Mittelmeer Schlauchboot mit mehr als 100 Flüchtlingen gekentert

Nach dem Untergang eines Bootes vor der Küste Libyens werden Dutzende Migranten vermisst. 14 Flüchtlinge konnten bisher gerettet werden.

Flüchtlingsboot im Mittelmeer (Archivbild)
DPA/ AP/ Küstenwache Lybien

Flüchtlingsboot im Mittelmeer (Archivbild)


Ein Boot mit mehr als 100 Flüchtlingen an Bord ist vor der Küste Libyens gekentert. Dies teilte die libysche Marine mit. "Es ist noch nicht klar, ob die 100 ertrunken sind", sagte ein Sprecher der Marine. "Wir warten immer noch auf ein Wort über ihr Schicksal von einem Marineschiff in der Gegend."

14 Flüchtlinge seien gerettet worden, sagte der Sprecher. Wie viele Menschen genau zum Zeitpunkt des Unglücks an Bord waren, war zunächst unklar. Die Küstenwache hat nach eigenen Angaben bisher drei tote Babys geborgen.

Die laufende Woche ist laut Ärzte ohne Grenzen mit mindestens 220 Ertrunkenen die tödlichste im Mittelmeer in diesem Jahr gewesen - da war das neue Unglück noch nicht bekannt.

Zuletzt war mehreren privaten Rettungsschiffen von Hilfsorganisationen die Einfahrt in Häfen verwehrt worden. Zuerst durfte die "Aquarius" von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée mit rund 600 Migranten an Bord nicht mehr in Italien anlegen. Sie musste nach Spanien ausweichen. Dann saßen etwa 230 Flüchtlinge und 17 deutsche Crewmitglieder der Dresdner Organisation Mission Lifeline fast eine Woche auf dem Meer fest, weil sie nirgends anlegen durften. Nach langem Hin und Her konnte das Schiff nach Malta - gegen den Kapitän wird dort ermittelt.

Video: Unterwegs mit libyschen Sicherheitskräften

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mho/dpa/AFP



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