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Lobsang Sangay: Exil-Premier fordert Freiheit für Tibet

Die Exiltibeter haben einen neuen Regierungschef: Lobsang Sangay ist in der nordindischen Stadt Dharamsala in sein Amt eingeführt worden. Der Jurist will den gewaltfreien Kampf für Freiheit in seiner Heimat fortsetzen.

Lobsang Sangay und der Dalai Lama: Kampf für ein freies Tibet Zur Großansicht
AP

Lobsang Sangay und der Dalai Lama: Kampf für ein freies Tibet

Neu Delhi - Um 9.09 Uhr (Ortszeit) legte Lobsag Sangay seinen Amtseid ab - laut chinesischer Astrologie soll die Zahl 9 Glück bringen: Lobsang Sangay ist neuer Ministerpräsident der tibetischen Exilregierung. Er verspreche, die Widerstands-Bewegung aufrechtzuerhalten, "bis in Tibet die Freiheit wiederherstellt ist und der Dalai Lama in seine Heimat zurückkehren kann", sagte Sangay bei seiner Antrittsrede.

An der Zeremonie in der nordindischen Stadt Dharamsala nahm auch der Dalai Lama teil. Das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten hatte bereits im Frühjahr den Rückzug aus dem politischen Tagesgeschäft angekündigt. Der neue Chef der Exilregierung wird daher zukünftig mehr Einfluss als sein Vorgänger Samdhong Rinpoche haben. Dieser hatte sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl gestellt.

Lobsang Sangay war im März von 55 Prozent der weltweit rund 83.000 stimmberechtigten im Exil lebenden Tibeter gewählt worden. Nach dem Wahlsieg hatte der 43-Jährige angekündigt, der politischen Linie des Dalai Lama zu folgen und für die Tibeter "echte Autonomie" mit kulturellen und religiösen Freiheiten innerhalb Chinas zu fordern.

Sein Kabinett will Sangay Mitte September vorstellen, wenn die Abgeordneten des neu gewählten Exilparlaments erstmals zusammentreten werden. Die politische Vertretung der Exiltibeter mit Sitz in Dharamsala wird von keinem Land der Welt anerkannt.

Chinesische Truppen waren 1950 in das tibetische Hochland einmarschiert. 1959 war der Dalai Lama vor der Besatzung ins indische Exil geflohen. Von den knapp sechs Millionen Tibeter leben heute etwa 140.000 weltweit im Exil. Mehr als 100.000 davon haben sich in Indien niedergelassen, rund 20 000 Tibeter leben im benachbarten Nepal.

