Westminster Vier Tote bei Terror-Attacke in Londons Zentrum

Ausnahmezustand in Londons Regierungsviertel Westminster: Dort tötete ein Angreifer am Nachmittag drei Menschen und verletzte viele weitere schwer. Nach einer Attacke auf einen Polizisten wurde der Mann erschossen.


Der schnelle Überblick

Die Polizei spricht von einem Terrorakt: Bei einem Angriff in London sind mindestens vier Personen getötet und 40 weitere Menschen verletzt worden. Unter den Todesopfern seien auch der Attentäter und ein Polizist, teilte Scotland Yard mit. Zunächst war von insgesamt fünf Todesopfern die Rede gewesen. Die Ermittler gehen von einem Einzeltäter aus.

Nach Polizeiangaben und Medienberichten hat sich im Zentrum Londons Folgendes abgespielt:

  • Am Nachmittag tötete ein Autofahrer mit seinem grauen Hyundai zunächst auf Westminster Bridge zwei Personen und verletzte mehrere Menschen, unter ihnen drei Polizisten. Danach krachte das Auto in den Zaun des Parlaments. Mindestens zehn Verletzte wurden auf der Brücke von Notärzten versorgt.
  • Der Autofahrer verließ sein Fahrzeug und griff auf dem Parlamentsgelände dann einen Polizisten mit einem Messer an, der Polizist starb an den Folgen seiner Verletzungen. Der Angreifer wurde von anderen Polizisten erschossen.
  • Drei französische Schüler wurden bei den Angriffen verletzt. Das teilten die französischen Behörden mit.
  • Eine Frau stürzte von der Brücke in die Themse, Rettungskräfte konnten sie bergen und medizinisch versorgen.
  • Die britische Polizei geht von einem Terrorakt aus
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Angriff beim Parlament: Großeinsatz im Zentrum von London

Die britische Polizei erklärte, die Öffentlichkeit solle die Gegend um das Parlament und die in der Nähe liegenden Brücken meiden. In der ganzen Stadt seien zusätzliche bewaffnete und unbewaffnete Beamte im Einsatz.

Augenzeugen und Behörden melden weitere Details zu den Geschehnissen:

  • Am Parlamentsgebäude sprachen Passanten von mindestens vier Schüssen, die sie gehört haben wollen
  • Augenzeugen berichten von einem Geländewagen, der an einer Ampel an der Brücke beschleunigt habe und mehrere Menschen überfahren habe.

Premierministerin Theresa May berief eine Krisensitzung des Sicherheitsstabs ein. Sie wurde vom Parlament in den Regierungssitz in der Downing Street 10 gebracht und verfolge dort die Lage, sagte eine Regierungssprecherin. Ein für den Abend geplantes Treffen mit Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel wurde abgesagt.

Queen Elizabeth II. war zum Zeitpunkt der Angriffe im Buckingham Palace.

London war zuletzt 2005 Ziel eines Terroranschlags gewesen. Damals zündeten vier Attentäter in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt.

Die Angriffe in London ereigneten sich genau ein Jahr nach den Terroranschlägen von Brüssel. Am Morgen des 22. März 2016 hatten sich zwei Selbstmordattentäter in der Abflughalle des Brüsseler Flughafens Zaventem in die Luft gesprengt, etwa eine Stunde später folgte eine dritte Bombe in der Metrostation Maelbeek im EU-Viertel der belgischen Hauptstadt. Bei den Attentaten wurden 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt.

Beliebtes Viertel für Touristen

Das Regierungsviertel rund um das Parlament ist eines der belebtesten Areale Londons. Touristen tummeln sich dort, um das Wahrzeichen der Stadt - den Big Ben - zu fotografieren. Die berühmte Downing Street No 10, Sitz der Premierministerin, alle wichtigen Ministerien und der Buckingham Palace sind wenige Gehminuten entfernt.

Das Parlamentsgebäude wird rund um die Uhr von Polizisten bewacht. Auch auf der Themse daneben patrouillieren regelmäßig Boote der Polizei.

Die britische Polizei bittet inzwischen Augenzeugen, die Foto- oder Filmaufnahmen gemacht haben, diese an die Polizei weiterzugeben.

mho/sep/brk/dpa/Reuters/AFP/AP



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