+++ Liveticker +++ Libysches Fernsehen berichtet von Luftangriffen auf Tripolis

Rauch steigt im Abendhimmel über Tripolis auf, Anwohner berichten von mehreren Explosionen: Laut dem libyschen Staatsfernsehen habe die westliche Militärallianz Angriffe auf die Hauptstadt geflogen. Das britische Militär nennt die libysche Luftwaffe nicht mehr einsatzfähig. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker.

REUTERS/ MoD

+++ Schwere Explosionen auf Militärstützpunkt bei Tajura +++

[22.40 Uhr] Die BBC und die Nachrichtenagentur AFP berichten unter Berufung auf Zeugen von schweren Explosionen auf einer Militärbasis in der Tajura-Region. Auf der 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Basis sollen demnach Flammen zu sehen seien. Im Staatsfernsehen hieß es unter Berufung auf Armeeangaben, das von den USA, Frankreich und Großbritannien geführte Kriegsbündnis habe zivile und militärische Ziele in Tajura angegriffen. Wenig später meldete die amtliche libysche Nachrichtenagentur Jana, die Region Tajura, wo sich die größten Militärstützpunkte rund um Tripolis befinden, sei zum zweiten Mal hintereinander aus der Luft bombardiert worden.

+++ Panzer schließen Adschdabiya ein +++

[21:26 Uhr] Wie der Fernsehsender al-Arabiya berichtet, sind Panzer der Streitkräfte von Machthaber Muammar al-Gaddafi am Ost- und Westeingang der Stadt Adschdabiya in Stellung gegangen.

+++ Anwesen Gaddafis bei Luftschlag getroffen +++

[21.20 Uhr] Nach Berichten des Fernsehsenders al-Arabija wurde bei Luftangriffen auf Adschdabiya ein Anwesen von Machthaber Muammar al-Gaddafi getroffen.

+++ Augenzeuge: Gaddafi-Truppen bombardieren Krankenhaus in Misrata +++

[20.52 Uhr] Nach Angaben eines Zeugen sowie eines Rebellensprechers sollen Gaddafis Truppen das Hauptkrankenhaus sowie Häuser in der westlibyschen Stadt Misrata bombardiert. Die Lage dort sei sehr ernst, sagte der Rebellensprecher der Nachrichtenagentur AFP. Panzer seien dabei, das Hospital und Häuser zu beschießen.

+++ Explosionen und Rauch über Tripolis +++

[20.40 Uhr] "Wir hörten vier Explosionen, nach fünf Minuten hörten wir noch mal vier" berichten Anwohner aus Tajoura, einem Vorort im Osten der libyschen Hauptstadt Tripolis. "Anschließend sahen wir Feuer und Rauch", sagten die Bewohner. Auch Reuters-Reporter berichten von dumpfen Aufschlägen in nächster Nähe. Woher die Explosionen kamen, ist noch unklar. Das libysche Staatsfernsehen berichtet, die westliche Militärkoalition würde Luftangriffe gegen militärische und zivile Ziele in Tripolis ausführen. Die Quelle für diese Informationen sei das libysche Militär. Weitere Details wurden nicht bekannt gegeben.

+++ Hillary Clinton: Gaddafi soll Libyen schnellstmöglich verlassen +++

[20.17 Uhr] US-Außenministerin Hillary Clinton drängt Libyens Machthaber Gaddafi, sein Land schnellstmöglich zu verlassen. Sein engstes Umfeld solle "die richtige Entscheidung treffen", so Clinton.

+++ Websites von libyschen Rebellen gehackt? +++

[20.12 Uhr] Über Twitter werden die Gerüchte verbreitet, zwei der wichtigsten Internetseiten der libyschen Opposition seien von Gaddafi Anhängern gehackt worden. Dabei handele es sich um die Seiten "libyafeb17.com" sowie "feb17.info". Der Zugriff auf die Seiten soll aber in Kürze wieder möglich sein.

