Logistische Probleme: Erste freie Wahlen in Libyen verschoben

Zum ersten Mal seit rund vier Jahrzehnten sollen die Einwohner Libyens ihre Stimme abgeben. Jetzt wurden die ersten freien Wahlen verschoben - offenbar gibt es logistische Probleme. Der Urnengang soll nun im Juli stattfinden.

Chef der libyschen Wahlkommission Nuri al-Abbar: "Technische und logistische Probleme" Zur Großansicht
REUTERS

Chef der libyschen Wahlkommission Nuri al-Abbar: "Technische und logistische Probleme"

Tripolis - Die libysche Wahlkommission hat Schwierigkeiten, die ersten freien Wahlen nach dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi zu organisieren. Sie seien durch das große Interesse der Wähler überrascht worden, sagte der Chef der Wahlkommission, Nuri al-Abbar, am Sonntag in Tripolis. Demnach hätten sich mehr als 2,7 Millionen Libyer als stimmberechtigt registrieren lassen. Der ursprünglich für den 19. Juni geplante Urnengang musste nun laut Kommission wegen technischer und logistischer Probleme verschoben werden.

Die Wahlen sollen knapp drei Wochen später als geplant am 7. Juli stattfinden. Bei dem Urnengang entscheiden die Libyer über die Zusammensetzung einer 200-köpfigen Versammlung. Über 2000 Kandidaten stellen sich zur Wahl. Die Versammlung soll den bisher regierenden Nationalen Übergangsrat ersetzen und eine neue Verfassung für das nordafrikanische Land ausarbeiten.

Das Wahlgesetz trat erst am 18. Januar in Kraft, sagte Al-Abbar. Seither habe man sowohl die Registrierung von Kandidaten und Wählern als auch den Wahlkampf organisieren müssen. "Das ist eine sehr kurze Zeit, vor allem für ein Land, in dem es seit einem halben Jahrhundert keine Wahlen gegeben hat", sagte Al-Abbar.

Es ist das erste Mal seit rund vier Jahrzehnten, dass die Libyer zur Wahlurne gehen können. Der frühere libysche Machthaber Gaddafi lehnte Wahlen als "undemokratisch" ab. Aufständische hatten das Gaddafi-Regime im vergangenen Jahr nach jahrzehntelanger Herrschaft in einem monatelangen blutigen Kampf gestürzt. Gaddafi war bei der Einnahme seines Heimatortes Sirte im Oktober von Kämpfern der Übergangsregierung getötet worden.

Bis heute kommt es in verschiedenen Landesteilen immer wieder zu gewaltsamen Machtkämpfen etwa zwischen ehemaligen Rebelleneinheiten und Stammeskriegern.

