Luftangriff: Israel bombardiert Palästinenser-Lager im Libanon

Es war ein Vergeltungsschlag für die Raketenattacke vom Vortag: Die israelische Luftwaffe hat einen palästinensischen Stützpunkt nahe Beirut beschossen. Tel Aviv meldet "direkte Treffer in der Terrorstätte", die angegriffene Gruppe dagegen "keine Schäden".

Beirut/Tel Aviv - Israelische Kampfflugzeuge haben am Freitag eine Basis einer radikalen Palästinensergruppe südlich von Beirut attackiert. Das meldete die Polizei in der libanesischen Hauptstadt. Auch die israelische Armee bestätigte den Vorfall und teilte mit, es handele sich um die Reaktion auf einen Raketenangriff aus dem Libanon auf israelisches Gebiet. In einer "Terrorstätte" in Naame zwischen Beirut und Sidon habe die Luftwaffe direkte Treffer verzeichnet.

Ziel des israelischen Luftangriffs war ein Stützpunkt der Volksfront zur Befreiung Palästinas - Generalkommando (PFLP-GC). Die Gruppe um Ahmed Dschibril unterhält enge Beziehungen zu Iran sowie zur libanesischen Hisbollah und wird vom Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützt.

Am Donnerstag hatte die israelische Armee eine Mitteilung herausgegeben, laut der man "terroristische Angriffe von libanesischem Boden aus nicht tolerieren" werde. Gegen vier Uhr morgens stiegen dann die Kampfflugzeuge auf.

Nach Angaben aus dem Umfeld der Gruppe richtete der israelische Angriff keinen Schaden an, auch wurde niemand verletzt. Vertreter der PFLP-GC sagten libanesischen Medien, die Volksfront habe mit dem Angriff auf Israel nichts zu tun. Tatsächlich bekannte sich stattdessen die Extremistengruppe Abdullah-Assam-Brigaden zu dem Angriff, die Verbindungen zu al-Qaida unterhält. Die Gruppe hatte sich schon zu zwei Raketenangriffen in den Jahren 2009 und 2011 bekannt.

Vier Raketen - keine Verletzten

Am Vortag waren vier Raketen von libanesischem Gebiet aus auf Israel abgefeuert worden. Das israelische Raketenabwehrsystem "Eisenkuppel" fing zwischen den Küstenstädten Akko und Naharia eine Rakete in der Luft ab. Zwei Geschosse schlugen in Ortschaften im Norden des Landes ein. Verletzt wurde niemand.

Es war der erste Raketenangriff auf Israel aus dem Libanon seit zwei Jahren. Ein Armeesprecher sagte, aus Israels Sicht sei die libanesische Regierung verantwortlich für den Angriff. Libanons Präsident Michel Suleiman verurteilte den Raketenbeschuss dagegen offiziell als "Verletzung von Uno-Resolutionen und der libanesischen Souveränität". Er rief seine Sicherheitskräfte auf, die Täter zu fassen.

jok/dpa/Reuters

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Geschichte Israels

Knackpunkte der Nahost-Gespräche
Sicherheit
DPA
Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei. Obwohl es in den vergangenen Jahren kaum noch Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen gibt, fühlen sich die Israelis bedroht.

Die israelischen Grenzstädte werden immer wieder von Raketen der radikalislamischen Hamas beschossen. Schlagen diese Geschosse auf israelischer Seite ein, kommt es regelmäßig zu Vergeltungsschlägen auf palästinensischem Gebiet. Die Palästinenser machen ihrerseits Angriffe durch das israelische Militär geltend.

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DPA
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