Nach tagelangem Ausharren im Mittelmeer "Lifeline" legt in Malta an

Italien verweigerte der "Lifeline" das Anlegen, Malta stimmte dem Einlaufen erst nach langem Zögern zu - nach tagelanger Irrfahrt ist das Rettungsschiff mit 230 Flüchtlingen an Bord jetzt in Valletta angekommen.

Die "Lifeline" im Hafen von Malta
REUTERS

Die "Lifeline" im Hafen von Malta


Das Rettungsschiff "Lifeline" der deutschen Organisation Mission Lifeline ist in den Hafen der maltesischen Hauptstadt Valletta eingelaufen. Das Schiff mit rund 230 Migranten und 17 deutschen Besatzungsmitgliedern an Bord kam am Mittwochabend nach einer sechs Tage langen Blockade auf dem Mittelmeer in Senglea vor Valetta an.

Vier Menschen, darunter drei Babys, sollen gleich in ein Krankenhaus gebracht werden, sagte eine Sprecherin der maltesischen Regierung. Polizei und Ärzte waren am Hafen vor Ort. Viele der Menschen an Bord winkten bei der Einfahrt.

Italien hatte dem Schiff verweigert, anzulegen, Maltahatte erst nach mehreren Tagen zugestimmt, dass die "Lifeline" dort einlaufen könne. Die "Lifeline" hatte am Donnerstag vergangener Woche dutzende Flüchtlinge vor der libyschen Küste gerettet. Diese sollen nach Angaben Maltas auf acht europäische Staaten verteilt werden, die sich zu ihrer Aufnahme bereit erklärt haben.

Dazu zählen Frankreich, Portugal und Italien. In Deutschland haben sich einige Bundesländer bereit erklärt, Flüchtlinge aufzunehmen - das Innenministerium hat dem aber bisher nicht zugestimmt.

Die maltesischen Behörden haben angekündigt, das Schiff für Ermittlungen zu beschlagnahmen. Nach den Worten des maltesischen Regierungschefs Joseph Muscat hatte der Kapitän gegen "internationale Gesetze verstoßen und Anweisungen der italienischen Behörden missachtet", und das Schiff damit selbst in seine schwierige Lage gebracht. Die Hilfsorganisation wies die Vorwürfe zurück.

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ans/dpa/AFP



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