Anschlag in London Täter war 52-jähriger Brite

Die Polizei hat neue Details zum erschossenen Attentäter von London veröffentlicht: Demnach handelt es sich um einen Mann aus den englischen Midlands, der wegen verschiedener Delikte schon zuvor aufgefallen war.


Bei dem Attentäter von London handelt es sich um einen 52-jährigen Mann namens Khalid Masood aus den englischen Midlands. Das teilte Scotland Yard mit.

Er sei der Polizei bereits aufgrund von Gewaltdelikten und unerlaubtem Waffenbesitz bekannt gewesen, hieß es in einer Mitteilung weiter. Eine Verurteilung wegen terroristischer Aktivitäten habe es nicht gegeben.

Der 52-Jährige wurde demnach in Großbritannien geboren und sei unter einer Anzahl von Aliasnamen bekannt gewesen.

"Seine erste Verurteilung war 1983 wegen Sachbeschädigung, die letzte 2003 wegen unerlaubten Besitzes eines Messers", hieß es in der Mitteilung der Polizei.

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Der Attentäter war am Mittwoch zunächst auf der Westminster Bridge neben dem Parlament mit einem Auto in Passanten gerast. Dabei starben ein etwa 50 Jahre alter Mann und eine 43 Jahre alte Frau. Die Britin mit spanischen Wurzeln wollte gerade ihre Kinder von der Schule abholen, wie Medien berichteten. Anschließend erstach der Attentäter auf dem Parlamentsgelände den Polizisten. Etwa 40 Menschen wurden verletzt - darunter auch ein Deutscher (lesen Sie hier die Ereignisse in London im Überblick).

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Angriff beim Parlament: Großeinsatz im Zentrum von London

Die Polizei durchsuchte mehrere Adressen in London, Birmingham und weiteren Orten. Acht Personen wurden festgenommen. Sie alle würden verdächtigt, terroristische Anschläge vorbereitet zu haben, teilte die Polizei mit. Die Durchsuchungen dauerten demnach noch an.

Wie inzwischen bekannt wurde, beansprucht die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) den Terroranschlag für sich. Ein Soldat des IS habe das Attentat vor dem Parlament als Reaktion auf die Angriffe der internationalen Koalition ausgeführt, teilte Amaq, die sogenannte Nachrichtenagentur des IS mit.

Video zeigt Moment des Anschlags

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Wie schon nach den Anschlägen in Nizza oder Berlin enthält die Mitteilung kein Täterwissen oder sonstige Hinweise darauf, dass die IS-Führung in Planung und Durchführung des Attentats involviert war.

mho/Reuters/dpa



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