Nach rassistischem Angriff in Italien Berlusconi nennt Migranten "soziale Bombe"

Ein Mann schießt in Italien auf Migranten, der Angriff war rassistisch motiviert. Eine Folge der "illegalen" Einwanderer, behauptet Silvio Berlusconi - der den Vorfall für seinen Wahlkampf umdeutet.

Silvio Berlusconi
AFP

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Nach dem rassistischen Angriff auf Afrikaner in Italien heizen Parteien im Wahlkampf den Streit um das Thema Migration weiter an. Der ehemalige Ministerpräsident und Chef der Partei Forza Italia, Silvio Berlusconi, nannte Flüchtlinge "eine soziale Bombe, die jederzeit explodieren kann". In der Regierungszeit "der Linken" seien mehr als 600.000 Migranten illegal nach Italien gekommen, die bereit seien, Straftaten zu begehen, sagte er in einem TV-Interview am Sonntagabend.

Am Samstag hatte ein Mann in der Stadt Macerata in den Marken aus einem Auto heraus das Feuer auf Migranten eröffnet und sechs Afrikaner verletzt. Der italienische Innenminister Marco Minniti sprach von einem rassistischen Hintergrund. Berlusconi nannte die Tat am Montag "unfassbar". "Nur ein Gestörter kann so eine Sache machen, ich sehe darin nichts Politisches, weil die Politik nicht zu solch einem Wahnsinn führt."

Der Tatverdächtige wird von Carabinieri abgeführt
REUTERS/ Italian Carabinieri

Der Tatverdächtige wird von Carabinieri abgeführt

Gleichzeitig nutzte Berlusconi den Vorfall, um ungeniert Wahlkampf zu betreiben, in dem er eine Allianz mit der rechtspopulistischen Lega eingegangen ist. Der mutmaßliche Täter von Macerata war im vergangenen Jahr bei Kommunalwahlen für die Lega angetreten. Lega-Chef Matteo Salvini twitterte am Montag, es sei die "unkontrollierte Einwanderung", die zu "Chaos, Wut und sozialen Zusammenstößen" führe. Am 4. März wählt Italien ein neues Parlament. In Umfragen liegt die Berlusconi-Salvini-Allianz vorn, kommt allerdings nicht auf eine regierungsfähige Mehrheit.

Am Montag wurde bekannt, dass der Schütze von Macerata wohl noch weitere Migranten im Visier hatte. Neben den sechs Verletzten habe der Täter auf fünf weitere Ausländer gezielt, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Der 28-Jährige habe bei seiner Vernehmung angegeben, dass er den Mord an einer 18-Jährigen rächen wollte, die ein Nigerianer umgebracht haben soll. Das Mädchen war vor einigen Tagen zerstückelt in zwei Koffern gefunden worden. Eigentlich habe er den Nigerianer, der in Untersuchungshaft sitzt, töten wollen - habe es sich aber anders überlegt, und auf der Straße Menschen angeschossen, so die Staatsanwaltschaft laut Ansa.

mkl/dpa



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