+++ Koalition will auch außerhalb von Städten angreifen +++

[20.00 Uhr] Die internationale Koalition weitet ihren Militäreinsatz in Libyen aus. Die Streitkräfte von Machthaber Muammar al-Gaddafi sollen jetzt auch außerhalb der Städte Adschdabija und Misurata angegriffen werden. Gaddafis Truppen hätten ihre Attacken auf die zivile Bevölkerung in den beiden Städten verstärkt, um Rebellen auszuschalten, sagte US-Konteradmiral Gerard Hueber. Er ist einer der führenden Kommandeure auf der US-Seite bei der Militäroperation. Gaddafis Bodentruppen führten auch Angriffe "in einer Reihe" anderer Städte durch und brächten dadurch unschuldige Zivilisten in "ernste Gefahr", schilderte Hueber. Die Koalition konzentriere ihre Luftangriffe unter anderem auf motorisierte Einheiten Gaddafis, Boden-Luft-Raketenstellungen sowie darauf, Kommunikationslinien zu kappen.

+++ Mit Einbruch der Dunkelheit steigt die Anspannung in Tripolis +++

[19.45 Uhr] Der Weg von der tunesischen Grenze in die libysche Hauptstadt Tripolis zeugt von den heftigen Kämpfen der letzten Woche: Granaten hätten Häuser und Geschäfte beschädigt, die Stimmung an den Straßensperren sei häufig angespannt, berichtet BBC-Reporter John Simpson, der gerade in Tripolis angekommen ist. Hinweise auf Bombenangriffe habe er jedoch nicht gesehen. In Tripolis herrschte am Nachmittag reger Betrieb auf den Straßen, viele Kinder gingen zur Schule. "Aber es ist klar, dass die Anspannung steigt, wenn die Nacht hereinbricht", so Simpson.

+++ Nato-Staaten einigen sich immer noch nicht +++

[19.25 Uhr] Auch die Beratungen am Mittwoch haben zu keiner Einigung geführt: Am dritten Verhandlungstag konnten sich die 28 Nato-Staaten nicht darauf verständigen, wer die Führungsrolle bei der Durchsetzung der Flugverbotszone gegen das libysche Regime von Machthaber Muammar al-Gaddafi übernehmen soll, gab ein Nato-Diplomat bekannt. Es gebe "keine Entscheidung über irgendetwas". Die Verhandlungen stockten, weil sich die Mitgliedstaaten offenbar nicht darüber einigen konnten, wie umfassend die Militäraktion sein soll. Derzeit haben die USA das Kommando über die Luftangriffe.

+++ Uno-Hilfsfonds für Libyen zu mehr als 60 Prozent finanziert +++

[18.40 Uhr] Der von der Uno angestrebte Fonds von 160 Millionen Dollar (113 Millionen Euro) für humanitäre Hilfe zugunsten von Opfern des Konflikts in Libyen ist zu 63 Prozent finanziert. Die Mittel seien für diejenigen bestimmt, die aus Libyen fliehen, sagte Raschid Chalikow, Uno-Koordinator für humanitäre Hilfe in Libyen. Deren Zahl beläuft sich mittlerweile auf mehr als 335.000. Die Vereinten Nationen wollen jetzt Experten nach Libyen entsenden, um den Bedarf an humanitärer Hilfe festzustellen. Sie sollen in verschiedenen Regionen des nordafrikanischen Landes prüfen, wie es um die Versorgung der Bevölkerung mit dem Nötigsten steht.

+++ Künast fordert militärisches Engagement Deutschlands gegen Libyen +++

[18.32 Uhr] Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat sich für ein militärisches Engagement Deutschlands zur Überwachung des internationalen Waffenembargos gegen Libyen ausgesprochen. "Die Grünen-Fraktion fragt sich, warum die Bundesregierung uns nicht ein Mandat vorlegt, mit dem seeseitig das Waffenembargo unterstützt wird", sagte Künast. "Wenn man dem libyschen Volk helfen will, muss man dafür sorgen, dass keine Waffen ins Land kommen." Für den Einsatz deutscher Soldaten in militärische Nato-Aktionen zur Durchsetzung des Waffenembargos gegen Libyen wäre ein eigenes Mandat des Bundestages erforderlich - dieses habe die Regierung aber wegen ihres Neins zu einem militärischen Vorgehen nicht beantragen wollen, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU).

+++ US-Militär: Bei den Luftangriffen gab es keine zivilen Opfer +++

[18.20 Uhr] Nach den Angaben eines hochrangigen US-Offiziers gibt es keine Berichte über zivile Opfer durch die Luftangriffe auf libysche Städte. Der Schutz von Zivilisten habe höchste Priorität. Das sei auch die Grundlage der Zielauswahl und der Angriffspläne, sagte Konteradmiral Gerard Hueber auf dem Kommandoschiff "Mount Whitney".

+++ Gaddafis Scharfschützen erschießen viele Menschen in Misrata +++

[18.10 Uhr] Heckenschützen von Gaddafi haben in der libyschen Stadt Misrata am Mittwoch 16 Menschen erschossen, berichtet der Sprecher des nationalen Rebellenrates, Hafiz Ghoga. Sechs weitere Menschen seien bei einem Bombardement von Gaddafi-Truppen am Osteingang der Stadt Zintan im Westen des Landes getötet worden, sagte Ghoga bei einer Pressekonferenz in Bengasi.

+++ "Ärzte ohne Grenzen" dürfen nicht nach Libyen einreisen +++

[17.42 Uhr] Die internationale Organisation Médecins Sans Frontières (Ärzte ohne Grenzen) beklagt, dass es Mitarbeitern nicht möglich sei, nach Libyen einzureisen. Sie hätten bislang keine Genehmigung erhalten, über die tunesische Grenze nach Libyen einzureisen. Einige Hilfslieferungen seien dennoch am Montag in der Stadt Misrata angekommen, berichtet der "Guardian". Nachdem die Kämpfe immer heftiger wurden, hatte ein Ärzteteam die Rebellenhochburg Bengasi letzte Woche verlassen.

+++ Demonstranten in Bengasi danken den Alliierten +++

[17.30 Uhr] In Bengasi bedanken sich viele Menschen am Nachmittag in einer Demonstration bei der internationalen Koalition für ihren Einsatz, berichtet al-Dschasira. Die Einwohner der Stadt wollten damit ihr Einverständnis mit den Luftschlägen der Briten, Amerikaner und Franzosen bekunden.

+++ Steinmeier nennt Libyen-Strategie der Regierung "empörend" +++

[17.13 Uhr] SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier warf der schwarz-gelben Bundesregierung am Mittwoch im Bundestag ein katastrophales Krisenmanagement im Fall Libyen vor. "Wir sind empört darüber, dass die Regierungsparteien dieses Dilemma, in das sie sich durch die Libyen-Abstimmung begeben haben, jetzt auszugleichen versuchen mit einem schnell in den Bundestag eingebrachten Awacs-Mandat für Afghanistan." Mit Blick auf die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an diesem Sonntag warf Steinmeier Union und FDP Wahlkampftaktik vor: "Da mag die Bundesregierung auf Wahltermine schauen." Die Zustimmung seiner Partei zum Awacs-Einsatz über Afghanistan diene allein dem Schutz der dort eingesetzten deutschen Soldaten, so Steinmeier.

+++ Ausgang der Militäroperation ist laut den USA offen +++

[17.03 Uhr] Ob die Luftangriffe der Allianz gegen das Regime von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi zum Erfolg führen und wann die Militäroperation enden könnte, ist laut US-Verteidigungsminister Robert Gates noch völlig offen. "Niemand ist in der Position, einen Ausgang vorherzusagen", sagte Gates zu Journalisten in Kairo, wo er sich derzeit aufhält.

+++ Libyen-Kontaktgruppe trifft sich in London +++

[16.43 Uhr] Auf der Suche nach einem politischen Lenkungsgremium wird sich die Anti-Gaddafi-Koalition am kommenden Dienstag in London treffen. Alle an dem Zweckbündnis gegen den libyschen Machthaber Gaddafi beteiligten Staaten seien beteiligt, sagte Frankreichs Außenminister Juppé. Im französischen Parlament betonte er: "Gemeinsam mit meinem britischen Kollegen haben wir die Initiative ergriffen und für Dienstag eine Kontaktgruppe nach London eingeladen, der alle an der Aktion beteiligten Länder sowie die Afrikanische Union, die Arabische Liga sowie alle europäischen Länder angehören, die dabei sein wollten."

+++ FDP-Fraktion stimmt Awacs-Einsatz zu +++

[16.19 Uhr] Nach der Union hat auch die FDP-Fraktion grünes Licht für den Awacs-Einsatz in Afghanistan gegeben. Nach Angaben eines Sprechers stimmten die Abgeordneten in einer Sondersitzung den Plänen der Bundesregierung bei zwei Enthaltungen zu. Am Dienstagabend hatte die Fraktion die Entscheidung überraschend vertagt.

insgesamt 192 Beiträge
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Seite 1
wzumkell 23.03.2011
1. Libyen
It is a disgrace that Germany abstained. Think about your history. You were liberated from tyranny and now you get compliments from that tyrant. The German government is a disgrace. Merkel and Westerwelle are incompetent at best.
franks meinung 23.03.2011
2. Wie störrische Unbelehrbare
Merkel und Westerwelle sind nicht mal mehr in der Lage, sich aus dieser politischen Sackgasse zu befreien. Nirgends ist Einsicht zu erkennen. Nun sitzen sie fest. Nicht nur, dass sie verlässliche Partner und das eigene Volk vor den Kopf hauen, unwillig sind, einem mordenden Dikator Einhalt zu gebieten. Sie haben sich im Sicherheitsrat komplett unglaubwürdig gemacht. Nun gibts garantiert keinen ständigen Sicherheitsratsplatz mehr. Aber sie können sich ja das Lob von Gaddafi über den Schreibtisch nageln. Dieses Jahr bleibe ich besser in Deutschland. Im Ausland muss man sich ja als Deutscher schämen.
mr_supersonic 23.03.2011
3. I agree!
Zitat von wzumkellIt is a disgrace that Germany abstained. Think about your history. You were liberated from tyranny and now you get compliments from that tyrant. The German government is a disgrace. Merkel and Westerwelle are incompetent at best.
Merkel and "Westerwave" really don`t get it, as do not some of the germans. Though, the parties of Merkel (CDU) and Westerwelle (FDP) are rapidly loosing support. Don`t worry, there are many Germans who are critizising the Gouvernment havily for their decisions in the name of the German people. I cant wait for the next elections....
Sapientia 23.03.2011
4. We all know that well, but ...
Zitat von wzumkellIt is a disgrace that Germany abstained. Think about your history. You were liberated from tyranny and now you get compliments from that tyrant. The German government is a disgrace. Merkel and Westerwelle are incompetent at best.
there is not only a view on the Gaddafi, but also if there is still one rebel, when all arms have been used an the tyran has been defeated. Consequently what is the main point, to rescue liberalisation on those, which probably are made themselfes scarced. Who then will lead this nation. Allies and NATO always are alble to shot, but when all ammunition is used, where are the leaders now to create democratic base lines?
vertorix, 23.03.2011
5. reflect yourself
Zitat von wzumkellIt is a disgrace that Germany abstained. Think about your history. You were liberated from tyranny and now you get compliments from that tyrant. The German government is a disgrace. Merkel and Westerwelle are incompetent at best.
You are right, Germany was released, but not for the Germans!!! The reasons were fine rather the attack wars against other countries, and destroying Europe and the free markets! The Germans know her history! Do act the other countries also which attack now? I am not persuaded...
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