäre zunächst als Helden gefeiert worden, doch weigern sie sich seitdem, ihre Waffen abzugeben oder sich in die neuen Sicherheitskräfte einzugliedern. Die Milizen bekämpfen sich auch gegenseitig und widersetzen sich der Aufforderung der schwachen Zentralregierung, die Hauptstadt Tripolis zu verlassen. Im Oktober wurde Ministerpräsident Seidan zeitweise von Bewaffneten entführt.

fab/AFP/dpa/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 78 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jochen1978 15.11.2013
1. vermutlich
hat Libyen nur die Wahl zwischen Chaos und brutaler Diktatur.
rubjack 15.11.2013
2. .
Zitat von sysopDPAMit einer friedlichen Demonstration wollen Libyer Milizen aus der Hauptstadt Tripolis vertreiben. Doch die Bewaffneten eröffneten das Feuer auf die Menge. Mindestens 13 Menschen starben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-milizen-schiessen-auf-demonstranten-in-tripolis-a-933916.html
Ist doch egal, hauptsache Demokratie. Da müssen die paar Opfer in Kauf genommen werden.
David67 15.11.2013
3. Die Misrata-Milizen als Helden???
Das waren doch die, die Gaddafi und seine Sohn auf widerliche weise gelyncht hatten. Solchen Abschaum hat die NATO an die Macht gebombt.
bumminrum 15.11.2013
4. westliche bomben
haben sich doch gelohnt. Das ist jetzt die Freiheit..
Pandora0611 15.11.2013
5. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns ...
Zitat von sysopDPAMit einer friedlichen Demonstration wollen Libyer Milizen aus der Hauptstadt Tripolis vertreiben. Doch die Bewaffneten eröffneten das Feuer auf die Menge. Mindestens 13 Menschen starben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-milizen-schiessen-auf-demonstranten-in-tripolis-a-933916.html
... und wer gegen uns ist, wird *"terminiert"!* Der Plebs hat die Wahl. Entweder mit uns heulen, oder als "Kollateralschaden" enden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.