Libyen Sarkozys Ehefrau verhandelt über Freilassung der Krankenschwestern

Vielleicht sind sie bald in Freiheit: Die Gattin von Frankreichs Präsident Sarkozy und EU-Außenkommissarin Ferrero-Waldner sollen in Libyen die Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern erreicht haben - das berichten französische Medien.


Tripolis - Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi hat laut des französischen Nachrichtenmagazins "Le Point" mit Cecilia Sarkozy und Benita Ferrero-Waldner über die Freilassung der inhaftierten bulgarischen Krankenschwestern gesprochen - demnach könnten die Krankenschwestern möglicherweise bereits in wenigen Stunden in ihre Heimat zurückkehren.

Inhaftierte Krankenschwestern: Verhandlungen über ihre Freilassung laufen
DPA

Inhaftierte Krankenschwestern: Verhandlungen über ihre Freilassung laufen

Man hoffe, dass "diese Situation, die so schmerzhaft ist und bereits so lange andauert, in humanitärem Geist gelöst werden kann", teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Die libyschen Behörden bestätigten die Ankunft von Cecilia Sarkozy und Präsidentenberater Claude Gueant.

Den fünf Krankenschwestern und einem palästinensischen Arzt wird vorgeworfen, 400 libysche Kinder in einer Klinik vorsätzlich mit Aids-Viren infiziert zu haben. Die Todesstrafe war in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt worden. Außerdem erhielten die Opfer eine Millionen-Entschädigung. Cecilia Sarkozy und Gueant sollten die Krankenschwestern an Bord der französischen Präsidentenmaschine nach Sofia begleiten, schreibt das Blatt unter Berufung auf libysche Quellen.

Eine erste Tripolis-Reise von Cecilia Sarkozy und Claude Gueant hatte jüngst zu Verärgerung in der EU geführt, die sich seit langem um die Freilassung der Krankenschwestern bemüht. Nicolas Sarkozy hatte ins Auge gefasst, am Mittwoch nach Libyen zu fliegen, wenn der glückliche Ausgang der Affäre gesichert ist. Paris will bei der Modernisierung des Krankenhauses von Bengasi helfen, in dem die Kinder mit dem HI-Virus infiziert worden waren.

flo/dpa/AFP



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