Festnahme in Libyen Drahtzieher des Bengasi-Anschlags unterwegs in die USA

Erfolg für Barack Obama: US-Sicherheitskräfte haben den mutmaßlichen Drahtzieher der Bengasi-Attacke festgesetzt. Er wird derzeit in die USA transportiert. Bei dem Anschlag war auch der amerikanische Botschafter umgekommen.


Washington - US-Spezialeinheiten haben einen mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags auf das amerikanische Konsulat in Bengasi festgenommen. Dies bestätigte das Weiße Haus. Präsident Barack Obama teilte mit, er habe die Festnahme persönlich autorisiert.

Es ist das erste Mal, dass ein mutmaßlich an dem Attentat aus dem Jahr 2012 Beteiligter festgenommen wurde.

Wie die "Washington Post" berichtet, haben die US-Einheiten den Verdächtigen nahe Bengasi festgenommen. Der Gründer und Führer der libyschen islamistischen Terrorgruppe Ansar al-Scharia sei am Sonntag gefasst worden, hatte das Pentagon zuvor mitgeteilt. Nun sei Ahmed Abu Chattala, wie der Mann den Angaben zufolge heißt, in US-Gewahrsam auf einem Schiff. Zuvor hatte das FBI Chattala offenbar über Monate verfolgt und überwacht. Präsident Obama kündigte an, er werde jetzt in die USA gebracht. Der Prozess gegen ihn wird laut US-Beamten vor einem amerikanischen Gericht und nicht im Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba geführt werden.

Er sei eine "Schlüsselfigur" des Angriffs vom 11. September 2012, bei dem der US-Botschafter Christopher Stevens und drei Wachleute ums Leben kamen. Chattala soll persönlich am Anschlag beteiligt gewesen sein, der als Rache für den Tod des Qaida-Vizes Abu Jahja al-Libi gewertet wurde. Libi war durch einen amerikanischen Drohnenangriff ums Leben gekommen.

"Meilenstein unserer Bemühungen um die Bengasi-Aufklärung"

Die Festnahme ist ein großer Erfolg für Barack Obama. Der Präsident stand jahrelang massiv in der Kritik, weil die Sicherheitsdienste die Schuldigen des Anschlags nicht ausfindig machen konnten. Laut "Washington Post" feierte ein amerikanischer Offizieller die Festnahme: Sie sei eine Erinnerung daran, dass die USA ihre Worte wahrmachen würden, wenn sie ankündigten, jemanden zur Rechenschaft zu ziehen.

Jay Carney, Sprecher des Weißen Hauses, sagte: "Die Festnahme ist nicht das Ende unserer Bemühungen um die Bengasi-Aufklärung, aber sie markiert einen wichtigen Meilenstein."

Besonders US-Außenministerin Hillary Clinton wurde nach der Attacke kritisiert. Laut einem später erschienen Untersuchungsbericht des Senats hätte der Anschlag verhindert werden können. Schon vor dem Attentat hatte es zwei kleinere Anschläge auf die amerikanische Vertretung gegeben.

Trotz Warnungen der Geheimdienste habe Clinton das Konsulat nicht geschlossen und damit den Tod von US-Bürgern riskiert, so die Kritik. Zudem wurde der Außenministerin vorgeworfen, den terroristischen Hintergrund des Themas anfänglich verheimlicht zu haben. Damals befand sich Obama mitten im Wahlkampf gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Vertreter der Regierung hatten die Attacke zunächst als spontanen Protest gegen ein in den USA produziertes antiislamisches Schmähvideo dargestellt. Erst später schwenkten Clinton und Obama geschlossen auf die Linie ein, dass islamistische Extremisten für den Angriff verantwortlich gewesen seien.

Auch heute ist die Diskussion zur Attacke von 2012 nicht beendet. Kürzlich richtete das Repräsentantenhaus einen Untersuchungsausschuss zu Bengasi ein.

kes/AP/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 110 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
KingTut 17.06.2014
1. Glückwunsch ...
Zitat von sysopREUTERSErfolg für die US-Sicherheitskräfte: Sie haben den mutmaßlichen Drahtzieher der Bengasi-Anschläge festgenommen und halten ihn außerhalb Libyens fest. Bei dem Anschlag war vor zwei Jahren unter anderem der amerikanische Botschafter umgekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-mutmasslicher-drahzieher-des-bengasi-anschlags-gefasst-a-975777.html
... an unsere amerikanischen Freunde. Möge der Drahtzieher, sollte seine Schuld nachgewiesen werden, seine gerechte Strafe bekommen.
hermann_huber 17.06.2014
2. Tja.
Offensichtlich können die Sicherheitsbehörden der USA Ihren Job. Wäre prima wenn es bei uns wieder ähnlich wäre und nicht 1 Jahre Döner die andere Döner morden gesucht wurden. Deutschland= Bürokratie Ineffizienz & kaputtzgesparen
Wolffpack 17.06.2014
3.
Zitat von sysopREUTERSErfolg für die US-Sicherheitskräfte: Sie haben den mutmaßlichen Drahtzieher der Bengasi-Anschläge festgenommen und halten ihn außerhalb Libyens fest. Bei dem Anschlag war vor zwei Jahren unter anderem der amerikanische Botschafter umgekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-mutmasslicher-drahzieher-des-bengasi-anschlags-gefasst-a-975777.html
INB4 USA-Bashing. Ich warte schon auf die Begründung, warum der Botschafter das in irgendeinerweise verdient hat, die Drohnen ja sowieso, blabla. @topic: Schön das sie den gekriegt haben. Hoffentlich kriegen sie den Rest des Terrorpacks auch noch.
sitiwati 17.06.2014
4. was schert
uns die Souveränität eines Landes ! überhaupt nicht!
carahyba 17.06.2014
5. aufgepasst auf die Überschrift ...
Zitat von KingTut... an unsere amerikanischen Freunde. Möge der Drahtzieher, sollte seine Schuld nachgewiesen werden, seine gerechte Strafe bekommen.
Dieser Mann ist *mutmaßlicher* Drahtzieher. Mehr wissen Sie und ich nicht. Glückwünsche kann man immer gebrauchen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.