Vor Parlament Autoattacke in London - Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts

Ein Mann ist am Londoner Parlament in eine Absperrung gefahren und hat mehrere Menschen verletzt. Nach der mutmaßlichen Autoattacke geht die Polizei von einem Terroranschlag aus.

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Nach der mutmaßlichen Autoattacke am Londoner Parlament ermittelt die Polizei wegen Terrorverdachts. Das teilte Scotland Yard mit. Ein Mann war am Dienstagmorgen mit einem Auto in die Absperrungen vor dem Parlament gefahren und hatte dabei Radfahrer und Fußgänger erfasst und mehrere Menschen verletzt. In Lebensgefahr war der Polizei zufolge aber niemand.

"Im Moment behandeln wir das als terroristischen Vorfall, und die Anti-Terror-Einheit leitet jetzt die Ermittlungen", hieß es in der Mitteilung von Scotland Yard.

Der Fahrer sei unter Terrorverdacht festgenommen worden. Waffen seien bei ihm nicht gefunden worden. Laut Polizei verweigert der Mann jede Kooperation mit den Ermittlern. Allerdings scheine er den Sicherheitsdiensten nicht bekannt zu sein, sagte Polizeichef Basu. Sicherheitsminister Ben Wallace sagte, der Mann sei Brite, aber "ursprünglich aus einem anderen Land gekommen". Laut einem BBC-Bericht stammt er aus der Gegend von Birmingham und war der Polizei bekannt.

"Jemand fuhr schnell auf das Parlament zu", sagte ein Augenzeuge dem Sender Sky News. Es habe nicht wie ein Verkehrsunfall ausgesehen. "Das ist meiner Ansicht nach etwas Geplantes und sehr Ernstes." Auf Überwachungsvideos ist zu sehen, wie der silberne Ford Fiesta vor der Attacke 90 Minuten lang im Regierungsbezirk von London umhergefahren ist. Laut Polizei wurde er dann in der morgendlichen Rushhour in die Gruppe von Fußgängern und Radfahrern gesteuert, bevor er an der Barriere zum Stehen kam.

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Terrorverdacht: Wieder Anschlag in London?

Den Rettungskräften zufolge mussten zwei Menschen vor Ort behandelt werden. Sie wurden später ins Krankenhaus gebracht, waren aber nicht schwer verletzt. Auf Fernsehbildern waren am Boden liegende Radfahrer zu sehen. Mehrere Fahrräder lagen verteilt über den Gehsteig. Der Vorfall ereignete sich kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit.

Mehrere Straßen wurden gesperrt. Vor Ort waren Dutzende bewaffnete Polizisten. Auch mehrere Krankenwagen eilten an den Einsatzort. Die U-Bahn-Haltestelle Westminster wurde geschlossen.

Das Parlament ist seit einem Anschlag im März 2017 von einer Sicherheitsbarriere aus Stahl und Beton umgeben. Damals war ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge gefahren, vier Passanten wurden getötet. Der Mann erstach außerdem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

kev/AP/AFP/dpa



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