Libyen Militärjets bombardieren griechischen Tanker - zwei Tote

Vor der libyschen Küste haben Militärjets einen griechischen Tanker angegriffen. Zwei Seeleute kamen ums Leben, zwei weitere wurden verletzt.


Athen/Berlin- Bei einem Luftangriff auf einen griechischen Tanker im Hafen der libyschen Stadt Derna sind zwei Besatzungsmitglieder getötet worden. Zwei weitere Seeleute seien verletzt worden, berichtet die griechische Küstenwache.

Der Tanker "Araevo" gehört einer griechischen Reederei und fährt unter der Flagge Liberias. Er lag zum Zeitpunkt des Angriffs am vergangenen Sonntag vor Derna vor Anker. Die Besatzung, insgesamt 26 Seeleute, stammt aus Griechenland, Rumänien und von den Philippinen.

Bisher gibt es keine offiziellen Angaben darüber, wer den Tanker angegriffen hat. Es wird jedoch vermutet, dass die libysche Luftwaffe dahinter steckt. Sie hatte bereits mehrmals damit gedroht, jedes Schiff zu attackieren, das sich dem Hafen Derna nähert. Denn der Hafen wird von rivalisierenden islamistischen Milizen kontrolliert.

Libyen hat seit 2014 zwei Regierungen, die um die Macht ringen: eine islamistische und eine eher säkulare. Beide Regierungen werden unterstützt von unterschiedlichen Brigaden. Für die säkularen Kräfte kämpft Ex-Generalmajor Khalifa Haftar. Unter seiner Kontrolle ist auch die Luftwaffe. Für die Gegenseite kämpfen verschiedene islamistischen Brigaden. Derna ist eine der Hochburgen der Islamisten.

Der Krieg der beiden Seiten dauert bereits rund ein halbes Jahr an. Seit einigen Wochen werden auch die Ölhäfen Libyens zum Ziel.

Durch einen Granateneinschlag in Libyens größtem Öllager kam es vergangene Woche zu einem Großbrand. Erst nach einer Woche konnte die Feuerwehr ihn löschen. Von den 17 Öltanks des Depots waren sechs in Brand geraten, drei von ihnen wurden völlig zerstört.

Der Ölexport ist Libyens wichtigste Einnahmequelle. Die Produktion ist wegen der andauernden Kämpfe deutlich zurückgegangen. Seit dem Sturz des jahrzehntelang herrschenden Diktators Muammar al-Gaddafi kommt das Land nicht zur Ruhe.

kbl/ras/dpa/Reuters

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