Abschreckung gegen Russland Erste Bundeswehrsoldaten in Litauen eingetroffen

Die Nato will zur Abschreckung Russlands mehrere Tausend Soldaten an die Ostgrenzen Europas verlegen. Nun sind die ersten Bundeswehrsoldaten in Litauen eingetroffen.

Bundeswehrsoldaten am Flughafen in Vilnius
AFP

Bundeswehrsoldaten am Flughafen in Vilnius


Die ersten Bundeswehrsoldaten sind im Rahmen der massiven Aufrüstung der Nato nach Litauen verlegt worden. Sie landeten am Dienstagnachmittag in der Hauptstadt Vilnius. Eigentlich sollten die Soldaten bereits am Montag eintreffen. Eisregen hatte die Landung der Transall-Transportmaschine aber verhindert.

Die Nato will die Ostflanke des Bündnisses stärken, um Russland abzuschrecken. Das Bündnis hatte bei seinem Gipfel im vergangenen Sommer die Entsendung von je etwa 1000 Soldaten nach Polen, Lettland, Estland und Litauen beschlossen. Damit soll auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der östlichen Bündnispartner reagiert werden

Die USA haben bereits Anfang Januar begonnen, schweres Geschütz nach Europa zu verlegen. 4000 US-Soldaten sollen zusätzlich in Europa stationiert werden. Bei Übungen sollen sie in Polen, in den baltischen Staaten sowie in Bulgarien und Rumänien zum Einsatz kommen. Der Oberkommandierende der US-Streitkräfte in Europa, Ben Hodges, versprach im SPIEGEL Kontinuität trotz des Amtswechsels im Weißen Haus.

Gefechtsverband aus 1200 Soldaten

Deutschland übernimmt die Führungsrolle des Gefechtsverbands in Litauen, dem auch Soldaten aus Belgien, den Niederlanden und Norwegen angehören werden. Etwa 450 Bundeswehrsoldaten sowie umfangreiches Material, darunter mehrere Panzer, sollen bis Ende Februar in mehreren Schritten dorthin gebracht werden.

Der gesamte Gefechtsverband von etwa 1200 Soldaten soll im Mai vor Ort sein. Die ersten belgischen Truppen samt Ausrüstung trafen ebenfalls am Dienstag in Litauen ein.

Die Stationierung der Nato-Soldaten in der Region ist eine Reaktion auf Russlands Vorgehen im Ukraine-Konflikt. Osteuropäische Staaten fürchten seit der Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Russland im Jahr 2014 um ihre eigene Sicherheit.

sun/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.