Mögliche Dreierkoalition Juncker bangt in Luxemburg um seine Macht

Es soll ein Neuanfang in Luxemburg werden: Sozialdemokraten, Liberale und Grüne haben sich auf Koalitionsgespräche verständigt. Sollten sie sich einig werden, würde die Ära von Langzeitpremier Juncker enden.

Noch-Premier Juncker: Nach 18-jähriger Regierungszeit vor dem Aus?
AP/dpa

Noch-Premier Juncker: Nach 18-jähriger Regierungszeit vor dem Aus?


Luxemburg - Nach der Parlamentswahl in Luxemburg kämpft Europas dienstältester Regierungschef Jean-Claude Juncker um eine weitere Amtszeit im Großherzogtum. Sein bisheriger Koalitionspartner, die sozialistische Arbeiterpartei LSAP, einigte sich mit der liberalen Demokratischen Partei DP - in Luxemburg auch die Blauen genannt - und den Grünen darauf, Koalitionsgespräche zu beginnen.

"Wir haben eine einmalige Gelegenheit, dem Land einen Neuanfang zu geben", sagte der LSAP-Spitzenkandidat Etienne Schneider. Die rot-blau-grüne "Gambia"-Koalition käme im 60 Plätze zählenden Parlament auf 32 Sitze. Sollten sich die die drei Parteien einig werden, würde das das Ende der gut 18-jährigen Regierungszeit von Juncker bedeuten.

Eine Dreierkoalition aus Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen würde für Luxemburg eine historische Zäsur bedeuten. Erstmals seit der sozialliberalen Regierung von 1974 bis 1979 würde dann die stärkste Partei in der Opposition landen.

Junckers "Christlich-Soziale Volkspartei (CSV) war zwar am Sonntag mit 33,68 Prozent der Stimmen als stärkste Partei hervorgegangen, hatte aber im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren gut vier Prozentpunkte eingebüßt. Juncker hatte nach der Wahl für seine CSV "den Führungsanspruch in diesem Land" reklamiert. Die Partei erzielte 23 Sitze im Parlament - und bräuchte zum Regieren einen Koalitionspartner.

heb/dpa/AFP

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kritiker111 21.10.2013
1. 18 Jahre sind genug!
Spaetestes nach zwei Amtzeiten sollte fuer jeden Regierungspolitiker Schluss sein - denn irgend wann ereilt sie der Groessenwahn (siehe Kohl) und es entsteht die Meinung, sie koennen sich nun alles erlauben, das Land gehoere ihnen! Dass zudem ein Politiker, der sich mehr um die EU als sein eigenes Land kuemmert, einen Denkzettel bekommt, steht auf einem anderen Blatt!
niealternativlos 22.10.2013
2. und Juncker hatte sich das so schön ausgedacht !
mit den Neuwahlen. Jetzt hilft auch Lügen nichts mehr. Gut wenn Schäuble seinem Idol ins Rentnerdasein folgt.
hanfpiraten 22.10.2013
3. Hoffentlich, bei dem Rücktrittsgrund!
Juncker wusste um die Involvierung des Geheimdienstes SREL in die Affär Bommeleeër und leitete weder Disziplinarmaßnahmen ein, noch informierte er die Staatsanwaltschaft. Erst ein halbes Jahr nachdem ihm der Geheimdienstchef die gegen die Aufklärung der 20 Jahre zurückliegenden Anschläge gerichteten Abhöraktivitäten gestanden hatte, informierte Juncker den parlamentarischen Kontrollausschuss. Der Kontrollausschuss schwieg dann drei Jahre, um die Angelegenheit strafrechtlich verjähren zulassen. Dieser Mann ist in höchstem Maße demokratiefeindlich!
hanfpiraten 22.10.2013
4. Hoffentlich, bei dem Rücktrittsgrund!
Juncker wusste um die Involvierung des Geheimdienstes SREL in die Affär Bommeleeër und leitete weder Disziplinarmaßnahmen ein, noch informierte er die Staatsanwaltschaft. Erst ein halbes Jahr nachdem ihm der Geheimdienstchef die gegen die Aufklärung der 20 Jahre zurückliegenden Anschläge gerichteten Abhöraktivitäten gestanden hatte, informierte Juncker den parlamentarischen Kontrollausschuss. Der Kontrollausschuss schwieg dann drei Jahre, um die Angelegenheit strafrechtlich verjähren zu lassen. Dieser Mann ist in höchstem Maße demokratiefeindlich!
ludiol 22.10.2013
5. Juncker Jünger weinen
Viele Juncker Jünger sind schockiert und bleiben aber so arrogant zu meinen, daß knapp 33,7% gleich die Mehrheit sind. Juncker hat viel für Luxemburg gemacht, es wird aber Zeit für neuen Wind.
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