Luftangriff auf Syrien: Assad wirft Israel Destabilisierung vor

UN-Beobachter auf den Golanhöhen in Israel: Spannungen an der Grenze zu Syrien Zur Großansicht
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UN-Beobachter auf den Golanhöhen in Israel: Spannungen an der Grenze zu Syrien

Die Spannungen zwischen Syrien und Israel nehmen zu: Der syrische Staatschef Assad warf dem Nachbarstaat vor, sein Land schwächen zu wollen. Israels Regierung räumte zum ersten Mal indirekt ein, für den Luftangriff in Syrien vor vier Tagen verantwortlich zu sein.

Hamburg/Damaskus - Syriens Präsident Baschar al-Assad hat Israel vorgeworfen, sein Land destabilisieren zu wollen. Der israelische Luftangriff in Syrien vor vier Tagen "entlarvt die wahre Rolle, die Israel in Zusammenarbeit mit feindlichen ausländischen Kräften und deren Agenten auf syrischem Boden spielt", sagte Assad am Sonntag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Israel wolle Syrien "destabilisieren und schwächen".

Assad kam in Damaskus mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili zu Beratungen über die Krise in Syrien zusammen. Sein Land sei in der Lage, sich "jeder Aggression zu widersetzen", sagte Assad bei dem Treffen.

Ziel der israelischen Kampfjets war am vergangenen Mittwoch offenbar ein Konvoi mit syrischen Waffen für die israelfeindliche Hisbollah-Miliz im Südlibanon. Das zumindest wurde aus den USA berichtet. Dagegen meldeten syrische Staatsmedien, der Angriff habe einem militärischen Forschungszentrum in der Nähe von Damaskus gegolten. Zwei Menschen seien dabei getötet, fünf weitere verletzt worden.

Zerstörte Autos, Lastwagen und Militärfahrzeuge

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak deutete am Sonntag erstmals an, dass seine Regierung für den Luftangriff in Syrien verantwortlich gewesen sei. Er könne den Zeitungsberichten dazu nichts hinzufügen, sagte Barak auf der Sicherheitskonferenz in München und fügte hinzu: "Wenn wir etwas gesagt haben, dann meinen wir es auch - und wir haben gesagt, dass wir nicht denken, dass es erlaubt sein sollte, fortgeschrittene Waffensysteme in den Libanon zu bringen."

Das syrische Staatsfernsehen sendete Aufnahmen des Forschungszentrums, das Ziel des Luftangriffs gewesen sein soll. Die am Samstagabend ausgestrahlten Fotos zeigen zerstörte Autos, Lastwagen und Militärfahrzeuge. In einem Gebäude sind die Fenster zu Bruch gegangen, die Außenfassade blieb jedoch unversehrt.

Der syrische Botschafter im Libanon, Ali Abdul-Karim Ali, hatte kurz nach dem Angriff gesagt, Damaskus habe "die Option und die Fähigkeiten, einen überraschenden Vergeltungsschlag zu führen". Zeit und Ort dafür zu bestimmen, sei Sache der zuständigen Behörden. Syrische Oppositionsvertreter sagten hingegen, Assad sei zu schwach, um auf den Luftangriff reagieren zu können.

Mit Protesten gegen die syrische Regierung hatte im März 2011 in Daraa ein Konflikt begonnen, der sich rasch auf das ganze Land ausbreitete. In dem Bürgerkrieg starben bisher schätzungsweise 60.000 Menschen. Hunderttausende sind in die Nachbarstaaten Jordanien, die Türkei, den Libanon und den Irak geflohen.

son/afp/AP/dpa

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insgesamt 25 Beiträge
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1. Der Mann...
Schroekel 03.02.2013
Zitat von sysopAFPDie Spannungen zwischen Syrien und Israel nehmen zu: Der syrische Staatschef Assad warf dem Nachbarstaat vor, sein Land schwächen zu wollen. Israels Regierung räumte zum ersten Mal indirekt ein, für den Luftangriff in Syrien vor vier Tagen verantwortlich zu sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/luftangriff-in-syrien-assad-wirft-israel-destabilisierung-vor-a-881223.html
... hat jeden Realitätssinn verloren. Syrien destabilisieren? Was gibt es da noch zu destabilisieren. Assad hat sein Land wie ein Mafioso seine Erpressungsopfer geführt und ausgeblutet bis es den Menschen gereit hat. Er hat seinen Laden nicht nur selbst destabilisiert sondern zerstört und wird dafür zahlen. Israel ist mit dem Assad clan in Damsakus über Jahrzente gut gefahren und hat an dem Konflikt in Syrien nicht das geringste Interesse. Wenn Assads Clan jedoch Angriffswaffen an die Hesbolah verschiebt, um den Konflikt in die Region zu tragen - was vermutlich seine letzte Möglichkeit des überlebens ist - muß Israel eingreifen und selbiges verhindern.
2. Israel verfügt über einen sehr guten Geheimdienst
na!!! 03.02.2013
wenn sie zuschlagen , dann geziehlt und mit grund .
3. Nachdem Frau Clinton
Ottokar 03.02.2013
aus den nun bekannten Gründen ihr Amt aufgeben musste, will Israel doch nur ein wenig helfen. Nun müssen wir hoffen das Assad nicht mehr in der Lage ist Israel "zu bestrafen" Dann hätten wir eine Situation die Frau Merkel als Staatsräson beschrieben hat.
4. Assad kann sich nicht gegen Israel wehren
frank1980 03.02.2013
sollte er nur eine Bombe auf den Boden Israels abwerfen würde Israel einen massiven Angriff gegen Syrien starten und keiner ausser Russland würde auch nur eine Ton dagegen sagen. Israel hat von der westlichen Welt einen Persilschein und kann im Nahen-Osten machen was es will. Und wenn es wirklich eng werden würde weil sich alle Länder im Nahen Osten nach einem Angriff durch Israel gegen Sie verbünden würden kämen die USA mit hilfe der Nato zur hilfe.
5. Titellos
UnitedEurope 03.02.2013
Und das Beliefern der Hisbollah trägt also zu Frieden und Stabilität bei? Ich glaube keiner dort sollte sich trauen, mit dem Finger über den Nachbarn zu schimpfen.
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