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Mord an Kreml-Kritiker: Witwe Litwinenkos fordert Sanktionen gegen Russland

Marina Litvinenko in London: Sie fordert ein scharfes Vorgehen gegen Putin Zur Großansicht
AP/dpa

Marina Litvinenko in London: Sie fordert ein scharfes Vorgehen gegen Putin

Sie hat die Untersuchungen zum Tode ihres Mannes und Ex-KGB-Agenten Alexander Litwinenko ins Rollen gebracht. Jetzt will Marina Litwinenko die Hintermänner bestraft sehen - und fordert Sanktionen gegen Putin und den russischen Staat.

Ihr Mann wurde mit radioaktivem Polonium-210 vergiftet. Dass im Fall des gewaltsamen Todes des russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko überhaupt ermittelt wurde, ist der Hartnäckigkeit seiner Witwe Marina zu verdanken. Jetzt fordert sie, russische Agenten aus Großbritannien auszuweisen und "gezielte Wirtschaftssanktionen und Reiseverbote".

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach Erkenntnissen britischer Ermittler den Mord an dem Kreml-Kritiker und Ex-KGB-Agenten Litwinenko im Jahr 2006 wahrscheinlich gebilligt. Die schweren Vorwürfe in dem Untersuchungsbericht belasten die bereits angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern erheblich. Litwinenkos gewaltsamer Tod hatte die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland bereits 2006 auf einen Tiefpunkt sinken lassen.

Reisesperre für Putin gefordert

"Ich bin sehr froh, dass die Worte, die mein Mann auf dem Sterbebett gesprochen hat, als er Herrn Putin seines Mordes bezichtigte, als wahr bewiesen wurden", sagte Litwinenko in London. Sie forderte nun die Ausweisung russischer Agenten aus Großbritannien: "Ich verlange auch gezielte Wirtschaftssanktionen und Reisesperren für bestimmte Leute - auch für Patruschew und Putin." Nikolai Patruschew war damals Chef des FSB, einer Nachfolgeorganisation des KGB.

Dem Untersuchungsbericht zufolge vergifteten die russischen Agenten Andrej Lugowoj und Dmitri Kowtun den 43-jährigen Litwinenko mit Polonium-210. Dieser starb qualvoll, nachdem er bei einem Treffen mit den beiden Agenten in einem Hotel in London eine Tasse Tee getrunken hatte, die mit dem hoch radioaktiven Stoff versetzt war. Die beiden hätten auf Anweisung des FSB gehandelt.

Die britische Regierung prüft nach eigenen Angaben weitere Schritte gegen Russland. "Dies ist nicht die Art und Weise, wie ein Staat sich verhalten sollte - geschweige denn ein Ständiges Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen", sagte eine Sprecherin von Premierminister David Cameron. Russland reagierte empört und kritisierte die Ermittlungen als voreingenommen und politisch motiviert.

Lesen Sie hier eine ausführliche Analyse des britischen Untersuchungsberichts.

brt/Reuters/dpa

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