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Nahost-Konflikt: Abbas droht mit Abbruch der Beziehungen zu Israel

Mahmud Abbas in Algiers: Rückzug israelischer Truppen in nächsten drei Jahren Zur Großansicht
AP/dpa

Mahmud Abbas in Algiers: Rückzug israelischer Truppen in nächsten drei Jahren

Palästinenserpräsident Abbas will die Zusammenarbeit mit Israel einstellen. Es sei denn, ein palästinensischer Vorschlag für einen Friedensplan geht durch den Uno-Sicherheitsrat.

New York - Palästinenserpräsident Mahmud Abbas will die Zusammenarbeit mit Israel beenden, falls der Uno-Sicherheitsrat keine Resolution zur Beendigung der israelischen Besatzung verabschieden sollte.

Abbas sagte während eines Besuches in Algerien am Dienstag laut staatlicher Nachrichtenagentur APS: "Sollten wir scheitern, werden wir alle Beziehungen zur israelischen Regierung abbrechen und sie auffordern, die Verantwortung als Besatzungsmacht zu tragen."

Die Palästinenser haben den Entwurf der Resolution in der vergangenen Woche in den Sicherheitsrat eingebracht. Er sieht eine Friedensregelung innerhalb eines Jahres sowie ein Ende der israelischen Besatzung der Palästinensergebiete bis Ende 2017 vor.

Israel, die USA und viele andere westliche Länder lehnen die Initiative ab. Sie fordern stattdessen, dass Israel und die Palästinenser zuerst einen Friedensvertrag abschließen, bevor ein unabhängiger Palästinenserstaat ausgerufen wird.

Die palästinensische Autonomiebehörde hatte den Resolutionsentwurf mithilfe Frankreichs entworfen und beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am Donnerstag über Jordanien eingebracht - das einzige arabische Land im UN-Sicherheitsrat.

Die Friedensgespräche liegen seit April auf Eis. Auch mehr als zwei Jahrzehnte nach Beginn des Friedensprozesses warten die Palästinenser auf ihren Staat, den sie im Westjordanland, im Gazastreifen und in Ostjerusalem ausrufen wollen.

daf/dpa/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
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1. Unnötige Voraussetzung
Freischärler 23.12.2014
"Sie fordern stattdessen, dass Israel und die Palästinenser zuerst einen Friedensvertrag abschließen, bevor ein unabhängiger Palästinenserstaat ausgerufen wird". Warum das? Die Bundesrepublik Deutschland hat bis zum heutigen Tag ,nach immerhin 70 Jahren nach Kriegsende,noch keinen echten Friedensvertrag. Geht doch auch so.
2. Es ist unbegreiflich
falke34 23.12.2014
dass der Westen Israel so viele Dinge durchgehen lässt. Die völkerrechtlichen Verstöße Israels werden sogar durch Waffen und Geld zementiert. Wenn der Westen hier endlich eine ehrlichere, neutrale Rolle übernehmen würde, könnte der Frieden voran getrieben werden. Die Glaubwürdigkeit des Westens würde steigen und viele Konflikte würden erst gar nicht entstehen. Aber anscheinend will man das nicht!
3. Gemeinsamer Staat
er,ka 23.12.2014
Ich weiss, es ist absolut unpopulär und wird weder auf der einen noch auf der anderen Seite jetzt eine Mehrheit finden. Aber aus meiner Sicht gibt es nur eine Lösung und der heisst ein gemeinsamer Staat. Palästina und Israel. Sogar gemeinsam mit Gaza.
4.
Atheist_Crusader 23.12.2014
Zitat von falke34dass der Westen Israel so viele Dinge durchgehen lässt. Die völkerrechtlichen Verstöße Israels werden sogar durch Waffen und Geld zementiert. Wenn der Westen hier endlich eine ehrlichere, neutrale Rolle übernehmen würde, könnte der Frieden voran getrieben werden. Die Glaubwürdigkeit des Westens würde steigen und viele Konflikte würden erst gar nicht entstehen. Aber anscheinend will man das nicht!
Nicht der Westen, sondern die USA. Die USA handelt als der Westen, aber der politischen Fallout kriegen wir alle ab. Aber gut, selbst Schuld. Speziell Deutschland. Wenn man zuviel Angst vor dem eigenen Schatten hat um wieder den aufrechten Gang zu erlernen, dann braucht man halt wen, der die Leine hält.
5. Solange die US-Regierung ihre schützende
Ulrike E. 23.12.2014
Hand in der UNO ausbreitet, wird sich daran nichts ändern. Um was geht die neue Aufregung: "Israel wird im *Vorschlag* der Palästinenser nicht als *rein jüdischer* Staat definiert. Was er per se auch nicht ist. Es ist traurig, dass jedesmal, wenn sich ein Staat daneben benimmt, nur weil er *starke Verbündete* hat, nichts weiter passieren wird. Keine Anklagen (internationaler Gerichtshof nicht anerkannt!), keine Resolutionen, da US-Veto und dann wundert man sich, dass die UNO ihre Glaubwürdigkeit verliert? Und warum? Weil man seit über 70 Jahre eingleisig gefahren ist. Nun wundert man sich, dass es die Palästinenser nicht mehr hinnehmen wollen und sie verwieisen zurecht auf das Versprechen und die Uno-Resolution von 1947! Wie möchte man sonst einen Frieden erreichen? Völkerrechte und Menschenrechte, sowie Demokratie sollten doch *keine leeren Worthülsen* sein. Also, wo bleibt der *demokratische Westen*, der sich endlich einmal für dieses Thema einsetzt?
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