Minutenprotokoll: So lief der Wahltag in Paris, Kiel und Athen

CDU und SPD lieferten sich in Kiel ein Kopf-an-Kopf-Rennen, der französische Präsident Sarkozy hat die Macht verloren, und die Griechen wählen das Chaos. Lesen Sie die Ereignisse des Wahltags nach im Minutenprotokoll.

Wahlen, Wahlen, Wahlen: Kandidaten unter Hochspannung Fotos
REUTERS

Drei Wahlen, drei knappe Entscheidungen. Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein liegen CDU und SPD fast gleichauf an der Spitzen, Frankreichs neugewählten Präsidenten François Hollande und Amtsinhaber Nicolas Sarkozy trennten am Ende nur etwas mehr als zwei Prozent. Deutlich war in Griechenland hingegen die Schlappe der beiden großen Volksparteien. Sie müssen nun um eine gemeinsame Mehrheit im Parlament zittern.

+++ Merkel gratuliert Hollande +++

[23.15 Uhr] Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem Sozialisten François Hollande telefonisch zum Sieg bei der französischen Präsidentschaftswahl gratuliert. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Beide seien sich einig gewesen, wie wichtig enge deutsch-französische Beziehungen seien. Merkel und Hollande hätten einander versichert, dass sie eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit anstreben. Die CDU-Chefin lud Hollande ein, möglichst bald nach seiner Amtseinführung nach Berlin zu kommen.

+++ Erinnerungen an den Wahlsieg Mitterrands werden wach +++

[22.33 Uhr] Frédéric, Rentner, früher Angestellter der Pariser Metro: "Ich muss an den Sieg der Sozialisten am 10. Mai 1981 denken, ich bin so glücklich wie damals. Nur dass die Feier früher politischer war, nicht nur Pop und Salsa, sondern auch die Internationale", so der 72-Jährige und "Kommunist in dritter Generation". Frédéric: "Damals haben wir die Hand zur Faust gehoben, heute halten die Leute ihre Handys in die Höhe."

+++ Sarkozy-Lager hofft auf Revanche bei Parlamentswahl +++

[22.25 Uhr] François Copé, Generalsekretär der Sarkozy-Partei UMP, setzt auf eine Revanche bei den Wahlen zur Nationalversammlung Anfang Juni, als "dritte Runde" nach den beiden Urnengängen für die Präsidentschaft. "Wir sind eine große Familie, Humanisten, Liberale und Konservative, vereint mit einer Motivation - für die Partei. Was zählt, ist die kollektive Verantwortung, das kollektive Engagement, die kollektive Entscheidung. Nur so werden wir ein Maximum von Abgeordneten ins Parlament bekommen." Eine am Sonntagabend veröffentlichte Umfrage sagt den Konservativen jedoch auch für die Parlamentswahl eine Niederlage voraus. Demnach würden 44 Prozent der Wähler für die PS stimmen und nur 32 Prozent für die UMP. Der rechtsextreme Front National (FN) kann mit 18 Prozent der Wählerstimmen rechnen.

+++ Albig bekräftigt Anspruch auf Ministerpräsidentenamt +++

[22.12 Uhr] Der SPD-Spitzenkandidat in Schleswig-Holstein, Torsten Albig, hat nach der Landtagswahl vom Sonntag seinen Führungsanspruch in dem norddeutschen Bundesland bekräftigt. "Wenn eine Mehrheit steht, ist es der Auftrag an mich, eine Regierung zu bilden", sagte der SPD-Politiker am Abend in der ARD. In fünf Jahren werde die SPD in Schleswig-Holstein noch "etwas komfortabler gewinnen".

+++ Ausgelassene Jubelstimmung bei den Piraten in Kiel +++

[21.50 Uhr] Jetzt feiern die Piraten in Kiel: Spitzenkandidat Torge Schmidt ist zurück aus dem Landtag und hält eine kurze Rede. Dann lauft "Polonäse Blankenese" und Dschingis Khan: "Moskau, Moskau". Kleiner Wermutstropfen für den 23-Jährigen: Seine Mutter Birgitt Piepgras, die auf Platz neun der Landesliste stand, hat den Einzug ins Parlament verpasst. Nach ersten Hochrechnungen hat die Piratenpartei mit etwa acht Prozent der Wählerstimmen sechs Mandate errungen. Auch Hans-Heinrich Piepgras, Piraten-Landesvorsitzender und Stiefvater des Spitzenkandidaten, verpasste den Einzug ins Parlament auf Listenplatz sieben den Hochrechnungen zufolge knapp.

