Libyen Tote bei Angriff auf Wahlkommission in Tripolis

Bei einem Angriff auf die Wahlkommission in der libyischen Hauptstadt Tripolis sind mehrere Menschen getötet worden. Über der Stadt stieg eine dichte Rauchsäule auf.

Tripolis (Archiv)
AP

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Bei einem Angriff auf die Wahlkommission in Libyen sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Das sagte ein Sprecher der Wahlkommission der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach sollen zwei Selbstmordattentäter an dem Anschlag beteiligt gewesen sein.

Eine Bestätigung für diese Angaben gibt es bislang nicht. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat den Anschlag für sich reklamiert.

Ein Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte, bei dem Angriff auf den Sitz der Kommission im Bezirk Ghout al-Shaal in der Hauptstadt Tripolis habe es auch Verletzte gegeben. Nach Angaben von Augenzeugen waren rund um das Gebäude Schüsse zu hören. Eine schwarze Rauchsäule stieg auf.

Wahlen finden möglicherweise Ende des Jahres statt

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrschen in zahlreichen Gebieten bewaffnete, islamistische Milizen. Die international anerkannte Regierung in Tripolis übt über weite Teile Libyens keine Kontrolle aus.

In der Hauptstadt hatte sich die Sicherheitslage seit vergangenem Sommer grundsätzlich aber verbessert. Damals hatten Regierungstruppen mit verbündeten Milizen ihre Rivalen aus der Stadt vertrieben.

Außenminister Mohamed Taher Siala sagte dem SPIEGEL kürzlich, er rechne mit Wahlen Ende 2018 oder Anfang 2019. Voraussetzungen seien aber "Verbesserungen für die Bürger", sonst würde die Wahlbeteiligung zu gering ausfallen, sagte Siala. "Und die Politiker müssen überzeugt werden, dass der richtige Weg die Wahlen sind." Dafür müsse es ein erfolgreiches Verfassungsreferendum geben.

apr/cte/AFP/Reuters



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