lgr/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Inkasso Washington wünscht guten Appetit in Libyen
edmond_d._berggraf-christ 10.06.2012
Das große Ölgemetzel ist angerichtet: Nach bewährtem Rezept haben die VS-Amerikaner auch in Libyen wieder in aber auch jedes stille Örtchen des Landes gegriffen und sind dort fündig geworden; und diese Funde, welche von einfachen Kriminellen bis hin zu den äußersten mohammedanischen Eiferern reichen, haben sie bewaffnet und auf die arglose libysche Regierung gehetzt und als diese sich dann gewehrt hat, da haben die VS-Amerikaner diese allerlei Gräuelmärchen bezichtigt und ihre neuen Günstlinge mit einem infernalischen Todesregen an die Macht gebombt; wo diese nun schlimmer im Land hausen als die alte Regierung dies angeblich getan haben soll. Doch damit nicht genug: Das in die Machtbereiche vieler Kleintyrannen aufgesplitterte Land erwartet nun ein blutiger und langer Kampf um das liebe Öl, denn davon lebt das Land und jeder Machthaber versucht nun sich seinen Beuteanteil zu sichern. Gut, daß die VS-Amerikaner so viele Waffen nach Libyen geliefert haben, damit auch jeder schießen kann.
2.
Atheist_Crusader 10.06.2012
Natürlich gibt es logistische Probleme. Die lokalen Druckereien sind halt nur dafür ausgestattet EINE Ladung im Voraus ausgefüllter Wahlzettel herzustellen. Wenn also jede Partei welche will, dann dauert das eben entsprechend länger.
3. kultur und tradition
Onkel_Karl 11.06.2012
Zitat von sysopZum ersten Mal seit rund vier Jahrzehnten sollen die Einwohner Libyens ihre Stimme abgeben. Jetzt wurden die ersten freien Wahlen verschoben - offenbar gibt es logistische Probleme. Der Urnengang soll nun im Juli stattfinden. Libyen verschiebt die ersten freien Wahlen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,838037,00.html)
Libyen hatte keine zentrale Regierung,in Libyen gibt es mehr,als 100 Stämme und diese Stämme je nach Region,wurden mit Geld aus Tripolis ausgezahlt und ein Stamm selbst hat das Geld dann verwaltet. So ging es 40 Jahre lang,es gab jährlich eine Stammes -Versammlung mit allen Stämmen, Jamahiriya-System von Gaddafi sah es vor ,dass die Regierung an sich in die Belange der Stämme nicht einmischte,es liegt an der Kultur und Tradition dieser Völker. Ich will damit sagen,dass andere Länder andere Sitten haben,die wir nie verstehen werden und sie können unsere Kultur nicht verstehen,um beide Seiten zu Austausch der Kulturen zu "zwingen" geht doch nicht durch ein Krieg,sondern Dialog und ein Rundes Tisch. Libyen hatte den höchsten Lebens-Standart in ganz Afrika,während manche Länder ihr Land ausbeuten und die Bevölkerung hungert,obwohl täglich Öl verkauft wird. Gaddafi brauchte die Stämme und die Stämme bekamen Geld und verwalten es sebst,so hat es 40 Jahrelang funktioniert und was wird jetzt kommen? Es werden die Salafisten gewinnen,das Land ist zerstört,die Milliarden sind weg...das führt zwangsweise zu Kämpfen..
4. kultur und tradition
Onkel_Karl 11.06.2012
Zitat von sysopZum ersten Mal seit rund vier Jahrzehnten sollen die Einwohner Libyens ihre Stimme abgeben. Jetzt wurden die ersten freien Wahlen verschoben - offenbar gibt es logistische Probleme. Der Urnengang soll nun im Juli stattfinden. Libyen verschiebt die ersten freien Wahlen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,838037,00.html)
Libyen hatte keine zentrale Regierung,in Libyen gibt es mehr,als 100 Stämme und diese Stämme je nach Region,wurden mit Geld aus Tripolis ausgezahlt und ein Stamm selbst hat das Geld dann verwaltet. So ging es 40 Jahre lang,es gab jährlich eine Stammes -Versammlung mit allen Stämmen, Jamahiriya-System von Gaddafi sah es vor ,dass die Regierung an sich in die Belange der Stämme nicht einmischte,es liegt an der Kultur und Tradition dieser Völker. Ich will damit sagen,dass andere Länder andere Sitten haben,die wir nie verstehen werden und sie können unsere Kultur nicht verstehen,um beide Seiten zu Austausch der Kulturen zu "zwingen" geht doch nicht durch ein Krieg,sondern Dialog und ein Rundes Tisch. Libyen hatte den höchsten Lebens-standart in ganz Afrika,es waren ja keine unterdrückte Stämme(es hätte niemals 40 Jahre lang