Paris - François Fillon gibt nicht auf. Die parteiinterne Schiedskommission der konservativen UMP hatte seinen Konkurrenten Jean-François Copé am Montag mit 952 Stimmen Vorsprung zum Wahlsieger erklärt - doch der ehemalige französische Premierminister erkennt das Ergebnis nicht an. Nun gründet das Fillon-Lager eine eigene Parlamentsfraktion, berichtete die Internetseite von "Le Monde".
Die Gruppe mit dem Namen Le Rassemblement UMP solle erst wieder aufgelöst werden, wenn es "ein neues Votum" über den Parteivorsitz gebe, sagten Vertraute des früheren Regierungschefs. Der Ex-Minister François Baroin teilte mit, ein juristisches Vorgehen gegen das Ergebnis der Urwahl werde nur ausbleiben, wenn diese wiederholt werde. Fillon hatte angekündigt, vor ein Zivilgericht zu ziehen und gegen mögliche Verstöße gegen die UMP-Satzung zu klagen.
Der 58-Jährige war Copé in der Wahl um den Parteivorsitz äußerst knapp unterlegen. Weil Stimmen aus Übersee-Départements nicht berücksichtigt wurden, hatte das Fillon-Lager vergangenen Mittwoch das Ergebnis angefochten. Wahlbeobachter glauben, dass mit den Stimmen wohl Fillon gewonnen hätte.
Die Fillonisten fordern eine erneute Abstimmung in den nächsten drei Monaten. Copé hat sich mehrfach dagegen ausgesprochen. "Es ist jetzt Zeit, sich um die Zukunft zu kümmern", sagte er dem Radiosender France Info. Am Montagabend hatte sich Ex-Präsident Nicolas Sarkozy mit Fillon zum Essen getroffen und ihm von einem Gang vor Gericht abgeraten, sich aber nicht gegen eine Neuwahl ausgesprochen.
Mit der neuen UMP-Fraktion droht sich die Partei noch weiter zu spalten. Einige hundert der 300.000 Mitglieder sind bereits ausgetreten. Am Montag trat Schatzmeister Dominique Dord zurück.
fhu/AFP/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Frankreich | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH