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Islamisches Recht: Libyen will seine Gesetze der Scharia anpassen

Die libysche Flagge: Gesetzgebung soll an islamisches Recht angepasst werden Zur Großansicht
REUTERS

Die libysche Flagge: Gesetzgebung soll an islamisches Recht angepasst werden

Islamisten fordern seit langem die Islamisierung des Rechts in Libyen. Nun soll ein Komitee tatsächlich die Gesetze an der Scharia ausrichten. Über den Beschluss des Justizministeriums herrscht in dem konservativen Land große Übereinstimmung.

Tripolis - Die Scharia soll in Zukunft die libysche Gesetzgebung bestimmen. Ein Komitee soll die vorhandenen Gesetze dem islamischen Recht anpassen. Das geht aus einem Dokument des Justizministeriums hervor, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Die 16 Mitglieder des Komitees sollen auf Vorschlag des Muftis und des Obersten Gerichts vom Justizministerium ernannt werden. Der Mufti ist die oberste religiöse Autorität in Libyen. Auch Professoren islamischer Universitäten sollen diesem Gremium angehören. Die geänderten Gesetze sollen anschließend vom Generalkongress, dem obersten Gesetzgebungsorgan des Landes, besprochen und verabschiedet werden.

Islamisten fordern die Änderung der bestehenden Rechte schon seit langem. Auch über eine neue Verfassung berät sich der Kongress - darin soll auch die Rolle der Frauen und Minderheiten geregelt werden. In dem überwiegend konservativen Land ist es weitgehend Konsens, dass die neue Rechtsordnung in Einklang mit der Scharia stehen soll. Ohnehin ist das Recht aus der Zeit des 2011 gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi stark inspiriert von islamischen Rechtsvorstellungen.

Unterdessen wurde bei einem Bombenanschlag in der östlichen Stadt Bengasi ein islamischer Geistlicher getötet. Wie die Luftwaffe mitteilte, wurde der frühere Offizier, der in einer Moschee der Luftwaffe predigte, von einer Bombe unter seinem Auto getötet. Seit dem Sturz Gaddafis vor zwei Jahren ist die frühere Rebellenhochburg Schauplatz zahlreicher Anschläge auf frühere Offiziere, Richter und Beamte Gaddafis.

vek/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 75 Beiträge
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1.
uban1 14.11.2013
Yep, der arabische Frühling führt nicht zur Demokratie sondern zu islamistischen Gesellschaften. Anscheind bekommen wir jetzt das arabische Öl etwas günstiger, dafür gabs dann demokratische Bomben zur Unterstützung.
2.
Trainspotter 14.11.2013
Natürlich war Gaddafi ein schrecklicher Despot, aber dennoch war nicht alles unter seiner Regierung schlechter. Das selbe gilt auch für einige andere Länder, wie Ägypten und den Iran (auch wenn diese Revolution schon wesentlich länger her ist, aber dennoch ein gutes Beispiel dafür ist, wie sich eine Islamisierung auf die Zukunft auswirken kann).
3. Danke Ihr Menschenrechtler!
Erda 14.11.2013
Zitat von sysopREUTERSIslamisten fordern seit langem die Islamisierung des Rechts in Libyen. Nun soll ein Komitee tatsächlich die Gesetze an der Scharia ausrichten. Über den Beschluss des Justizministeriums herrscht in dem konservativen Land große Übereinstimmung. Libyen will seine Gesetze der Scharia anpassen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-will-seine-gesetze-der-scharia-anpassen-a-933625.html)
Die ganzen westlichen Menschenrechtler sollte man nach Libyen, Afghanistan und in den Irak schicken sowie in den von Al Quaida besetzten Teil Syriens, dann würden sie mal sehen welche tolle Eigentore sie geschossen haben. Oberstes Prinzip Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten. Es gibt keine One-World! Und die schönsten Eigentore schießt der Westen!
4. Scharia
juerler@saxonia.net 14.11.2013
Zitat von sysopREUTERSIslamisten fordern seit langem die Islamisierung des Rechts in Libyen. Nun soll ein Komitee tatsächlich die Gesetze an der Scharia ausrichten. Über den Beschluss des Justizministeriums herrscht in dem konservativen Land große Übereinstimmung. Libyen will seine Gesetze der Scharia anpassen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-will-seine-gesetze-der-scharia-anpassen-a-933625.html)
Das haben doch die Amerikaner mit ihrer gewohnten Weitsicht wieder toll hinbekommen, genauso wie im Irak....... Na dann mal weiterso mit der Demokratisierung der Welt Boys.
5. Hat der Westen
heinz.wutz 14.11.2013
zu Beginn des 21. Jahrhunderts begriffen, dass die Demokratie eben doch nicht das Maß aller Dinge ist? Lustig ist nur, das gerade die, die sich über das Scheitern der arabischen Revolution hierzuland freuen und sich nach den alten Diktatoren zurücksehnen, häufig auch die sind, die sofort Schaum vor dem Mund bekommen, wenn Geheimdienste einfach mal Ihre Arbeit vernünftig machen.
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Hauptstadt: Tripolis

Staatsoberhaupt:
Akila Salih Issa

Regierungschef: Fayez al-Sarraj (nominiert)

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