Angst vor Anschlag Geheimdienste überwachen Tausende Menschen in London

In Großbritannien gilt derzeit die zweithöchste Terrorwarnstufe, entsprechend intensiv arbeiten die Geheimdienste. Allein in London sollen sie Tausende Menschen überwachen, verriet nun Bürgermeister Boris Johnson.

Londons Bürgermeister Boris Johnson: "Sind sehr, sehr wachsam"
Getty Images

Londons Bürgermeister Boris Johnson: "Sind sehr, sehr wachsam"


"In London sind wir sehr, sehr wachsam und sehr, sehr besorgt", sagt Bürgermeister Boris Johnson in einem Interview mit der Zeitung "Daily Telegraph". Tagtäglich seien die Sicherheitskräfte an Tausenden Einsätzen beteiligt, zudem würden derzeit allein in London Tausende Menschen überwacht.

In Großbritannien gilt seit August die zweithöchste Terrorwarnstufe, derzufolge ein Anschlag "hochwahrscheinlich" ist.

Erst am Donnerstag nahm die britische Polizei in London fünf Menschen fest, die verdächtigt wurden, einen Anschlag zu planen. Durch die britische Beteiligung am Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak geriet das Land nach Einschätzung der britischen Behörden zusätzlich ins Visier islamistischer Attentäter. Die Geheimdienste sehen im IS sowie im Terrornetzwerk Al-Qaida die größten Gefahren für die Sicherheit.

Der britischen Regierung zufolge kämpfen derzeit etwa 500 Briten für Milizen im Irak und im Bürgerkriegsland Syrien. "Ein Drittel, vielleicht mehr, vielleicht die Hälfte, kommt aus dem Gebiet London", sagte Johnson. Die Gefahr eines Anschlags werde steigen, sollten die Kämpfer eines Tages heimkehren.

mbö/AFP/Reuters/AP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
stauss4 12.10.2014
1. Die westlichen Staaten haben längst ihr Demokratie verloren
und sie durch ein System wie in Ozeanien aus dem Buch "1984" ersetzt. Die Politiker in ihrer unerträglichen Selbstherrlichkeit und Selbstgewissheit merken nicht mehr, dass sie nicht die Herren sind, sondern die Diener des Souveräns, des Bürgers. Das muss wieder geändert werden! Durch die Bürger. Erobert Euch Eure Demokratie zurück. "Wir sind das Volk." Nicht die. Nicht die, die nun überall eine Stasi 2.0 implementiert haben.
biesi61 12.10.2014
2. So sieht Hysterie aus!
Fürchterlich.
cejpaul 12.10.2014
3. Bin also die erste, die einen Kommentar schreibt!
Ist mir total klar, und auch verstaendlich, warum DE zu solchen Ueberwachungs-Plaenen immer wieder so empoert reagiert, immerhin ist in vielen Gehirnen immer noch die alte Furcht von totaler Ueberwachung. Glaube aber, falls "man" mal solches mitgemacht hatte, wie in sowohl USA und GB in den Jahren seit 2000, UND falls in DE Terroristen hunderte und tausende getoetet, umgebracht haetten, wuerde der Pegel umschlagen.... Solange es niemand an die eigene Haut geht, alles in Ordnung. Geht den deutschen Buerger ja nichts an....... Kann nur hoffen, das bleibt auch so.! MfG
Newspeak 12.10.2014
4. ...
Man wird keinen Terroranschlag verhindern, weil man selbst Menschen terrorisiert und weil es eine Illusion ist, daß überragende Technik die Lösung für diese Probleme ist. Alle glauben sie immer an die Technik, dabei sind es die Menschen, auf die es ankommt. Wenn der britische Geheimdienst trotz aller Spitzelei, die gar nichts mit Terrorabwehr zu tun hat, den nächsten Terroranschlag nicht verhindert, schlägt ihm hoffentlich die Verachtung entgegen, die ihm gebührt. Ich persönlich weiß nicht, was schlimmer ist...ein durchgeknallter brutaler ISIS-Kämpfer oder ein durchgeknallter brutaler Geheimdienstler. Man glaubt zu wissen, was schlimmer ist, weil die Gewalt im ersten Fall so offensichtlich ist, so barbarisch. Aber Feinde freier Menschen sind beide, und beide sollten vom Planeten verschwinden.
tweet4fun 12.10.2014
5. Und was soll uns dieser Artikel nun sagen?
Was soll das? Eine reißerische, polemische Überschrift zu einem Kurzartikel, der nichts weiter als nüchterne Statistik und Einschätzungen darstellt. Soll hier künstliche Empörung erzeugt werden? London ist fast doppelt so groß wie die größte deutsche Stadt Berlin, hat zweieinhalb mal so viele Einwohner und hat zudem bittere Erfahrungen mit terroristischen Anschlägen in der Vergangenheit gemacht. Wenn nun "tausende" Einwohner (wieviel sind nun überhaupt "tausende"?) in London überwacht werden, ist das im Verhältnis genau das gleiche wie in Berlin, wo der Staatsschutz zur Zeit hunderte von gewaltbereiten Islamisten überwacht. Und dabei gab es in Berlin bisher noch nicht einmal islamistische Bombenanschläge. Die Vorsichtsmaßnahmen sowohl in London als auch in Berlin sind also im Verhältnis durchaus ähnlich, logisch nachvollziehbar und selbstverständlich gut begründet. Und nun? Hofft man hier jetzt auf entrüstete Kommentare über das böse England, in dem alle Bürger von bösen Geheimdiensten überwacht werden?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.