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Machtkampf in Australien: Ex-Außenminister fordert Gillard heraus

Erst trat Australiens Außenminister Kevin Rudd zurück - jetzt sucht er die Konfrontation. Er stellt sich Regierungschefin Julia Gillard in einer Kampfabstimmung. Rudd macht ihr die Führung der nationalen Labor-Partei streitig. Die Rivalen wollen "die Angelegenheit ein für alle Mal klären".

Ehemaliger Außenminister Rudd: Machtkampf um die Spitze der Labor-Partei Zur Großansicht
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Ehemaliger Außenminister Rudd: Machtkampf um die Spitze der Labor-Partei

Sydney - Der Polit-Machtkampf in Australien spitzt sich zu: Der ehemalige Außenminister Kevin Rudd will die amtierende Premierministerin Julia Gillard im Machtkampf um die Führung der Labor-Partei herausfordern. Rudd kündigte am Freitag an, sich der für Montag anberaumten Abstimmung über den Parteivorsitz zu stellen.

Gillard habe das Vertrauen der Australier verloren, sagte er. Die Aussichten für einen Wahlsieg bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr stünden schlecht. "Deshalb habe ich entschieden, für den Vorsitz der Australischen Labor-Partei anzutreten", so Rudd.

Er war am Mittwoch überraschend von seinem Amt als Außenminister zurückgetreten. "Die Sache ist, dass ich mein Amt nicht ohne die Rückendeckung von Premierministerin Gillard ausüben kann", begründete Rudd seinen Schritt. Die Rivalität zwischen ihm und der Regierungschefin sich in den vergangenen Wochen verschärft.

Gillard kündigte am Donnerstag an, die Parlamentsfraktion am Montag über den Parteivorsitz abstimmen zu lassen, um "die Angelegenheit ein für alle Mal zu klären". Sollte Rudd gewinnen, würde er automatisch auch Regierungschef.

Er werde aber nur dieses eine Mal gegen Gillard antreten, kündigte Rudd an. Sollte sich Gillard am Montag bei der geheimen Abstimmung der 103 Labor-Parlamentarier durchsetzen, werde er sie nicht erneut herausfordern.

Rudd war bereits von 2007 bis 2010 Premierminister gewesen. Mitte 2010 wurde er dann von Gillard aus dem Amt des Labor-Chefs gedrängt und damit zum Rücktritt als Regierungschef gezwungen. Bei den folgenden Wahlen gelang es Gillard nicht, eine absolute Mehrheit zu erlangen. Die Premierministerin führt eine Minderheitsregierung, die auf die Unterstützung der Grünen und unabhängiger Abgeordneter angewiesen ist. Ihre Umfragewerte sind deutlich gesunken. Rudd genießt in der Bevölkerung nach wie vor eine hohe Popularität.

heb/AFP/dpa

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