hen/dpa

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1. -
semper fi, 08.08.2011
Zitat von sysopDie Exiltibeter haben einen neuen Regierungschef: Lobsang Sangay ist in der nordindischen Stadt Dharamsala in sein Amt eingeführt worden. Der Jurist will den gewaltfreien Kampf für Freiheit in seiner Heimat fortsetzen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,778929,00.html
Ein Harvard Professor, der noch keinen einzigen Tag seines Lebens in Tibet zugebracht hat. Interessanterweise schweigen sich die üblichen Quellen (Wikipedia etc.) über seine Staatsangehörigkeit aus. Da er wohl kaum eine tibetanische hat (die gibt's ja nicht), tippe ich 'mal darauf, dass der US citizen ist. Also richtig prädesitiniert für die Führung der Exil-Tibeter. Im Ernst: Die sollen endliche Ruhe geben. Einen Staat Tibet, besser gesagt eine Theokratie Tibet, der/die mangels Ressourcen ohnehin wieder nur am Tropf der restlichen Welt hängen würde, braucht kein Mensch. Tibet ist ein Teil Chinas und das wird auch so bleiben. Und das ist gut so.
2. Ich wage zu bezweifeln, dass der chinesische Einmarsch..
Holledauer, 08.08.2011
..wirklich ein großer Nachteil für die tibetische Bevölkerung war. Sicher, die Privilegien der Mönche, die wie die Maden im Speck auf Kosten der Bevölkerung lebten, wurden beseitigt, andererseits haben die Chinesen z.B. die Alphabetisierungsrate und damit die Chancen der tibetischen Bevölkerung auf Teilhabe am wirtschaftlichen Wachstum erhöht. Leider ist diese Vorteil von der tibetischen Bevölkerung offensichtlich nicht erkannt worden und würde sich noch immer gerne von den Mönchen unterdrücken lassen.
3. titel
hladik 08.08.2011
Zitat von Holledauer..wirklich ein großer Nachteil für die tibetische Bevölkerung war. Sicher, die Privilegien der Mönche, die wie die Maden im Speck auf Kosten der Bevölkerung lebten, wurden beseitigt, andererseits haben die Chinesen z.B. die Alphabetisierungsrate und damit die Chancen der tibetischen Bevölkerung auf Teilhabe am wirtschaftlichen Wachstum erhöht. Leider ist diese Vorteil von der tibetischen Bevölkerung offensichtlich nicht erkannt worden und würde sich noch immer gerne von den Mönchen unterdrücken lassen.
Jo, aus 8000km Entfernung kannst du das sicher besser beurteilen als die dummen Tibeter, die jeden Tag erleben, was es heisst, unter der chinesischen Besatzung leben zu muessen...
4. hehe
Wolfes74 08.08.2011
Ich gründe auch eine Regierung , dazu muß ich nicht mal ins Exil und stell irgendwelche Gebiets,- und Machtansprüche. Ist mir doch egal auf welcher Legitimation diese beruht, irgendwelche scheinheiligen Argumente fallen mir schon über die Jahre ein, sollte jemand fragen. Auf den gewaltfreien Vorsatz dieser Exilregierung braucht man auch nicht hinweisen. Ich glaub kaum daß die Exiltibeter nur im entferntesten eine militärische Alternative gegenüber China haben, von daher geschenkt und das wissen sie selbst auch. "Free Tibet" für einen Hollywoodschinken ist dieser Slogan gut genug aber für die Realität hat er keinerlei Bedeutung oder Anspruch - genausowenig wie die tibetische Exilregierung. Woanders bezeichnet man solche Vereine auch als Folkloreverein, Kulturstiftung usw. . Wann wurde zuletzt im Spiegel über den Vorsitz der "Stiftung für das sorbische Volk" berichtet ??? - ist nämlich genau dasselbe (bloß auf sorbisch)- bis auf die Gebiets,- und Machtansprüche. Und bis auf die Mitglieder und einige Touristen bzw. Kulturinteressierte interessiert das keine S.. .
5. ...
vhe 08.08.2011
Zitat von Wolfes74Ich gründe auch eine Regierung , dazu muß ich nicht mal ins Exil und stell irgendwelche Gebiets,- und Machtansprüche. Ist mir doch egal auf welcher Legitimation diese beruht, irgendwelche scheinheiligen Argumente fallen mir schon über die Jahre ein, sollte jemand fragen. Auf den gewaltfreien Vorsatz dieser Exilregierung braucht man auch nicht hinweisen. Ich glaub kaum daß die Exiltibeter nur im entferntesten eine militärische Alternative gegenüber China haben, von daher geschenkt und das wissen sie selbst auch. "Free Tibet" für einen Hollywoodschinken ist dieser Slogan gut genug aber für die Realität hat er keinerlei Bedeutung oder Anspruch - genausowenig wie die tibetische Exilregierung. Woanders bezeichnet man solche Vereine auch als Folkloreverein, Kulturstiftung usw. . Wann wurde zuletzt im Spiegel über den Vorsitz der "Stiftung für das sorbische Volk" berichtet ??? - ist nämlich genau dasselbe (bloß auf sorbisch)- bis auf die Gebiets,- und Machtansprüche. Und bis auf die Mitglieder und einige Touristen bzw. Kulturinteressierte interessiert das keine S.. .
Kannst Du tun, dann fehlt Dir nur noch eine Bevölkerung, die Dich anerkennt.
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