Umgang mit Russland Litauen wirft EU Naivität vor

"Lügen sind eine starke Waffe": Litauens Außenminister Linkevicius warnt die europäischen Partner vor russischer Propaganda. Diese richte sich nicht nur gegen osteuropäische Länder.

Staats- und Regierungschefs der EU (Archivbild von Dezember 2018)
DPA

Staats- und Regierungschefs der EU (Archivbild von Dezember 2018)


Litauen hat seine Partner in der Europäischen Union aufgefordert, mehr gegen russische Propaganda zu tun. "Europa muss sich gegen den Informationskrieg aus Russland stärker wappnen", sagte Litauens Außenminister Linas Linkevicius der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Manche EU-Partner seien gegenüber der russischen Politik zu "naiv".

Im Westen werde "die informative Einflussnahme Russlands immer noch unterschätzt. Lügen sind nicht einfach eine andere Variante von Wahrheit, richtig und weitreichend eingesetzt, sind Lügen eine starke Waffe", sagte er und fügte hinzu: "Das massive Misstrauen der Deutschen in die USA ist auch ein Erfolg russischer Propaganda und Gehirnwäsche, die über vielerlei Kanäle stattfindet."

Es wäre naiv zu glauben, "dass nur osteuropäische Staaten direkter oder indirekter Einflussnahme aus Moskau ausgesetzt wären", sagte Linkevicius. Die Menschen in seiner Heimat seien da realistischer. Linkevicius sprach sich dafür aus, an einer robusten Sanktionspolitik gegenüber Russland festzuhalten. "Wer nichts tut, wer keine klare Haltung gegenüber Russland hat, der provoziert ein Verhalten, das zu immer neuen Verwicklungen führt", sagte er.

cte/dpa

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