Nach Fotopanne Breitbart entschuldigt sich bei Lukas Podolski

"Es gibt keinen Beleg dafür, dass Herr Podolski einer Schleuserbande angehört": Die ultrarechte Website Breitbart hat sich bei dem Fußballer für die Bebilderung eines Artikels über Flüchtlinge entschuldigt.

Lukas Podolski (l.) 2014 in Brasilien
Markus Gilliar/DFB/DPA

Lukas Podolski (l.) 2014 in Brasilien


Das erzkonservative Internetportal Breitbart News hat sich mit einem Foto des deutschen Fußballers Lukas Podolski blamiert: Der britische Ableger der Website bebilderte damit seit Freitag einen Bericht über Schleuserkriminalität in Spanien. Nachdem zahlreiche Leser und Medien auf den Irrtum aufmerksam gemacht hatten, wurde das Bild am Sonntag schließlich ausgetauscht.

In einer Anmerkung unter dem Artikel heißt es nun, man wolle sich bei Podolski entschuldigen: Es gebe keinen Beleg dafür, dass er einer Schleuserbande angehöre oder selbst Flüchtling sei. Man wünsche ihm alles Gute in seinem "jüngst bekannt gegebenen, internationalen Ruhestand".

Der 32-jährige Podolski spielt derzeit in der japanischen J-League bei Vissel Kobe und stand am Sonntag noch auf dem Platz. Er war in der Sommerpause von Galatasaray Istanbul nach Japan gewechselt.

Auf dem ursprünglichen Foto war Podolski mit Sonnenbrille als Mitfahrer auf einem Jetski zu sehen, die Finger zum Victory-Zeichen geformt. Das Bild entstand während der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Breitbart nutzte es für einen Artikel, in dem es heißt, die spanische Polizei habe einer Gruppe von Schleusern das Handwerk gelegt, die Menschen per Jetski über die Meerenge von Gibraltar nach Spanien gebracht haben sollen.

In den Kommentaren zum Artikel regten sich Nutzer darüber auf, wie sich ein Flüchtling eine teure Sonnenbrille oder Marken-Sportshorts leisten kann - Podolski trägt auf dem Bild unter einer Schwimmweste das Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

"Lukas ist nicht erfreut", sagte Simon Bergmann der ARD. Der Rechtsanwalt vertritt den ehemaligen Fußballnationalspieler und kündigte an, Breitbart wegen der Verwendung des Bildes abzumahnen.

Die rechte Propaganda-Plattform Breitbart wird seit Kurzem wieder von Stephen Bannon geführt. Er hatte zuvor als Chefberater von US-Präsident Donald Trump gearbeitet. Mehr zum Programm der Website lesen Sie hier.

aar/dpa



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geotie 21.08.2017
1.
So viel zu den Wahrheiten des Breitbandsenders. Voll gelogen, voll daneben!
neuropandemie 21.08.2017
2. na ja..
..wer für die Türkei Werbung macht, den sollte doch so etwas nicht weiter stören!
shang-kra 21.08.2017
3. wen wundert es?
Große Klappe und nichts dahinter außer dumpfem Skinheads Gequatsche.
ROBIN7 21.08.2017
4. Verstehe
es "gibt also keinen Beleg dafür, dass Herr Podolski einer Schleuserbande angehört". Aber wohl etliche, dass Breitbart einer "Lügenbande" angehört. Denn eine Entschuldigung für die dreiste Lüge dieser rechten Halbnazis sieht anders aus. Passend dazu übrigens dieGlückwünsche zu Poldis "Ruhestand": So geht rechtsfaschistische "Lügenpresse" !
invictus 21.08.2017
5. Dumm, dümmer, ultrarechts
Bei den Aufregern der ultrarechten Leser zeigt sich, was man schon immer wusste: Dummheit. Dummheit in einem Ausmaß, das einem schlecht werden könnte. Dummheit, die jede Grenze sprengt. Dummheit, die nach ihresgleichen sucht - und niemals fündig werden kann. Perfekte Dummheit. Das ist, was die selbst ernannte Herrenrasse wirklich auszeichnet.
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