Machtkampf: Jemens Präsident Salih kündigt Rückzug an
Seit Monaten protestieren die Massen gegen das Regime Salih im Jemen, immer wieder gibt es Tote und Verletzte. Nun will der Präsident offenbar endlich zurücktreten, im TV versprach er seinen Rückzug "in den kommenden Tagen".
Sanaa - Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih hat bei einem Fernsehauftritt seinen Rücktritt angekündigt. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert ihn mit den Worten: "Ich lehne Macht ab, ich werde sie weiterhin ablehnen, und ich werde die Macht in den kommenden Tagen abgeben."
Salih, der im Juni nach einem Bombenanschlag verletzt nach Saudi-Arabien ausgeflogen worden war, hält sich seit Ende September wieder in Sanaa auf. Dies hat den Konflikt zwischen Oppositionellen und jemenitischer Regierung, der bereits seit Februar andauert, weiter verschärft.
Die Protestbewegung und mehrere Oppositionsparteien fordern den sofortigen Rücktritt Salihs, der seit 1978 an der Macht ist. Sie werden von Einheiten der Armee unterstützt, die sich auf die Seite der Regimegegner geschlagen haben.
Bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und Anhängern der Opposition waren in der vergangenen Wochen mehr als 100 Menschen getötet worden. Erst am Samstag wurde bei einem Bombenanschlag im Südjemen ein Mensch getötet, sieben weitere wurden verletzt. Die örtlichen Sicherheitsbehörden sprachen im Anschluss an den Anschlag von einem Terroranschlag. Sie vermuten Qaida-Terroristen hinter dem Attentat. Gruppen, denen Verbindungen zu al-Qaida nachgesagt werden, versuchen seit Monaten, die instabile Lage in dem Land auszunutzen und die Kontrolle über Städte im Süden des Landes an sich zu reißen.
In Aden selbst wurden am Samstag mehrere Straßen von Jugendlichen blockiert, die die Proteste gegen die Regierung Salihs unterstützen. Sie errichteten Barrikaden aus brennenden Autoreifen. Viele Straßen in Aden sind bereits seit Monaten blockiert, mit Felsbrocken, ausgebrannten Autowracks und Zementblöcken. Die Proteste gegen Salihs 33-jährige Herrschaft hatten im Anschluss an die Umsturzbewegungen in Tunesien und Ägypten begonnen. Sie sind seit mittlerweile neun Monaten im Gange.
Unter den drei Frauen, deren bevorstehende Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis am gestrigen Freitag verkündet wurde, ist auch eine Jemenitin: Die Aktivistin Tawakul Karman tritt seit Jahren für Menschenrechte und politische Teilhabe in ihrem Heimatland ein. Sie selbst berichtete der "Washington Post", dass das Regime in Sanaa sie sogar mit dem Tod bedroht habe.
cis/Reuters/AP
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- Samstag, 08.10.2011 – 16:35 Uhr
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Hauptstadt: Sanaa
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