+++ Hollande verspricht Kurswechsel in Europa +++

[21.40 Uhr] In seiner Siegesrede kündigt der neugewählte Präsident einen Kurswechsel in Europa und eine Abkehr vom rigiden Sparkurs an. "Es ist meine Aufgabe, Europa eine Dimension des Wachstums, zu geben." Er sei überzeugt, dass das französische Wahlergebnis in zahlreichen Ländern erleichtert aufgenommen worden sei. "Der Sparkurs darf keine Unvermeidbarkeit sein. Meine Mission ist auch Wachstum, Beschäftigung, die Zukunft." Pathetisch schließt er seine knapp 15-minütige Ansprache mit den Worten: "Es lebe die Republik. Es lebe Frankreich." Dann winkt er mit seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler den Tausenden Anhänger vor der Bühne zu. Hollande tritt noch einmal ans Mikrofon. "Vielen Dank, La Corrèze", bedankt er sich bei seiner Wahlregion. "Wie schön ist das Leben heute Abend." Dann macht sich Hollande auf den Weg zum Flughafen von Brive. Er will nun nach Paris fliegen. Auf der Place de la Bastille haben sich bereits Tausende versammelt.

+++ Hollande lässt sich von seinen Anhängern feiern +++

[21.28 Uhr] François Hollande wendet sich an seine Anhänger in Tulle. Zunächst zollt er dem unterlegenen Amtsinhaber Sarkozy Respekt. Dann verspricht er: "Der Wandel beginnt jetzt." Er wolle Präsident aller Franzosen sein.

+++ Westerwelle nennt Wahl Hollandes "historisches Ereignis" +++

[21.17 Uhr] Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat den Sieg des Sozialisten François Hollande bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich als "historisches Ereignis" bezeichnet. Mit einigen auf Französisch gesprochenen Worten gratulierte Westerwelle am Sonntagabend bei einem kurzen Besuch in der französischen Botschaft in Berlin dem künftigen Staatschef. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit", sagte der Außenminister. "Wir werden gemeinsam einen Wachstumspakt für Europa erarbeiten."

+++ Klare Worte in Richtung Berlin +++

[21.00 Uhr] Der Kandidat der Linksextremen, Jean-Luc Mélenchon, sagt zum Ausgang des französischen Präsidentschaftswahlkampfs: "Die Niederlage von Nicolas Sarkozy ist ein beeindruckendes Ereignis. Wir haben die Spar-Allianz von Madame Merkel und Monsieur Sarkozy gebrochen. Ich wünsche François Hollande und unserem Land das Beste. Für Europa beginnt ein neues Kapitel."

+++ Sarkozy erntet Häme aus der eigenen Partei +++

[20.47 Uhr] Im französischen Fernsehen spottet Rachida Dati, Ex-Ministerin unter Sarkozy, die nach einem Zerwürfnis mit ihm und seiner Frau Carla Bruni ins Europaparlament weggelobt wurde: "Ich beglückwünsche François Hollande, aber auch alle Franzosen."

+++ Sarkozy: "Mein Engagement in diesem Land wird nun anders sein" +++

[20.43 Uhr] Sarkozy tritt tief bewegt vor seinen Anhängern in Paris auf. "Eine neue Epoche beginnt. In dieser neuen Epoche werde ich einer der Euren bleiben. Ich teile Eure Ideen, Eure Überzeugungen. Mein Platz wird nicht mehr derselbe sein können, nach 35 Jahren in politischen Ämtern. Nach zehn Jahren, in denen ich jede Sekunde für die allerhöchste Regierungsverantwortung gelebt habe. Nach fünf Jahren an der Spitze des Staates wird mein Engagement in diesem Land nun anders sein." Unter dem Applaus seiner Anhänger verlässt Sarkozy die Bühne. Hollande will um 20.45 Uhr in Tulle sprechen.

+++ Sarkozy räumt Niederlage ein +++

[20.33 Uhr] Nicolas Sarkozy hat seine Niederlage eingeräumt. "Das ist eine demokratische Entscheidung, die respektiert werden muss", sagte er vor seinen Anhängern in Paris. Über seinen Nachfolger François Hollande sagte er: "Ich habe ihn soeben am Telefon gesprochen und ihm viel Glück gewünscht. Ich hoffe, dass Frankreich seine Prüfungen bestehen wird. Das Land ist größer als wir beide." Er trage die volle Verantwortung für die Niederlage. Sarkozys Anhänger skandierten "Merci, merci" und "Nicolas, Nicolas".

+++ Linke-Chef Ernst bezeichnet Ergebnis als "absolut enttäuschend" +++

[20.25 Uhr] Linke-Chef Klaus Ernst hat das Abschneiden seiner Partei bei der schleswig-holsteinischen Landtagswahl als "absolut enttäuschend" bezeichnet. Die Partei erreichte Hochrechnungen zufolge rund zwei Prozent und ist somit nicht im Landtag. "Wir haben uns zu viel mit uns selbst beschäftigt", sagte Ernst. Daher habe die Linke mit ihren Positionen die Menschen nicht erreichen können. Ernst verwies darauf, dass die Piratenpartei ein Protestpotenzial auf sich gezogen habe, obwohl es die Linke sei, die etwa für ein Nein zur Rente mit 67 stehe. Die Umfragewerte der Linken für die Wahl am kommenden Sonntag in Nordrhein-Westfalen seien aber besser.

+++ Martin Schulz, Präsident des EU-Parlaments, gratuliert Hollande +++

[20.12 Uhr] Der Vorsitzende der sozialistischen Fraktion im Europaparlament gratuliert François Hollande auf Twitter zum Sieg. "Zeit für Wandel in Europa", schreibt er.

+++ Tulle feiert Hollandes Wahlsieg +++

[19.57 Uhr] Noch haben nicht alle Wahllokale geschlossen, doch in Tulle, dem Wahlkreis von François Hollande, wird bereits gefeiert, berichtet Reporter Mathieu von Rohr. Vor der Kathedrale der Stadt ist eine Bühne aufgebaut, vor der bereits mehr als 1000 Menschen jubeln. Sie warten auf den Kandidaten der Sozialdemokraten, der hier in wenigen Minuten seinen Sieg verkünden wird. Sobald die Wahllokale in Paris um 20 Uhr schließen, will Hollande hier vor seinen Anhängern auftreten, bevor er nach Paris weiterfliegt.

+++ Kritik aus den eigenen Reihen an Sarkozy +++

[19.55 Uhr] Die ersten französischen Konservativen wagen sich aus der Deckung und greifen ihren Präsidenten an. Dominique Paillé, früher Sprecher der Konservativen, twittert: "Eine Präsidentschaftswahl wird in der Mitte gewonnen. Das hat Sarkozy nicht berücksichtigt."

+++ Griechen versprechen Benzin für Stimmen +++

[19.42 Uhr] Wahlkampf mit allen Mitteln: Drei griechische Männer sollen versucht haben, Benzin gegen Wählerstimmen einzutauschen. Festgenommen wurden die drei aber vorerst nur, weil sie verbotenerweise in dem nordostgriechischen Dorf Drossero nahe der Stadt Xanthi am Wahltag Broschüren der konservativen Partei Nea Demokratia verteilten. Dabei sollen sie sich aber auch die Kennzeichen von Wählern notiert haben, die versprachen, der Partei ihre Stimme zu geben, wenn sie nach der Wahl dafür mit kostenlosem Benzin belohnt würden. Falls Zeugenaussagen diesen Verdacht erhärten, würden neben verbotener Wahlwerbung weitere Anklagepunkte hinzukommen, teilte die Polizei mit.

+++ Sarkozy will Ansprache vorziehen +++

[19.32 Uhr] Nicolas Sarkozy wird seinen Auftritt vorziehen, berichtet die französische Zeitung "Le Monde" auf ihrer Internetseite. Statt um 21.30 Uhr wird er bereits um 20 Uhr im Parteisitz in Paris sprechen. Die Prognosen sind zu eindeutig, als dass der geschlagene Amtsinhaber noch auf ein Wunder im letzten Moment hoffen könnte.

+++ Gähnende Leere auf der Place de la Concorde +++

[19.28 Uhr] Das französische Fernsehen zeigt die ersten Bilder aus Paris. Die Place der Bastille beginnt sich zu füllen. Hier will das Hollande-Lager feiern. Ein Mann trägt eine Sarkozy-Maske im Gesicht und über dem Kopf das Schild "Sagt mir Au Revoir!". Die Place de la Concorde, wo Sarkozy seine Wahlparty abhalten will, ist dagegen leer.

+++ FDP-Spitzenkandidat Kubicki: Triumph des Gernegroß +++

[19.22 Uhr] In einem ersten Auftritt spricht FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki vor jubelnden Anhängern von einem "unglaublichen Erfolg" seiner Partei. Er habe mit einer Sieben vor dem Komma gerechnet. Laut den Prognosen erreichten die Liberalen in Schleswig-Holstein mehr als acht Prozent. Zu Putschgerüchten gegen Bundesparteichef Philipp Rösler sagte Kubicki: "Er kann beruhigt schlafen."

+++ Erdrutschsieg für CDU auf Hallig Gröde +++

[19.14 Uhr] Elf Wahlberechtigte, immerhin. Sie reichen, um der CDU auf Hallig Gröde einen überragenden Sieg zu bescheren. Im kleinsten Wahlbezirk Schleswig-Holsteins kam die Partei auf satte 63,6 Prozent der Stimmen. Die SPD wählte im schwarzen Watt - niemand. Im Vergleich zur Wahl 2009 ist das laut Angaben des statistischen Landesamts ein Minus von 30,8 Prozentpunkten. Für FDP und Linke wollte wie schon 2009 kein Bewohner der Hallig stimmen. Die Piraten verbesserten ihr Ergebnis von 0 auf 18,2 Prozent. Für die Grünen und den SSW votierten jeweils 9,1 Prozent (plus 1,4 Punkte beziehungsweise minus 6,3 Punkte).

+++ François Hollande hat laut Prognosen die Wahl gewonnen +++

[19.04 Uhr] Die ersten französischen Umfrageinstitute haben ihre Prognosen veröffentlicht. Demnach hat Hollande zwischen 52 und 53,3 Prozent der Stimmen erhalten. Sein Rivale, Amtsinhaber Nicolas Sarkozy habe dagegen nur rund 48 Prozent der Wähler für sich entscheiden können, heißt es.

+++ Freibier bei den Freibeutern +++

[18.59 Uhr] Bei den Piraten ist man mit sich selbst und den erreichten rund 8 Prozent sehr zufrieden - weniger aber mit dem guten Abschneiden der FDP, das mit Kopfschütteln kommentiert wird. Die Listenkandidaten schenken der Basis Sekt aus, berichtet Reporter Fabian Reinbold. "Wir sind die Meister der Kostenloskultur", ruft der künftige Abgeordnete Wolfgang Dudda von der Bühne, "deshalb gibt es jetzt Freibier."

+++ Albig freut sich: "Wir können auch Ein-Stimmen-Mehrheiten" +++

[18.52 Uhr] Torsten Albig spricht im SPD-Wahltreff zu seinen Anhängern. Der Spitzenkandidat zeigt sich enttäuscht - aber kämpferisch. "Wir können auch Ein-Stimmen-Mehrheiten", rief Albig von der Bühne. Damit spielt er auf die äußerst knappe Mehrheit für die sogenannte Dänen-Ampel an, die schon bald in Kiel regieren könnte.

+++ Hollandes Anhänger planen Sturm der Bastille +++

[18.47 Uhr] Die jungen Anhänger Hollandes haben einen "Sturm der Bastille" angekündigt, sollte ihr Kandidat heute Abend gewinnen. Damit spielen sie auf die historische Erstürmung des Gefängnisses am 14. Juli 1789 an, die den Beginn der Französischen Revolution markiert. Bei den Konservativen um Nicolas Sarkozy ist dagegen die Laune auf einem Tiefpunkt. Es wird bereits spekuliert, dass die öffentliche Wahlfeier auf der Place de la Concorde abgeblasen wird.

+++ Heide Simonis hält an Bündnis mit dem SSW fest +++

[18.38 Uhr] "Ich hätte mir ein Ergebnis gewünscht, bei dem man nicht so lange warten muss", sagte Heide Simonis (SPD) SPIEGEL ONLINE. "Wir hätten sicher auf mehr Stimmen gehofft, aber das ist jetzt nicht mehr zu ändern. Eine Verbindung mit den Dänen halte ich für gut und belastbar", so die frühere Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins. Im SPD-Wahltreff war es still, als das erste Zwischenergebnis erschien. Die CDU liegt demnach knapp vorn, von Jubel keine Spur. Erst als die Zahlen für die sogenannte Dänen-Ampel aus SPD, SSW und Grünen eingeblendet werden, gibt es lauten Applaus, berichtet Reporter Johannes Korge. Es wird eng - aber es könnte reichen. Beim SSW werden die ersten Zwischenzahlen gefeiert. Der Festsaal ist kaum mehr als ein Büro, aber das ist gerade egal. Zwischen Sektgläsern und dänischen Flaggen liegen sich die Anhänger der Regionalpartei in den Armen.

+++ Stimmung bei Noch-Regierungskoalition in Athen im Keller +++

[18.36 Uhr] Makis Voridis von der Neo Dimokratia sagt in einem Fernsehinterview: "Das ist ein schwieriges Ergebnis für unsere Partei, aber vor allem ein schwieriges Ergebnis für Griechenland." Bei der Pasok will bisher niemand die dramatischen Einbußen kommentieren. Die Sprecherin Fofi Gennimata sagte, man wolle mit einer Einschätzung bis zu den endgültigen Ergebnissen warten.

+++ Radikale Linke geben sich in Griechenland siegessicher +++

[18.34 Uhr] In Griechenland geben sich die Radikalen Linken von der Syriza siegesgewiss. In den ersten Hochrechnungen liegt sie mit 15,5 bis 18,5 Prozent an zweiter Stelle, knapp hinter den Konservativen von Neo Dimokratia aber noch vor den Sozialdemokraten der Pasok. Das berichtet Reporterin Julia Amalia Heyer aus Athen. Syriza-Parteichef Alexis Tsipras jubelt: "Heute ist ein Festtag. Denn nach zweieinhalb Jahren der Barbarei kehrt heute endlich die Demokratie an den Ort zurück, an dem sie geboren wurde." In Richtung Berlin droht er: "Wir sind sicher, dass das griechische Volk ein starkes Zeichen setzen wird für einen Richtungswechsel in Europa."

+++ Nur rund jeder zweite Schleswig-Holsteiner hat Stimme abgegeben +++

[18.18 Uhr] Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat es eine äußerst niedrige Wahlbeteiligung gegeben. Bis eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale hatten nur 55,6 Prozent der rund 2,2 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das teilte das Landeswahlamt mit. Bei der Wahl mit der bislang niedrigsten Wahlbeteiligung im Norden im Jahr 2005 hatten zu diesem Zeitpunkt bereits 62,2 Prozent ihre Stimme abgegeben. Letztlich waren 2005 nur 66,5 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gegangen. Bei der jüngsten Wahl 2009 - die mit der Bundestagswahl zusammenfiel - waren es 73,6 Prozent.

+++ Altmaier appelliert an "staatspolitische Verantwortung" der Parteien +++

[18.17 Uhr] Die CDU hat nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein an die "staatspolitische Verantwortung" aller Parteien für eine stabile Regierung in Kiel appelliert. "Wir sind sehr erleichtert", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Altmaier (CDU), am Sonntag in Berlin. Die CDU habe die Chance, stärkste Partei zu werden. "Die SPD hat ihre Wahlziele komplett verfehlt." Die CDU werde sich angesichts des knappen Wahlausgangs ihrer Verantwortung stellen, sagte Altmaier, ohne direkt auf eine mögliche große Koalition mit der SPD einzugehen.

+++ Sozialisten geben sich in Frankreich siegessicher +++

[18.14 Uhr] Arnaud Montebourg, PS-Präsident aus der Region Saône-et-Loire, während des Wahlkampfs "Sondervertreter von François Hollande" und Anwärter auf das Justizministerium, lädt zum Rendez-Vous in das Café Les Associés an der Bastille, berichtet Reporter Stefan Simons. Dort wird später die Feier der Sozialisten stattfinden…

+++ Jubel bei den Piraten in Kiel +++

[18.09 Uhr] Reporter Fabian Reinbold berichtet von Jubelgesängen bei der Verkündung der ARD-Prognose. "We are the champions" wird im Kulturzentrum "Pumpe" in Kiel angestimmt. Der Bundesvorsitzende der Piraten, Bernd Schlömer, schwärmt auf der Wahlparty von einem "sehr tollen Ergebnis".

+++ Erste Prognose Griechenland: Schlappe für Regierungskoalition +++

[18.00 Uhr] Die Regierungskoalition in Athen wurde abgestraft. Griechenlands Neo Dimokratia und die sozialdemokratische Pasok haben zusammen weniger als 50 Prozent der Stimmen laut der ersten Hochrechnung. Griechenland droht damit die Unregierbarkeit. Die Neonazi-Partei Chrysi Avgi wird es mit 6-8 Prozent voraussichtlich ins Parlament schaffen. Alexis Papachelas, Chefredakteur der griechischen Zeitung "Kathimerini", sagt: "Auf zwei Fragen werden wir eine Antwort finden müssen: Können wir eine Einheitsregierung bilden oder müssen wir neu wählen? Das politische System muss erneuert werden, aber haben wir die Zeit dafür?"

+++ Erste Prognosen Kiel: SPD und CDU nahezu gleichauf +++

[18.00 Uhr] Erste Prognosen der ARD sehen SPD und CDU bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein nahezu gleichauf. Laut der ARD erreichen die Christdemokraten 30,5 (ZDF: 30,5), die Sozialdemokraten 29,5 Prozent (ZDF: 30,5 Prozent). Die Grünen werden drittstärkste Kraft mit 14 Prozent (ZDF: 13 Prozent). Die schwächelnde FDP schafft in Kiel klar den Wiedereinzug ins Parlament: Die Liberalen von Wolfgang Kubicki erreichen 8,5 Prozent (ZDF: 8,5 Prozent). Die Piraten werden erstmals im Landtag in Kiel vertreten sein, sie kommen auf acht Prozent (ZDF: 8,5 Prozent). Nicht mehr im neuen Parlament vertreten sein werden die Linken - sie erreichen nur 2,5 Prozent (ZDF: 2,5 Prozent).

+++ Spannung in Kiel +++

[17.46 Uhr] Wenige Minuten bis zur ersten Hochrechnung - im Kieler Landtag herrscht angespannte Ruhe. Die großen TV-Sender haben ihre Wahlstudios aufgebaut. FDP-Mann Wolfgang Kubicki hat den Tag in seiner Heimat Strande bei Kiel verbracht. Der Spitzenkandidat der SPD, Kiels Bürgermeister Torsten Albig, hat den Wahltag bei der Konfirmation seines Patenkindes im nordrhein-westfälischen Herford verbracht. Rechtzeitig zu den ersten Prognosen um 18 Uhr wird er aber in Kiel erwartet, berichtet Reporter Johannes Korge aus der Landeshauptstadt.

+++ Venizelos und Samaras rechnen mit langer Wahlnacht in Athen +++

[17.40 Uhr] Während François Hollande in seinem Wahlkreis Tulle den Ausgang der Präsidentschaftswahl abwartet und erst im Fall seines Sieges am Abend nach Paris fliegen will, bangen die Chefs der zwei wichtigsten griechischen Parteien, Evangelos Venizelos von der Pasok und Antonis Samaras von der Nea Dimokratia, in Athen. Beide stellen sich in ihrem Parteisitz in der Hauptstadt auf eine lange Nacht ein. Venizelos hatte heute in seinem Wahlkreis in Thessaloniki und Samars in Messinia gewählt.

+++ Gute Aussichten für Hollande, hohe Wahlbeteiligung in den Städten +++

[17.24 Uhr] Das französische Innenministerium meldet, dass die Wahlbeteiligung in den Städten um 17 Uhr bei 71,96 Prozent lag. Das ist zwar nicht ganz so hoch wie im Rekordwahljahr 2007 - damals lag sie bei 75,11 Prozent - ,jedoch immer noch eine starke Beteiligung, von der vor allem Hollande profitieren dürfte. Nicolas Sarkozy hält sich in seinem Büro im Elysée-Palast auf. Den Umfragen zufolge sieht es nicht danach aus, dass er das Büro auch in den nächsten fünf Jahre behalten kann.

+++ Endspurt in den Wahllokalen, Geduld mit den Ergebnissen +++

[17.20 Uhr] Nur noch 40 Minuten, dann werden die ersten offiziellen Hochrechnungen für Griechenland und Schleswig-Holstein erwartet. Experten rechnen aber damit, dass es dauern wird, bis es verlässliche Zahlen aus Athen gibt. Bei der Parlamentswahl in Griechenland wird ein denkbar knappes Ergebnis erwartet. Die Software Firma "Singular Logic", die die offiziellen Hochrechnungen macht, warnt daher, dass sie erst um 22 Uhr sichere Zahlen liefern kann.

+++ Zu spät: Korsen können ihre Stimme nicht rechtzeitig abgeben +++

[17.14 Uhr] Einige Korsen können heute nicht wählen, weil sie nicht zu ihren Wahlbüros kommen. Wegen eines Streiks fahren nicht alle Fähren vom Festland. Korsen, die für die heute endenden Schulferien auf das Festland übergesetzt hatten, können nicht mehr rechtzeitig für die Wahl auf die Insel zurückkehren.

+++ Bei Merkel in der Leitung +++

[17.04 Uhr] Egal, was in Kiel passiert, sollte François Hollande die Präsidentschaftswahl gewinnen, steht ein Telefonat der Kanzlerin für den Abend bereits fest. Der Sozialist wird im Falle seines Sieges Angela Merkel noch heute sprechen, sagte der enge Hollande-Vertraute Jean-Marc Ayrault, nachdem er seine Stimme abgegeben hatte. Er ist der Fraktionschef der Sozialisten und der mögliche nächste Premierminister Frankreichs. Sein Wort hat also Gewicht. Hollande hatte im Wahlkampf Berlins Sparkurs hart kritisiert. Wird er Präsident, muss sich Merkel mit ihm zusammenraufen.

+++ Wie wählt man, wenn man blind ist? +++

[16.59 Uhr] In Frankreich sind 1,7 Millionen Menschen blind oder sehen sehr schlecht, berichtet die Zeitung "Libération". In 1400 Wahlbüros gibt es daher Audio-Wahlmaschinen. Eine Stimme trägt nacheinander die Namen der zwei Kandidaten vor, der Wähler entscheidet durch das Drücken eines Knopfes. In 97 Prozent der Wahlbüros gibt es jedoch keine solche Hilfe - mit 5000 Euro pro Stück sind die Audio-Wahlmaschinen sehr teuer. Der Blinde kann eine Person seines Vertrauens auswählen, die ihn in die Wahlkabine begleitet und das Kreuz für ihn macht.

+++ Kieler Piraten bereiten Wahlparty vor +++

[16.50 Uhr] In Paris feiert man auf der Place de la Concorde zwischen dem Louvre-Museum und der Champs-Elysée oder auf der Place de la Bastille - in Schleswig-Holstein gibt man sich bescheidener. Die Piraten feiern im Kieler Kulturzentrum "Pumpe". Langsam füllt sich der Raum, berichtet Reporter Fabian Reinbold. Die meisten Piraten sehen ziemlich aufgeregt aus. "Ich fühl mich wie nach 'ner Überdosis Club Mate", sagt Uli König, Listenplatz 3.

+++ Andrang vor den Parteisitz der Sozialdemokraten+++

[16.50 Uhr] Allein 1200 Journalisten aus aller Welt wollten sich bei dem Parteisitz der Sozialdemokraten akkreditieren. Weil es nicht genug Platz gibt, hat nur die Hälfte eine Zusage bekommen, es bilden sich lange Schlangen.

+++ Streit um die Hochrechnungen in Frankreich +++

[16.45 Uhr] In Frankreich dürfen Hochrechnungen erst um 20 Uhr veröffentlicht werden, weil bis dahin noch die Wahlbüros in Paris geöffnet haben. Die Hochrechnungen könnten sonst die Franzosen bei ihrer Wahl beeinflussen. Ausländische Medien halten sich jedoch nicht an das Verbot. Erste Zahlen sehen François Hollande bei 52,5 bis 53 Prozent, Amtsinhaber Nicolas Sarkozy bei 47 bis 47,5 Prozent.

+++ Falscher SMS-Alarm, ein Kuriosum am Rande +++

[16.40 Uhr] Die französischsprachige Nachrichtenseite Huffington Post warnt die Franzosen vor betrügerischen Wahl-SMS, die heute bei vielen eingehen. In einer der Kurznachrichten heißt es etwa: "Um Schlangen vor den Wahlbüros zu vermeiden, sollen die Wähler von Nicolas Sarkozy erst am Montag wählen gehen." Die Wahlbüros haben jedoch nur heute geöffnet, in Paris bis 20 Uhr, im Rest des Landes nur bis 19 Uhr. In einer anderen SMS heißt es: "Greift der Konservativen Partei unter die Arme: Wenn ihr 'mal zwei' hinter euer Kreuz schreibt, zählt eure Stimme doppelt." Tatsächlich macht man jedoch eine Stimme ungültig, wenn man außer einem Kreuz noch anderes auf den Wahlzettel malt.

+++ Noch gibt es nichts zu feiern, doch Paris bereitet die Wahlpartys vor +++

[16.30 Uhr] Noch laufen die Abstimmungen in Frankreich, Griechenland und Schleswig-Holstein, doch in Paris beginnt man bereits mit den Vorbereitungen für die Wahlpartys. Beide Kandidaten geben sich siegessicher: Sarkozy will sich im Stadtzentrum feiern lassen, auf der Place de la Concorde zwischen dem Louvre-Museum und der Champs-Elysée. Hier hat er auch 2007 nach der gewonnenen Wahl die Champagnerkorken knallen lassen. Nur drei Kilometer östlich davon wollen Hollandes Anhänger feiern auf der Place de la Bastille, wo traditionell die Linke ihre Wahlkampfparty austrägt - seit dem Sieg des bisher einzigen Präsidenten der Sozialdemokraten, François Mitterrand, 1981. Wenn Hollande gewinnt, will er erst in seinem Wahlkreis Tulle eine Rede halten und dann nach Paris zur Bastille fliegen.

+++ Geringste Wahlbeteiligung im Norden seit den achtziger Jahren +++

[16.30 Uhr] Es ist ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD in Schleswig-Holstein, doch die Wähler interessiert die Abstimmung kaum: Bei der Landtagswahl im nördlichsten Bundesland zeichnet sich die niedrigste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten ab. Bis 14 Uhr gingen nur 37,7 Prozent der 2,2 Millionen Wahlberechtigten an die Urnen. Seit den achtziger Jahren sei dies zur Mittagszeit der niedrigste Stand, sagte Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler.

+++ Hollande gibt sich zuversichtlich +++

[16.00 Uhr] Präsidentschaftskandidat François Hollande verlässt das volkstümliche Restaurant "Le Central" in Tulle, seinem Wahlkreis in Südwestfrankreich. Hier hat er heute morgen um 10.30 Uhr seinen Wahlzettel in die Urne geworfen, da sah er noch angespannt aus, berichtet Reporter Mathieu von Rohr. Nun verlässt der Sozialist strahlend seine Stammkneipe . Vorher hat er mit den Journalisten geflachst, auf Englisch sagt er: "Ich bin zuversichtlich. Aber wir müssen noch zwei Stunden warten." Hollande wird die ersten Hochrechnungen der Meinungsforschungsinstitute kennen, die ihn mit 52,5 bis 53 Prozent als Sieger sehen. Schweizer und belgische Medien verbreiten sie bereits, aber in Frankreich ist es gesetzlich verboten, vor 20 Uhr Resultate zu veröffentlichen.

Das bringt der Wahlsonntag

Es sind wegweisende Entscheidungen für Europa und die Bundesrepublik: Gut 44 Millionen Franzosen sind aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen, Prognosen sehen den sozialistischen Herausforderer François Hollande in Führung. Sein Kontrahent Nicolas Sarkozy, Merkels wichtigster Partner in der Euro-Krise, muss mit einer Niederlage rechnen.

Zeitgleich sind rund 9,7 Millionen Griechen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen - das erste seit Beginn der Finanzkrise. Die Menschen entscheiden auch über die mühsam verhandelten Hilfspakete, je nach Wahlausgang stehen sie zur Disposition.

Die Wahl in Schleswig-Holstein wirkt auf den ersten Blick wie ein Nebenschauplatz - doch sie ist nicht weniger als ein wichtiger Test für Merkels Regierung. Entscheiden die Wahlen in Paris und Athen über ihren europapolitischen Kurs, ist die Landtagswahl ein Gradmesser für die Stimmung im Bund. Ziehen FDP und Piratenpartei in den Kieler Landtag? Wer gewinnt das Kopf-an-Kopf-Rennen: Torsten Albig von der SPD oder Jost de Jager von der CDU?

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1. Leute, geht wählen...
sappelkopp 06.05.2012
Zitat von sysopCDU und SPD liefern sich in Kiel ein Kopf-an-Kopf-Rennen, der französische Präsident Sarkozy droht die Macht zu verlieren, und die Griechen wählen das erste Parlament seit Beginn der Finanzkrise. SPIEGEL-ONLINE-Reporter berichten aus Kiel, Athen, Paris und Tulle. Alle Entwicklungen im Liveticker. Liveticker: Wahlen in Griechenland, Frankreich und Schleswig-Holstein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,831616,00.html)
...in Schleswig-Holstein. Ihr geht Eure Stimme doch damit den Splittergruppen, die einen ungerechtfertigt hohen Anteil (prozentual) bekommen. Also wählt. Ihr habt das Recht, dann geht auch hin.
2.
leerzeichen 06.05.2012
...hat auch 2007 überwiegend sozialistisch gewählt. Daraus kann man noch nichts "hochrechnen".
3. ...
Barath 06.05.2012
Zitat von sappelkopp...in Schleswig-Holstein. Ihr geht Eure Stimme doch damit den Splittergruppen, die einen ungerechtfertigt hohen Anteil (prozentual) bekommen. Also wählt. Ihr habt das Recht, dann geht auch hin.
Wieso ungerechtfertigt? Sind halbherzig an die "nicht-Splitter-Parteien" vergebene Stimmen (mangels Alternativen) denn weniger "ungerechtfertigt"? Keine Meinung ist auch ne Meinung. Nur werden diese Plätze dann leider nicht leer bleiben. Insofern: Ja, besser wählen als nicht-wählen.
4. Undeutlich
suchenwi 06.05.2012
Zitat von sappelkopp...in Schleswig-Holstein. Ihr geht Eure Stimme doch damit den Splittergruppen, die einen ungerechtfertigt hohen Anteil (prozentual) bekommen. Also wählt. Ihr habt das Recht, dann geht auch hin.
Sie meinen wohl: "Wer nicht wählen geht, hilft damit den Splittergruppen"? Es mag sein, dass kleinere Parteien wie die Piraten (immerhin weit vor FDP in den Umfragen) ihre Sympathisanten besser mobilisieren können. Aber beim amtlichen Endergebnis erwarte ich, dass der Landeswahlleiter die Prozente korrekt berechnet. Was ist daran "ungerechtfertigt"? Es gilt der Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen. Wer nicht wählen geht, stimmt stillschweigend den Wählenden zu, und soll dann später auch still sein, wenn er mit der neuen Regierung unzufrieden ist... "Nur für kurze Zeit" geht am Wahltag alle Staatsgewalt vom Volke aus.
5. .
Andr.e 06.05.2012
Zitat von BarathWieso ungerechtfertigt? Sind halbherzig an die "nicht-Splitter-Parteien" vergebene Stimmen (mangels Alternativen) denn weniger "ungerechtfertigt"? Keine Meinung ist auch ne Meinung. Nur werden diese Plätze dann leider nicht leer bleiben. Insofern: Ja, besser wählen als nicht-wählen.
Dann aber die Stimme einer Splitterpartei GEBEN, den Wahlzettel durchstreichen. Es geht ums aktive Wählen, auch wenn der Trend zum "Was soll das eigentlich, kann ich auch gleich zu Hause bleiben" immer weiter um sich zu greifen scheint.
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Nicolas Sarkozy UMP (Konservative)
27,2
François Hollande PS (Sozialisten)
28,6
Marine Le Pen FN (Nationalisten)
17,9
François Bayrou MoDem (Liberale)
9,1
Jean-Luc Mélenchon FG (Linksfront)
11,1
Eva Joly EELV (Grüne)
2,3

Quelle: Französisches Innenministerium


Die Parteien in Griechenland
Die Linke, die in den vergangenen Monaten kräftig Aufwind verspürte, ist zersplittert. Ihr Spektrum reicht von der KKE, der kommunistischen - Spätstalinisten - bis zum Pasok-Auffangbecken Dimar, der gemäßigten "Demokratischen Linken". Eine vereinigte Linke, die sowohl die Forderung der Kommunisten nach dem EU-Austritt einschließt wie auch die der Dimar, einige Punkte im Kreditvertrag "nachzuverhandeln", bleibt ein Gedankenspiel.
  • Auf der rechten Seite tummeln sich vornehmlich nationalistische Ego-Shooter. Da sind die "Unabhängigen Griechen" von Panos Kammenos, derzeit bei etwa 9 Prozent, die jeden aufnehmen, der "gegen das Rettungspaket" ist.
  • Und es gibt die Laos-Partei, die mal Teil der Übergangsregierung unter Premier Loukas Papademos war. Deren Chef, Giorgios Karatzaferis, entschied sich dann aber recht plötzlich und aus heiterem Himmel, die Maßnahmen für den zweiten Kreditvertrag doch nicht mittragen zu wollen. Jetzt wirbt er für eine "Allianz des Südens gegen Angela Merkel". Bevor er allerdings Spanien, Portugal und Frankreich in sein Boot holen kann, muss seine Partei erstmal die Drei-Prozent-Hürde überwinden und es ins eigene Parlament schaffen, was schwierig werden könnte.
  • Seit sich Laos selbst ins Aus manövriert hat, steigen die Chancen für eine andere Rechtsaußen-Partei: Die Wahrscheinlichkeit, dass die neofaschistische Chrysi Avgie ins Parlament einzieht, ist hoch. Die "Goldene Morgenröte" rekrutiert sich auch aus rechtsradikalen Schlägertrupps, die Jagd auf Einwanderer machen - und aus einem immer größer werdenden Anteil von Protestwählern.
Bis zu zehn Parteien könnten am Sonntag Einzug ins Parlament halten, fünf saßen dort bisher. Die Erneuerung des politischen Systems, dessen viele Griechen so überdrüssig sind - von einem Wandel ganz zu schweigen - wird sich trotzdem in Grenzen halten.
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