gut gegangen) von denen Gaddafi seine Taschen voll mit Geld stopfte(hat er auch 100% gemacht aber es war nun mal viel Geld da),Staat vergab Kredite ohne Zinsen,kostenlose med. Versorgung. Benzin für 7 Cent und ein Jeep für 7.500 Euro . Wer nicht arbeitet bekommt Stütze vom Staat(wie bei uns Hartz 4).. Und wenn man ihre Städte anschaut...alles sauber,sogar der letzte Hinterhof ...sehr gute Strassen und schöne Häuser. Gaddafi hatte so viel Geld,dass er auf Turismus ganz verzichtet hat,Alkohol war streng verboten. Gaddafi kannte seine Stämme und wusste er braucht sie,deswegen autonome Gebiete,selbstverwaltung und man musste zu Armee-Dienst..das wars. Ich hatte die Möglichkeit in Tripolis zu sein vor 4 Jahren,als unsere Politiker ihn so gerne hatten und gute Geschäfte abgeschlossen wurden. Es war kein Katar oder Saudi Arabien,man konnte gefahrlos durch die Strassen gehen,alles wa tip top..nur ein Problem gab es dort,nämlich das sich Jungs und Mädchen nicht so einfach kennenlernen konnten,da Disko und Alkohol verboten waren und gearbeitet haben dort meistens Tunesier,Egypter,Chinisen... Gaddafi war ohne Zweifel nicht ganz dicht im Kopf und unberechenbar für den Westen aber er hat die Lage unterschätzt und hat dafür mit seinem Leben bezahlt,wie andere tausende libyer . Und jetzt will man die ersten demokratische Wahlen durchführen,jetzt wo jeder eine RPG im Schrank hat und AK47 unter dem Kissen...wenn der Kandidat nicht passt...bum bum gibt es dort und so wird es kommen..17 Milliarden hat das Regime an das Volk gezahlt und jetzige Regierung sagt,sorry wir können nicht so viel Geld ausgeben..also haben diese wohlhabende libyer aus der Langeweile und Überfluss an allem gekämpft und bekommen jetzt freie Wahlen..das Land ist ganz zerstört und auf Jahre destabilisiert aber ...freie Wahlen.
5. 33reward
Onkel_Karl 11.06.2012
Zitat von edmond_d._berggraf-christDas große Ölgemetzel ist angerichtet: Nach bewährtem Rezept haben die VS-Amerikaner auch in Libyen wieder in aber auch jedes stille Örtchen des Landes gegriffen und sind dort fündig geworden; und diese Funde, welche von einfachen Kriminellen bis hin zu den äußersten mohammedanischen Eiferern reichen, haben sie bewaffnet und auf die arglose libysche Regierung gehetzt und als diese sich dann gewehrt hat, da haben die VS-Amerikaner diese allerlei Gräuelmärchen bezichtigt und ihre neuen Günstlinge mit einem infernalischen Todesregen an die Macht gebombt; wo diese nun schlimmer im Land hausen als die alte Regierung dies angeblich getan haben soll. Doch damit nicht genug: Das in die Machtbereiche vieler Kleintyrannen aufgesplitterte Land erwartet nun ein blutiger und langer Kampf um das liebe Öl, denn davon lebt das Land und jeder Machthaber versucht nun sich seinen Beuteanteil zu sichern. Gut, daß die VS-Amerikaner so viele Waffen nach Libyen geliefert haben, damit auch jeder schießen kann.
Diese freie Wahlen sind ein Versprechen der Rebellen an NATO und EU und jetzt wird die geben..man muss ja wenigstens so tun,damit die Welt sehen kann,wie frei Libyen ist. Ein Land mit Tradition von Jahrhunderten soll jetzt nach unserem Vorbild leben...Das ist ein Land in dem Stämme herrschen...sie verstehen unsere Kultur nicht und werden diese Sünde nie annehmen un da jetzt al qaida Flagge über Tripolis weht,wird es in Libyen noch sehr sehr lange keinen Frieden geben,man hat ja an dem Vorfall am Flughafen gesehen wer die Macht hat..die Regierung ist nicht in der Lage eigenes Flughafen zu schützen,weil Stamm aus Sintan es einfach besetzt hat und durchsucht. Die sitzen doch in dem Palast von Gaddafi,während das Land zu Grunde geht...das ist ein Resultat wenn man mit Gewalt eine Regierung beseitigen will und kein Plan fürs "danach" hat...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Libyen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 8 Kommentare
  • Zur Startseite

Fläche: 1.775.500 km²

Bevölkerung: 6,355 Mio.

Hauptstadt: Tripolis

Staatsoberhaupt:
Nuri Ali Abu Sahmain

Regierungschef: Ali Seidan (per Misstrauensvotum des Amtes enthoben); Abdullah al-Thani (zurückgetreten)

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | Libyen-Reiseseite


Karte