500 Tonnen Gefahrstoffe Reste von libyschem Chemiewaffenprogramm vernichtet

Die Chemikalien stammten aus der Ära des libyschen Machthabers Gaddafi: Laut Bundesregierung wurden in Deutschland die letzten 500 Tonnen der Stoffe verbrannt, aus denen Chemiewaffen entstehen sollten.

Chemikalien in der libyschen Wüste (Oktober 2011)
AP

Chemikalien in der libyschen Wüste (Oktober 2011)


Rund 500 Tonnen Chemikalien aus Libyen sind in einer Entsorgungsanlage in der Lüneburger Heide vernichtet worden. Dabei ging es um Ausgangsstoffe für die Herstellung chemischer Waffen. Der Abschluss der Arbeiten soll am 11. Januar mit einem Festakt auf dem Firmengelände gefeiert werden, teilten das Auswärtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium mit.

Die Chemikalien waren demnach im September 2016 von der libyschen Hafenstadt Misrata über Bremen zur Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten (Geka) gebracht worden. Die bundeseigene Geka im niedersächsischen Munster ist das derzeit einzige deutsche Unternehmen mit der Berechtigung zur systematischen Vernichtung von Chemiewaffen.

Die Stoffe stammen aus der Ära des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, der 2011 von Rebellen gestürzt und später getötet worden war. Sie wurden in Munster bis zum 23. November ganz überwiegend durch Verbrennung vernichtet.

Bei dem Material handele es sich nicht um chemische Waffen, hatte ein Geka-Sprecher bei Beginn der Aktion betont. Vielmehr gehe es um Industriechemikalien, die noch zahlreiche Fertigungsstufen von einsetzbaren C-Waffen entfernt gewesen seien. In Munster waren zuvor auch Reststoffe von C-Waffen aus Syrien verbrannt worden.

cte/dpa



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