Malaysia-Airlines-Flug MH17 Flugdatenschreiber in Großbritannien angekommen

Erst übergaben Separatisten die Blackboxes von Flug MH17 an Malaysia, von dort gingen die Geräte an niederländische Experten - jetzt sind sie in Großbritannien angekommen. Dort sollen die Unglücksdaten ausgewertet werden.

Prorussische Separatisten bei der Übergabe der Blackbox an malaysische Vertreter: Inzwischen ist das Gerät in den Händen der Niederländer
REUTERS

Prorussische Separatisten bei der Übergabe der Blackbox an malaysische Vertreter: Inzwischen ist das Gerät in den Händen der Niederländer


Den Haag - Die Flugdatenschreiber des in der Ostukraine abgestürzten Passagierflugs MH17 von Malaysia Airlines sind in Großbritannien angekommen. Das teilte das ukrainische Ermittlungszentrum rund um das Flugzeugunglück mit.

Niederländische Experten hatten die Blackboxes zuvor von malaysischen Vertretern übernommen, nachdem prorussische Separatisten sie an Malaysia ausgehändigt hatten. Die Niederlande hatten darum gebeten, dass britische Experten die Informationen auf der Blackbox im südenglischen Farnborough auswerten. Die internationale Untersuchung zur Absturzursache von Flug MH17 wird dennoch weiter aus Den Haag geleitet, da aus den Niederlanden die meisten der Opfer stammen.

Die Blackboxes der abgeschossenen Maschine von Malaysia Airlines waren in den vergangenen Tagen zum Politikum geworden. Forderungen des Westens nach einer Untersuchung durch unabhängige Experten hatten die Separatisten zunächst ignoriert. Dass die Milizen die Blackboxes nun herausgerückt haben, könnte die Aufklärung deutlich voranbringen.

US-Geheimdienste wiederholten indes ihre Theorie, dass die Separatisten für den Abschuss des Flugzeugs verantwortlich sind. Wahrscheinlich habe eine "schlecht ausgebildete Besatzung" das eingesetzte Raketensystem nicht richtig beherrscht, sagte ein hoher US-Geheimdienstbeamter.

"Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass es ein Fehler war", sagte der nicht näher bezeichnete Mann weiter. Die bisher gesammelten Beweise deuteten darauf hin, dass die prorussischen Separatisten für den Abschuss verantwortlich waren, doch bleibe offen, wer "den Abzug betätigte". US-Regierungsvertreter sagten, zwar sei die Verlegung schwerer Waffen aus Russland in den Osten der Ukraine beobachtet worden. Doch gebe es keine Beweise, dass auch Buk-Raketensysteme über die Grenze gebracht wurden.

kes/dpa

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sparrenburger 23.07.2014
1. gespannt
Bin gespannt ob auf den Teilen noch was drauf ist. Nach der Odyssee weiß dann ja nichtmal jmd wer da was gelöscht/zerstört hat.
Beobachter123 23.07.2014
2. Flugschreiber
Warum fliegen sie das Gerät nicht gleich in die USA, dann ist das Ergebnis der Auswertung vorhersehbarer.
wachsamer_bürger 23.07.2014
3. Wollten doch die Rebellen von Anfang an!
"Die Blackboxes der abgeschossenen Maschine von Malaysia Airlines waren in den vergangenen Tagen zum Politikum geworden. Forderungen des Westens nach einer Untersuchung durch unabhängige Experten hatten die Separatisten zunächst ignoriert. Dass die Milizen die Blackboxes nun herausgerückt haben, könnte die Aufklärung deutlich voranbringen." Die Rebellen wollten von Anfang an den Flugdatenschreiber nur an eine internationale Kommision zur Untersuchung übergeben und nicht an die ukrainische Regierung zur Beweismanipulation.
Luna-lucia 23.07.2014
4. Dass die Milizen die Blackboxes nun herausgerückt haben
Zitat von sysopREUTERSSie könnte wichtige Informationen über die Stunden vor dem Unglück liefern: Malaysia hat die Blackbox aus Flug MH17 an niederländische Experten weitergegeben. Das Gerät wird nun nach Großbritannien ausgeflogen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/malaysia-airlines-mh17-malaysia-uebergibt-blackbox-an-niederlande-a-982441.html
hat man Herrn Putin zu verdanken!
David Leon 23.07.2014
5. wunderbar...
...die Niederlande kann die Black Box nicht auswerten, das ist ja sehr interessant. Aber die Britten koennen es, das ist ja noch interessanter. Was, die muessen dazu die USA zu Hilfe rufen weils eigentlich nur die kann naemlich der Wahrheit auf die Spur zu kommen so wie sie ja auch einst rausgefunden hat dass im Irak Massenvernichtungswaffen lagern. Aber vielleicht wird die Black Box auf dem Weg in die USA versehentlich im Atlantik versenkt direkt neben dem feuchten Binladengrab. Das wuerde von den USA schwer bedauert denn sie haette der Welt gerne mitgeteilt was wirklich passiert ist. Aber so ... bleibt halt leider der Verdacht gegen Russland fuer immer und ewig bestehen weil es auch von dem Flug dieser Maschine halt auch ueberhaupt keine Radaraufzeichnungen gibt leider leider
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