Mittelmeer Flüchtlingsboot kentert vor Libyen - Dutzende Tote vermutet

Etwa 90 Menschen sind offenbar bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste gestorben. Die meisten Flüchtlinge sollen aus Pakistan stammen.

Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste (Archivbild)
AP

Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste (Archivbild)


Ein Flüchtlingsboot mit mehr als 90 Menschen an Bord ist vor Libyen gekentert. Das berichtet die Organisation für Migration (IOM). Es wird befürchtet, dass die meisten Flüchtlinge und Migranten ertrunken sind, sagte eine IOM-Sprecherin in Tunis.

Es gebe bislang nur drei Überlebende: Zwei seien an Land geschwommen, ein weiterer sei von Fischern gerettet worden. Laut den Überlebenden stammen die meisten Menschen, die sich an Bord befanden, aus Pakistan. Zwei der Überlebenden waren Pakistaner, der dritte Libyer.

Ein Such- und Rettungseinsatz sei vor der Hafenstadt Zuwara im Nordwesten Libyens im Gange, sagte die Sprecherin, Olivia Headon. Nach ihren Angaben gab es in der Region keinen Sturm. Das Boot soll aber sehr voll gewesen sein.

Rettungskräfte hatten schon am vergangenen Wochenende von dramatischen Rettungseinsätzen berichtet. Bei einem Bootsunglück kamen nach Aussagen von Überlebenden bis zu 40 Menschen ums Leben. Geborgen wurden aber lediglich zwei Leichen.

Die Zahl der Pakistaner hat auf der Flüchtlingsroute über das Mittelmeer in diesem Jahr stark zugenommen. 240 Migranten aus dem Land kamen 2018 bereits in Italien an, im Januar vergangenen Jahres waren es nur neun. Nach Migranten aus Eritrea und Tunesien stellten Pakistaner die größte Gruppe im Januar.

SPIEGEL TV über Menschenschmuggel in Libyen

SPIEGEL TV

mho/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.