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Uno-Sondervermittler: "Wir dürfen Libyen nicht einfach aufgeben"

Brennende Ölraffinerie in Libyen (Archivaufnahme): Der IS breitet sich immer mehr aus Zur Großansicht
AFP

Brennende Ölraffinerie in Libyen (Archivaufnahme): Der IS breitet sich immer mehr aus

Der IS breitet sich immer weiter in Libyen aus. Uno-Sondervermittler Kobler hofft, dass die neue Einheitsregierung die Extremisten stoppen kann. Er fordert im SPIEGEL ein stärkeres Engagement Deutschlands in dem Krisenstaat.

Uno-Sondervermittler Martin Kobler warnt vor einer immer stärkeren Rolle des "Islamischen Staats" (IS) in Libyen. Es fehle "das Bewusstsein, dass man gegen diese Gefahr zusammenstehen muss", sagte er dem SPIEGEL.

Die Extremisten dehnten sich zunehmend nach Osten und Westen, vor allem aber Richtung Süden aus. "Wenn der IS sich erst mit Terrororganisationen im Niger und im Tschad zusammentut, wird es sehr, sehr schwer, ihn zurückzudrängen", sagt Kobler. Viel Zeit bleibe nicht mehr. Es sei aber sein Ziel zu verhindern, "dass Libyen zum Syrien der Zukunft wird".

Kobler fordert deshalb ein stärkeres deutsches Engagement in dem nordafrikanischen Krisenstaat. "Eine Ausbildungsmission ist nötig - dabei könnte auch die Bundeswehr eine wichtige Rolle spielen", schlägt er vor. "Wenn Deutschland und andere Länder dazu bereit wären, wäre das gut."

Es sei ein Fehler gewesen, Libyen nach dem Aufstand 2011 nicht zu unterstützen. "Und genau deswegen ist es nun so wichtig, das Land nicht erneut alleinzulassen. Wir brauchen eine präventive Politik, das sieht man an Syrien und Irak, wo wir den Ereignissen hinterherlaufen", fordert der deutsche Diplomat. "Wir dürfen Libyen nicht einfach aufgeben."

Kobler hatte zwischen den zerstrittenen Regierungen und Parlamenten im Osten und Westen des Landes eine Vereinbarung erwirkt, die zu einer Einheitsregierung führen soll: "Hätten wir im Dezember nicht das Abkommen von Skhirat vermittelt, dann wäre Libyen heute noch viel tiefer gespalten."

Dass das international anerkannte Parlamentin Tobruk die Zusammensetzung der gemeinsamen Regierung in dieser Woche abgelehnt hat, will er nicht als Misserfolg sehen, sondern als Teil des politischen Prozesses: "Hätten wir im Dezember nicht das Abkommen von Skhirat vermittelt, dann wäre Libyen heute noch viel tiefer gespalten."

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Hallo???????
christian0061 30.01.2016
Vielleicht erinnert sich noch jemand daran, wer das einst stabile Libyen zerstört hat? Welch ein Desaster lieber Westen! Und ab Sommer ist das Mittelmeer wieder voller Flüchtlingsboote!
2. ReparationsKriege
alternativestimme 30.01.2016
Man koennte sprechen von Reparationskriegen ReparationsKriege sind Kriege worin man krampfhaft versucht das Resultat von vorherigen Kriegen zu aendern,weil die so desastroes verlaufen sind und zu Katastrophen gefuehrt haben.Die Liste der misslungenen Kriege ist lange:Irak,Afganistan,Somalie,Yemen,Ukraine ,Syrien,Lybien.Georgien,mit vielen Menschenrechtsverletzungen+immensen Fluechtlingstroemen.Geldsummen belaufen sich auf Hunderten v Miliarden Euro fuer EU.Man hat einfach USA-WeltKriege finanziert,Folge verlorenes Ansehen i/d Welt als Marionnet-Kriegstreiber v USA,sichselbst beschaedigend in Wirtschaftsinteressen+historischen Wachstumschancen.Europa Untergang bringend statt Wohlstand.Fuer diese Politik sollte man die EU-NatoMinister sofort entlassen
3. Vielen Dank an unsere Freunde ...
mobes 30.01.2016
Wir haben Libyen bereits aufgegeben. Unsere Freunde, die USA, England und speziell Frankreich haben das Land zerbombt und Gaddafi ermordet. Der arabische Frühling hat uns die IS beschert. Was erwarten wir jetzt. Natürlich nur noch die Flüchtlinge. Und wenn ich in diesem Land leben würde, wäre ich auch bereits geflüchtet.
4. Der Fluch der bösen Tat,
diekhus 30.01.2016
um das mit Peter Scholl-Latour zu sagen. Deutschland hat sich der Stimme enthalten, als die Natostaaten USA , England , Frankreich und Italien meinten, Libyen erobern, pardon, befreien zu müssen und der damalige Aussenminister Westerwelle wurde dafür unflätig , von Medien und Politik , beschimpft. Nun soll Deutschland aber mit in diesen Dreckskarren gezogen werden , den obige Staaten aufgebaut haben. Wir können uns dort nur ebenso die Finger dreckig machen und mit Blut besudeln. Mögen diese Staaten nun auch dafür sorgen , dass sie das was sie anfingen , ein wenigst halbwegs positives Ende findet. Solidarität mit mit Mördern, die mal eben einen souveränen Staat mit Waffengewalt kippten udn ins Chaos stürzten , ist völlig daneben.
5. mit einer
akosia 30.01.2016
wird das nicht getan sein. Die Fronten sind verhärtet, die großen Clans, die schon weit vor Gadaffis Zeit das Land beherrschten, sind restlos zerstritten. In dieses "führerlose Gebilde" drückt sich der IS. Europa muss zuerst einmal dieses Land verstehen, vor militärischen Aktionen sei gewarnt.
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