Petrobras-Skandal Ex-Präsident Lula wehrt sich gegen Korruptionsvorwurf

Brasiliens Ex-Präsident Lula nennt seine kurzzeitige Festnahme in der Pertrobras-Affäre eine "Medien-Show". Korrupt sei er nicht und habe nichts zu befürchten.

Ex-Präsident Lula da Silva
AP/dpa

Ex-Präsident Lula da Silva


Alles schon beantwortet, nichts neues dabei - und wo bleibt, bitteschön, der Respekt für den ehemaligen Präsidenten? Luiz Inácio Lula da Silva, Ex-Staatschef Brasiliens, hat sich vehement gegen Korruptionsvorwürfe verwehrt und die brasilianischen Ermittlungsbehörden scharf kritisiert.

Er habe "nichts zu befürchten", seine vorübergehende Festnahme am Freitagmorgen und die Razzien in seinen Privaträumen nannte Lula ein "Medien-Show". Die Fragen, die ihm am Freitag gestellt wurden, habe er schon früher beantwortet.

Polizisten hatten den Ex-Präsidenten aus seinem Zuhause zu einem Verhör abgeholt und drei Stunden festgehalten. Die Befragung stand in Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen um den brasilianischen Staatskonzern Petroleo Brasileiro (Petrobras). Es gebe Indizien dafür, dass Lula von dem Korruptionssystem bei der halbstaatlichen Ölfirma profitiert habe, hatte die Bundespolizei erklärt.

An der großangelegten Razzia in Wohnungen und Büros waren insgesamt 200 Polizisten beteiligt. Lula habe "ruhig reagiert", als die Ermittler am Morgen bei seinem Haus im Bundesstaat São Paulo erschienen, berichtete die Zeitung "Folha S. Paulo".

"Wie ein Gefangener"

Nach seiner Freilassung war Lula weniger gelassen: Er sagte vor Anhängern der Arbeiterpartei (PT) in São Paulo, er habe sich "wie ein Gefangener" gefühlt. Wenn Ermittlungsrichter Fragen hätten, käme er gerne bei ihnen vorbei. Lula hatte in der Petrobras-Affäre mehrere Male freiwillig Aussagen gemacht. Das Verhalten der Polizei zeuge von mangelndem Respekt für die brasilianische Demokratie.

Seit 2014 wird die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas von dem schweren Schmiergeldskandal um den Petrobras-Konzern erschüttert. Mehrere hohe Funktionäre wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Der ehemalige Schatzmeister der regierenden PT, João Vaccari Neto, wurde wegen Korruption und Geldwäsche zu 15 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Der frühere Dienstleistungschef von Petrobras, Renado Duque, musste für 20 Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Die Affäre soll bereits unter Lulas Präsidentschaft begonnen haben.

Es geht um Geldwäsche, Untreue, Kartellbildung und Korruption in Milliardenhöhe. Unter anderem soll von 2004 bis 2012 durch überhöhte Vertragsabschlüsse bei Petrobras-Projekten Geld an politische Parteien geflossen sein - vor allem an die regierende Arbeiterpartei PT von Präsidentin Dilma Rousseff und Ex-Präsident Lula.

cht/Reuters/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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FábioCapoeira 04.03.2016
1.
die Opposition sollte schneuligst Beweise finden, oder sie hat einen Helden (re)kriiert
diego_guedes_viegas 10.03.2016
2.
ich bin Brasiliener und hier kann ich herlich sagen dass wir sind komplett durch korruption beherrscht.. verschiedene Medien durch die Politik gekauft.. einer ernste internationale Blick ist sehr wichtig zu dem Zeitpunkt.. Solcher EX- 'Präsident des Volkes' hat eine Miliz seiner Partei geschaffen und finanziert.. was wir wollen? nur seiner Kopf! Allerdings ist es nicht nur meine Meinung.. Schließlich habe ich persoenlich von Deutsch gelernt: Wenn dir die Scheiße bis zum Hals steht, solltest du den Kopf nicht hängen lassen!! Vielen Dank!
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